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Telefunken M20 1/2" 2 Spur

Alles zum Thema "Fragen und Technik" bei professionellen Studio- und Tonbandgeräten der Firma Telefunken

Moderator: Administratoren


Beitrag Freitag 12. Januar 2018, 17:42
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Hallo liebe Leidensgenossen,
ein Neues Jahr und neue Maschinen in Sichtweite: eine M15a und eine M20 1/2" 2 Spur. Während mein Kenntnisstand zur M15 schon fortgeschritten ist, war mir eine M20 bislang noch nicht untergekommen. Gibt es denn hier im Forum hier Besitzer, ist denn die Lebenserwartung der M20 ähnlich wie die der M15A, gibt es denn überhaupt klangliche Unterschiede oder sind das die gleichen Audiokarten? Ist die M20 der A800 von Studer vergleichbar? Gibt es auch 1" Zweispurmodelle?

Grüße Gerald

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Beitrag Samstag 13. Januar 2018, 16:25
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Hallo Gerald!

Die M20 kann von der Ausstattung und vom Klang her mit den Modellen von Studer mithalten.

Der Nachteil der M20 / M21 ist, dass diese Manschinen in einer Abteilung in Konstanz gefertigt wurden, die Brief-Sortiermaschinen für die Post verschiedener Länder gebaut haben und daher nicht ganz so servicefreundlich sind.

Studer hat alle Baugruppen auf gesteckte Platinen (Prints) verteilt, wie auch in der M15 und M15A.

Um an die Leistungsbaugruppe der M20 / 21 zu kommen, muß erst die völlig deplazierte Netzteilplatine beseitigt werden, an der Kabel fest gelötet wurden, wie in japanischen Autoradios oder Fostex-Mühlen.

Danach findet man eine querliegende Alustange, auf der sich fast alle Endstufen vom Capstanmotor sitzen, außer die Darlingtons, welche sich auf dem rückseitigen Kühlblech versammeln.

Der Rest in den unteren Wannen sind die

- Laufwerk-Logik (LG)
- Wickelmotorensteuerung (WS)
- Capstanregelung (CR) und die beiden
- Audiokanäle (AW) und optional
- TimeCode (TC).

Die nachfolgende Ziffer der Platinen beschreibt nur den Fertigungsstand, das wären bei der M20 / M21-Serie die Endnummern 11, 12, 13 oder Ziffer 14 für die letzte Serie M20.

(die allererste M21-Serie mit schwarzen Tasten wurde wie damals die M5B zurückgeholt und modernisiert)

Die M20 hat statt einzelner Potis (M21) je einen Schaltkreis, in dem die Daten nach jedem Einschalten auf einem Speicher auf die jeweiligen ICs geladen und so die abgelegten Einstellungen hergestellt werden, so wie in der Studer A810, 812 ect.
Bei leerer Speicherbatterie bekommen Studer's Alzheimer, die M20 nicht - sie braucht keine Pufferbatterie.

Aufgrund der ursprünglichen Bestellung der Hollywood-Studios bei Otari 60 Halbzollmaschinen zu liefern, wollte plötzlich in Europa auch jeder up do date sein, so dass auch Studer und Telefunken aufsprangen und diese Option anboten.

Ich behaupte mal, dass eine vernünftig eingemessene viertelzöllige Telefunken die Werte auch mit Telcom C4 oder Dolby SR schafft

In den letzten Jahren hatte jemand in den USA die glorreiche Idee auf 1" Stereo hochzurüsten, was sich aber nicht durchsetzten konnte, dennoch "soll" in Stuttgart eine M15A in 1" stehen.

Allein der einzöllige Tonkopfsatz kostet ohne mechanische Umrüstung allein 10.000,-$, für wen will man anschließend Aufnahmen machen um das wieder herreinzuholen??

Die Wickelmotoren der M20 / M21 schaffen das übrigens nicht, mehr als halbzölliges Band sauber zu wickeln.

Das alles hat nichts mit der Lebenserwartung zu tun, reparieren kann man alle professionellen Studiomaschinen aufgrund Schaltkreisen aus der Großserie und Maschinenbau, nur es kann nicht jeder.

Eine Revox kann fast jeder reparieren, der Löterfahrungen und technische Grundkenntnisse hat, aber zum Einmessen ist schon etwas mehr an Erfahrung, Messtechnik und Bezugsbänder nötig.

Aber jetzt nach über 30 Jahren Betriebseinsatz sind Grundrevisionen fällig, die ins Geld gehen, oder man tauscht nur die Bauteile aus, welche erfahrungsgemäß ohnehin als störanfällig gelten.

Rudy

Beitrag Sonntag 14. Januar 2018, 00:50
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Hallo Rudy,
Danke für Deine umfangreiche Antwort. Ich habe ja schon gute Erfahrungen mit meiner TelcomC4, ich haben aber bislang kein Dolby SR eingesetzt...davon habe ich bislang nur 24 Kanal Riesenkoffer gesehen. Und neben den Studer würde mich eine Telefunken schon interessieren
Ich habe noch ein paar Fragen:
1.) die Anschlüsse sind m.W. Tuchel, es lässt sich aber auf XLR umrüsten ?
2.) ein Angebot für eine M15A hat einen ungleichen Lauf der Wickelmotoren (rechts langsamer als links), lohnt sich hier eine Revision und Reparatur ?
und nur als Feststellung: Schönheiten sind die Panzerschränke gerade nicht eben, VUs sind extrem selten, und...elend schwer

Genug gejammert

Grüße Gerald

Beitrag Sonntag 14. Januar 2018, 15:19
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Hallo Gerald!

Auch wenn es gleich Kritik geben sollte; Telefunken Telcom C4 und Dolby SR geben sich nichts.

Eine M15A kann man durchaus auf XLR umbauen. Wenn ich aber die einmaligen Kosten für die Programmierung der Werkzeugmaschine bedenke, müsste ich 30 Stück verkaufen, um die Kosten wieder herein zu holen.

Gleiches gilt für die Anfertigung von VU-Brücken der M15A oder M20. Jeder möchte sie haben, aber niemand würde den Preis von 1.000,-€ bezahlen wollen....

Habe aber schon ein Blech mit VUs für die M21 gebaut, dem Besitzer gefiel es.
Alternativ empfehle ich das RTW 1206.

Es ist z.Zt. billiger, sich ein Adapterkabel von Großtuchel auf XLR zu löten.

Aus welcher Quelle speist Du die M15A? Die braucht +6dB Pegel.

Eine Reparatur der Wickelmotorensteuerung (WS) lohnt sicher. Es kann aber auch am Motor-Elko liegen, was ich per Ferndiagnose nicht sagen kann.

Im Gegensatz zu Studer hat man bei Telefunken auf die Zweckmäßigkeit und Funktionalität geachtet und weniger auf das Design, immerhin wurde das Ur-Magnetofon bei AEG in Berlin entwickelt.

Habe aber mal eine umlackierte M15A gesehen, welche in der gleichen Lackierung wie die M21 gestaltet wurde, ein echter Blickfang!

In der E-Bucht wurde gerade eine in Rot lackierte M5 angeboten, die sehr gut aussieht!

Rudy

Beitrag Montag 15. Januar 2018, 11:17
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Hallo Rudy,
Danke für Deine Ratschläge und für den Hinweis auf den Tucheladapter. VUs sind nette Spielzeuge, nice to have, und Heinz ist ja auch schon in diesem Bereich unterwegs (kein Wunder, wenn VUs soviel kosten wie der Rest der Maschine...verrückte Welt!)
Tatsächlich habe ich Probleme, die digitale Welt mit PC/Mac, DAWs, CD-Player und digitalem Mischpult (aber nur AES out), diversen DATs mit SPDif, AES , Coax, optische Leiter auf die Analogwelt zu übertragen . Der 0Db-Pegel der Digitalwelt entspricht mitnichten den +6Db der analogen Profiwelt. Es gilt : Trial and Error mit Probeaufnahme , im 2. Anlauf ist es meist in die Übersättigung ausgesteuert.
Mal sehen, wie sich die Telefunkengeschichte entwickelt, es gibt auf Youtube ein wunderbares Video über den Beginn der Telefunken als Erinnerung einer Ingenieurs. sehr empfehlenswert
Grüße Gerald

Beitrag Montag 15. Januar 2018, 18:39
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Auch wenn ich mich wiederhole; zur Anpassung von HiFi-Technik an die Studionorm wurde der V...57 entwickelt.

V257: Siemens
V357: TAB Telefunken
V457: Neumann ect.

Auch das schwache Signal von "Soundkarten" kann dieser auf +6dB anheben und gleichzeitig sym. Ausgang bieten.

R.


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