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TELEFUNKEN M5 mal anders...

Alles zum Thema "Fragen und Technik" bei professionellen Studio- und Tonbandgeräten der Firma Telefunken

Moderator: Administratoren


Beitrag Montag 11. April 2011, 11:20
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Hallo zusammen,

bei mir steht auch eine M5 welche ganz anders ausschaut als eine "normale" M5.
Bilder von diesem teil findet Ihr unter:
https://picasaweb.google.com/1158770483 ... _cnGueu_Lg
oder
https://picasaweb.google.com/1158770483 ... l05042011#

Kurz geschildert: Nur noch das Hauptgußteil scheint beibehalten worden zu sein. Ansonsten ist alles anders. Die gesamte Elektronik von ADT = Steckkarten.
Offenbar ist der Motorantrieb für das schnelle Vor- bzw. Rückspulen noch "Serie". Alles andere ist neu gestaltet. Oftmals sieht es nach Prototyp oder zumindest Kleinstserie aus. Teile welche in Serien normalerweise gegossen würden sind hier aus dem Vollen gearbeitet. Endabschaltungen sind mittels berührungsloser Sensoren realisiert.

Kurz gefragt: Wer kennt dieses Teil? Was hat es damit auf sich?

Kurze Spekulation: Mir wurde mal gesagt dass irgend eine kirchliche Senderanstalt solche Änderungen vorgenommen habe. War das ein Aprilscherz?

Würde mich freuen mal etwas Hintergrund zu dieser interessanten Umgestaltung zu erhalten.

Dank im Voraus!

Gruß

Joseph Reip

DSC04828 reduz.JPG
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Beitrag Montag 11. April 2011, 12:21
cavemaen Benutzeravatar
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Hallo Herr Reip!

Nein, das hat nichts mit der Kirche zu tun, die evang. Kirchenfunk Wetzlar hat bei Telefunken mal Tonregietische V800 gekauft und andere hochwertige Technik, als noch Geld da war.

Diese Sonder-M5 wurde von meinem Bekannten Hilmar Pauly in Giessen gebaut, welcher damals bei der Firma Heiligenstaedt Maschinenbau tätig war und die Elektronik mit Software in Heimarbeit baute.

Auch ich hatte mal ein solches Laufwerk erstanden, hatte aber nie die Audiokarten (Hergestellt von ADT Gladbeck von Gerd Jüngling) und nie Schaltungsunterlagen erhalten, da die gesamte Elektronik aus dem Gedächtnis gebaut wurde und Hilmar nie dazu kam, seinen Hirnschmalz zu Papier zu bringen.

Die Mechanik stammte tatsächlich aus zerlegten Telefunken M5A und M5B.

Die M5A hatte einen Papstmotor als Capstan bekommen und oft wurden diese ausgereiften Maschinen gefleddert, um aus der nochmal überarbeiteten und modernisierten Röhrenelektronik sog. Röhrendoppeldecker halt in Stereo zu bauen!

Gebraucht gibt es keine, so gut ist die Maschine!

Die M5B erhielt Transistorverstärkerkarten, welche aber eine Fehlkonstruktion waren und von Telefunken zurückgenommen und in die bekanntere (und bessere) M5C umgebaut wurden mit V396 / V397 - Technik, die widerum identisch ist mit der M10A und M15.

Rudy

Beitrag Montag 11. April 2011, 15:50
Krottendorf Benutzeravatar
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Hallo Rudy

Eine M5 könnte ich von einem Bekanten quais Gratis bekommen, bislang habe ich dankend abgelehnt zum einen habe ich nur Studer, aber ist das wirklich so eine gute Maschine? Sie sieht für mich sehr Historisch aus, natürlich ist sie nicht mehr so schön wie auf dem Foto.

Da es davon, wie ich lese mehrere Typen gegeben hat, werde ich mal fragen welche der Maschinen es war.

L.G. KOnrad
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Beitrag Dienstag 12. April 2011, 11:36
cavemaen Benutzeravatar
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Ich grüße Euch!

Man erkennt den Grundtyp leicht an folgendem:

Die ganz alte Urversion der M5 hat 3 Geschwindigkeiten; 9,5 - 19 - 38, auch eine Sonderversion mit 19 - 38 - 76 gab es.

Mit dem Drehschalter mitten auf der fronseitigem massiven Gussplatte wurde ein Reibradgetriebe geschaltet und die Entzerrung der Röhrenverstärker.
Diese Maschine gab es fast ausschließlich in Mono und Mono-Pilot. Letztere hat den verbreiterten Kopfträger.

Mit der Überarbeitung ab Version M5A wurde ein Capstanmotor von Papst verbaut, auch wieder 19/38 oder 38/76. Aber jetzt gab es auch neuere Röhrenverstärker, auf denen man Reiter umstecken konnte für jede Geschwindigkeitspaarung.

Diese Version M5A wurde gerne oft gefleddert, um sog. Röhrendoppeldecker daraus zu bauen, die als Gebrauchtmaschinen nirgens auftauchen!

Die B-Version - wie schon gesagt, die taugte nichts, da die Einmesspunkte wegliefen (wie bei Vollmer 204 / V166) und Telefunken die fast alle zurück bekam und daraus M5C wurden.

Die Röhrendoppeldecker konnten einfach übereinandergestapelt werden, mechanisch passte alles, die Umschaltwelle von der Oberseite passte perfekt zu den darunterliegenden Röhrenverstärkern, diese waren völlig autonom mit Rahmen, Netzteil und Anschlüssen versehen und man hatte nach Tausch der Monoköpfe eine wunderbare, technisch ausgereifte und sehr gut klingende Stereo Röhrenmaschine!

Alle M5en hatten aber eines noch gemeinsam:

Nur einen Wickelmotor. Dieser war mit einer doppelten Riemenscheibe versehen, welche jeweils mit Keilriemen einen Wickelflansch antrieben und der andere Flansch hatte dafür dann die Freilauffunktion.

Nur;
diese Keilriemen gibt es nicht mehr und man muß Geschick und Quellen zum Maschinenbau haben, um an ähnliche Ersatzteile zu kommen.

Da die M5 leichter als M10 und M15 ist, war die sehr gern in Ü-Wagen verbaut und in Alucases, bevor man die sehr zuverlässige M28c und später M12A bekam und hatte schon immer 30cm Wickelteller für 1000m Bänder.

Nachdem ich seit vielen Jahren "ibäi" beobachte, war erst ein einziger Röhrendoppeldecker dort als Ruine angeboten worden, aber noch in der Urversion mit altem Getriebe (Reibräder haben Flächen und zerbröseln) und den uralten Verstärkern und ging damals als Restaurationsschrott für ich meine rund 500,-DM weg.

Die M5A hatte aber elektrolytisch verzinkte Verstärkerwannen mit etwas Kupferanteil und schaute optisch aus, wie alle Studer und Revoxgeräte von innen.

Unterlagen habe ich, falls mal jemand etwas braucht...

Rudy
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Beitrag Dienstag 12. April 2011, 11:56
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Her noch ein fremder Beitrag zum Thema:

http://forum2.magnetofon.de/showtopic.php?threadid=4794


Tipp:

Unterschied zwischen M5B und M5C: Die schlechtere B hat die Verstärkerkarten seitlich, die bessere M5C von vorn reingesteckt!

Also: M5B nur noch als mechanischen Teileträger nehmen.

Rudy
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Beitrag Dienstag 12. April 2011, 14:32
endlandmusic Foren As
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Hallo Miteinander,

hochinteressante Maschine. Heutzutage fast unvorstellbar, dass so ein Aufwand getrieben wurde, eine Aufzeichnungsmaschine so schön zu modifizieren.
Eine Frage aus reiner Neugierde: Für was dient der Ziffernblock auf der rechten Seite, bzw. wann ungefähr ist das Gerät gebaut/modifiziert worden ?

Grüesse,
Jens

Beitrag Dienstag 12. April 2011, 15:01
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Uff, wann hat der Hilmar das gemacht...?

Das war Anfang der 1990er Jahre, eine davon steht noch in Gießen.

Die Elektronik konnte den Zählerstand speichern, nach dem Einschalten wieder mit aktuellem Stand aufrufen und hate Locate-Funktionen.

Das war eine echte professionelle Maschinensteuerung von 'ner rechnergesteuerten Heiligenstedt Dreh -oder Fräsmaschine und war offiziell teurer, als eine neue M5 kostete.

Hilmar kaufte den Rest noch vorhandener Steuerungen und Bausätze vom Insolvenzverwalter ab und heute baut er den weltbesten Popschutz, der inzwischen auch von anderen Mikrofonherstellern in Lizenz (aus Plastik) nachgebaut wird!

Suchbegriff: Pauly Popschutz

oder: Tonstudio Pauly Gießen

Die Audioelektronik kam von ADT Gladbeck, die auch ganz wunderbare Tonmischpulte bauen (ADT 5M) in der Qualitätsklasse von Studer und das auch heute noch.

Rudy

Beitrag Mittwoch 13. April 2011, 10:04
erich Haudegen
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Hallo zusammen,

das ist ein interessanter Beitrag über meinen ehemaligen Arbeitgeber.
Rudy, wo hast diese Infos alle her ?

Die Riemen für die Wickelmotoren der M5 kann ich noch liefern.

Gruß

Erich

Beitrag Mittwoch 13. April 2011, 14:00
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Klasse Erich, dann werde ich mir wieder eine hinstellen!

Habe gestern mit Hilmar gesprochen. Er hat damals 20 Stück dieser M5en gebaut zusammen mit dem Dipl.-Ing. Roth vom Evangeliumsrundfunk Wetzlar, nachdem deren Maschinenpark in verschiedenen Ländern in die Jahre gekommen war.

Der Herr Roth war auch der, welcher sich um die Audioelektronik kümmerte!

Eine dieser M5en steht noch in Gießen und wird in Kürze von mir abgeholt werden - auf das die Bude voller werde...

Hat jemand zufällig diesen Plattenspieler übrig (Bild)?

Rudy
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Beitrag Mittwoch 13. April 2011, 18:04
firstthird Routiner
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Hallo,

es ist zwar (fast) alles geschrieben, trotzdem ein paar Bemerkungen:

- die gezeigte ADT-Hilmar-Pauly M5 hat zum einen einen direkt angetrieben Motor des Capstan, wie TFK ihn der M5A/B/C spendierte, der Deiner(?) Maschine sieht aus wie ein M5C-Motor der letzten Serie.
- Im Gegensatz dazu stehen die Antriebe der Wickelteller: die sind M5: wegen Gleichlaufproblemen hat TFK ab M5A erheblich komplizierte Wickeltellerkupplungen eingebaut
- außerdem hat die Maschine die Schnellstopeinrichtung, die m.W. von TFK ab M5A, und da zunächst zur Nachrüstung, angeboten wurde,
- das Laufwerkschassis war urspünglich M5, erkennbar:
an den Scharnieren zwischen Verstärkerchassis und Laufwerk,
am Sichtfenster in der Abdeckung des Capstan, durch das man bei M5 die Drehzahl kontrollieren konnte und das ab den direkt angetrieben M5A entfiel,
an den Befestigungen des Kopfträgers, die zu M5A geändert wurden
- die Tonköpfe sehen aus wie Bogen, und nicht TFK-Köpfe....

Rudy schreibt, ab M5C sei das Verstärkermagazin gedreht und damit von vorne zugänglich gewesen. Bei meinen 2 M5C ist das nicht so: die sind wie bei M5B (von denen ich auch 2 habe) seitlich mit zur linken Seite offenen Zugang eingebaut. So entspricht das auch einer Beschreibung im Informationsblatt GIB 034 über das "magnetophon Studio-Tonbandgerät M 5 C", dem eine Preisliste vom 1.10.1969 angehängt war. Das Bild einer 5C, das Rudy eingestellt hat, ist denke ich, ein Umbau mit gedrehtem Verstärkerchassis.

Vor vielen Jahren sind ADT-Hilmar-Pauly M5 in Wetzlar angeboten worden, ein paar Jahre später in Lauf a.d.Pegnitz. Die aus Wetzlar habe ich aus Originalitätsfetischismus verschmäht, die aus Lauf später wurden relativ teuer ( und mir zu teuer) verkauft.

Inzwischen suche ich aus historischem Interesse eine ADT-M5. Wenn jemand hier eine zu fairem Preis anzubieten hat....

Viele Grüße

Frank

Beitrag Donnerstag 14. April 2011, 11:07
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Hallo Frank!

Schön, dass Du auch gut informiert bist!

Der Past Capstanmotor ist immer der gleiche geblieben, zum Schluß hat man in der C-Version ein Schutzblech darübergestülpt.

Damals habe ich mal verglichen mit der M10A, aber der Motor ist nochmals anders und hat unterschiedliche Nummern.

Das mit der geänderten Wickelkupplung ist selbst mir neu, hatte aber noch nie Probleme damit und daher bin ich da nie ins Detail gegangen, aber gut - auch ich lerne gern dazu.

Das es ursprüngliche Standart-M5en waren mit ursprünglich Reibradgetrieben wußte ich, daher wurden die ja auch geschlachtet.

Aber das mit der geänderten Kopfträgeraufnahme stimmt nicht, denn die Kopfträger zwischen Telefunken T9, M5 und Vollmer 204 bis 236 waren immer gleich bis auf andere Tuchelstecker.

M5 hat quadratische Tuchel und die T9 und Vollmer jeweils 16 bzw 20pol. Tuchelleisten drin.

In der Tat hat man bei der Gießener M5 günstigere Tonköpfe verbaut. In meinen letzten Preislisten von Telefunken stand der Preis eines 0,75mm Schmetterlingstonkopf bei rund 1.265,-DM plus 13% Raubrittergebühr.

Die Firma Bogen lieferte Tonköpfe (2mm Zweispur) für rund zwei Drittel weniger, waren aber aufgrund des weicheren Materials schneller zu läppen und schneller verschlissen.

Es kann durchaus sein, dass man die M5B einfach umverdrahtet hat und neue Audiokarten reinschob, aber die ab Werk gelieferten und sehr begehrte letzte Serie M5C hatte die Verstärkerwanne gedreht und von vorn zugänglich.

Das war die Norm der ARD, welche zu Wartungsarbeiten nicht jedesmal die schweren Laufwerke aus Gründen des Arbeitsschutzes rausheben wollten, um mal 'ne Steckkarte zu tauschen oder die angeschlossene Maschine einzumessen.

In Kassel steht aber eine M5 Röhrendoppeldecker bei jemandem im Keller komplett in Truhe mit VU-Metern, welche mal für die Volkswagenwerke gebaut und seit mind. 10 Jahren nicht mehr an der Steckdose angeschlossen war.

Auf dem Deckel war ein feines Deckchen mit 'nem Blumenväschen drauf, damit das "Ungetüm" optisch besser in die Kellerbar passt!

Übrigens; Kopfträger habe ich noch da und neue Wiedergabetonköpfe orig. Telefunken...

Rudy
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Beitrag Donnerstag 14. April 2011, 20:33
firstthird Routiner
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DSC03021.JPG
Hallo Rudy,

mir liegt nichts ferner als ein Akt der Majestätsbeleidigung, aber:
Der Capstanmotor sah ab M5A aus wie im 1. Bild, die M5C bekam im Laufe ihrer Jahre den im 2. Bild abgbildeten, mit und ohne Schirmung, was wohl daran liegt, daß an den Teilen viel geschraubt wurde..
Die unterschiedlichen Wickelkupplungen sind in den Bildern 3 und 4 zu sehen.
Mit der Befestigung des Kopfträgers meinte ich nicht die Tuchels, sondern die Befestigungen:
Die Rändelschrauben des Kopfträgers wurden bei M5 in Einschraubmuttern geschraubt, die auf dem Bild von Josef gut zu erkennen sind:
https://picasaweb.google.com/1158770483 ... 7347071602

Ab M5A wurden offenbar eingepresste oder eingeschraubte überlackierte Gewinde verwendet, siehe Bild 5
das muß ich offenbar in den nächsten post verschieben, ebenso:
Bild 6: siehe Info M5C mit seitlichem Verstärkermagazin
Bild 7: eine meiner M5C mit seitlichem Verstärkermagazin vom Bayrischen Rundfunk....

Viele Grüße und schon ´mal viel Entschuldigung ob der unbotmäßigen Einlassungen

Frank "Penibel" S.
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Zuletzt geändert von firstthird am Donnerstag 14. April 2011, 20:49, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag Donnerstag 14. April 2011, 20:46
firstthird Routiner
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Beiträge: 30
Fortsetzung:
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Beitrag Donnerstag 14. April 2011, 20:47
firstthird Routiner
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Beiträge: 30
Und jetzt noch was zum Lesen:
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Beitrag Freitag 15. April 2011, 11:51
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Hmm, da brat' mir einer 'nen Storch!

Grüße Dich erstmal!

Da hat man also mehr an den M5en rumgebaut, als ich wußte, also keine Spur von Majestätsbeleidigung.

Den Papstmotor mit den Rippen unten hatte ich in meiner übrigens auch, den glatten Motor kenne ich aus der M10A.

Durchaus möglich, dass die kompatibel sind und in Konstanz verbaut wurde, was gerade da war.

Die Auflagepunkte für den Kopfträger waren einstellbar, erst mit der M10 waren die auf Mass geschliffen. Ob da nun Gewinde im Gusschassis direkt waren, oder mit Buchsen kann ich aus der Erinnerung nicht mehr sagen.

Es können aber Helicoil-Gewindereparatursätze gewesen sein, wenn man auf Lunkerstellen im Guss traf oder die Gewinde beschädigt waren.
Beim Maschinenbau macht man das.

Immerhin danke ich Dir für Deine Bilder, sind echt gut geworden!

Diesen Sommer fahre ich wieder nach Konstanz zu einem der Ing. von AEG-Olympia, wo die schönen stabilen Bandmaschinen gebaut wurden und frage mal nach der Geschichte.
Ich bat bereits im letzten Jahr mal darum, nach Bildern zu forschen aus der Fertigung.

Übrigens war der Bau von Bandmaschinen dort nur ein Nebengeschäft.

In Konstanz hat man Briefsortieranlagen für unsere Post gebaut, später auch für verschiedene europ. Länder, Schaltschränke für andere Zweigfilialen und zuletzt so ganz nebenbei 3-4 Stück M15A täglich - je nach Auftragslage.

Bevor die Bandmaschinen in die Rundfunkstudios kamen, wurden die übrigens alle nach Nürnberg geliefert ins Rundfunktechnische Institut (RBT) und dort komplett durchgesehen.

Erst dann bekamen die Ihren RBT-Aufkleber und wurden in der ARD verteilt.

Im Gegensatz zu den Röhrenmischpulten aus den 1960er Jahre, welche für eine Nutzungsdauer von 20 Jahren vorgesehen waren, wurde an die Bandmaschinen an die Entwickler die Forderung nach einer 10jährigen Stabilität incl. Standfestigkeit gestellt und man war in Konstanz überascht, dass die Maschinen selbst in den 1980er Jahren noch immer nicht verbluten wollten und kaufte die sogar am Ende der Nutzungsdauer unausgeschlachtet, komplett mit allem Drum und Dran zurück und verschrottete diese unter notarieller Aufsicht in einer Hamburger Schrottpresse nur, um die vom Markt weg zu haben und Neue verkaufen zu können!

Bei mir war Anfang 1980 der Herr Brand, Verkäufer von AEG Olympia vom Hauptquartier Hamburg und unterbreitete mir das Angebot für eine nagelneue M15A über 13.000,-DM abzüglich einer alten M5 oder M10 für eine Gutschrift über 1.500,-DM.

Aber damals kostete eine neue Studer B67 knapp 8.000,-DM und eine A80 rund 14.000,-DM.

Irgendwo habe ich noch die alten Preislisten abgeheftet....

Da meine Musikproduktion hier im trüben Nordhessen nicht so liefen, machte ich dann nur noch Postproduktion und den Service.

Für meine Kunden war ich bis nach Berlin gefahren, tauschte sogar Nachts auf der Autobahn M10 und M15 Laufwerke aus, damit morgens um 6:00 Uhr die Frühschicht im Berliner Synchronstudio die Arbeit aufgenommen werden konnte und es keine Konventionalstrafen von RTL gab (RTL=rammeln, töten,labern)!
Manchmal erst nach 3-6 Monaten tauschten wir unsere Maschinen wieder zurück und ich lernte div. Synchronsprecher/innen kennen, u.a. die Stimme der Biene Maja.
Nur an die Berliner Weise konnte ich mich nie gewöhnen, kein Vergleich zu Köstritzer...

Übrigens; in Berlin hat man nur die guten M10 laufen lassen und tauschte später nur wegen der Meckerei der RTL-Techniker die Röhrenverstärker V86 / V87 aus gegen ein neues Verstärkermagazin der M15A.
Eines dieser Magazine kostete komplett bestückt knapp 5.000,-DM, später gab es Rabatt auf 4.500,-DM und ein Paar dieser 6 Maschinen läuft noch heute dort - aber nicht mehr im aktiven Studiobetrieb.

So lernte ich die kennen und schätzen.

1979 war ich bei der €uropawelle Saar, kurz danach stand die erste M10 neben meinem Revoxturm in der Stube, so fing das Desaster bei mir an.
Jetzt stehen insgesamt 7 M15A hier rum und einige M21. Alles andere habe ich abgegeben, zuletzt meine M12A mit allem Zubehör und Ersatzteilen.

Uff, jetze schigget's abba.
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Beitrag Samstag 16. April 2011, 20:58
Alfred Trippel As
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cavemaen hat geschrieben:
Hmm, da brat' mir einer 'nen Storch!

Diesen Sommer fahre ich wieder nach Konstanz zu einem der Ing. von AEG-Olympia, wo die schönen stabilen Bandmaschinen gebaut wurden und frage mal nach der Geschichte.
Ich bat bereits im letzten Jahr mal darum, nach Bildern zu forschen aus der Fertigung.

Übrigens war der Bau von Bandmaschinen dort nur ein Nebengeschäft.
So lernte ich die kennen und schätzen.



Hallo Cavemaen,

Interessante Geschichte der M5, M10, usw.......!

bin mal gespannt was Dietrich Gipp Dir zu berichten weis? Oder hast du noch mehr Quellen in Konstanz?

Alfred

Beitrag Sonntag 17. April 2011, 12:10
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Grüß Dich!

Habe letzten Sommer das Haus von H.Mohr mit Dietrich zusammen leergeerntet und dabei u.a. die Abnahmeprotokolle und Werkseinstelldaten von M20 und M21 mitgenommen, einiges von der MX-80 ist dabei, M15A Mehrspur und Vorserientonköpfe incl. Bezugstonköpfe.

Bis dato wußte ich nicht, dass die AEG-Olympia-Telefunken auch selbst parallel zur BASF / Emtec Bezugsbänder hergestellt haben, Angebote darüber sind mir nie aufgefallen bis auf ein Messbändchen auf 13cm Spulchen in Vierspur bei "iibäi".

Wenn ich es schaffe mir einen A3 Scanner zuzulegen, kann ich mal alles in PDF verewigen, oder müßte das ganze Konvolut fotografieren...

Schönen Sonntag noch!

Rudy

Beitrag Donnerstag 21. Juli 2011, 21:41
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Hallo zuammen,

zuersteinmal muss ich um große Nachsicht bitten wegen meiens "Abtauchens".
Im April hatte ich ein paar Wehwechen zu beklagen und dann kam der geplante Umzug. Und wie immer dauert es etwas länger als gplant.
Erst jetzt komme ich wieder dazu mich auch mal um das zu kurz gekommene Hobby zu kümmern.

Also, allen beteiligten Schreibern herzlichen Dank für die tollen Ausführungen. Offenbar handelt es sich um einen recht seltenen Umbau.
In diesem Forum jedoch offenbar kein Problem. Die Spezies wissen alles.
Danke!

Nun weiß ich also etwas zur Historie.
Aber wie geht man bei einem Defekt vor bzw. wo bekommt man soetwas wie Schaltbilder für diese M5 Sonderversion her. Ich befürchte dass es solche Unterlagen wahrscheinlich nicht mehr gibt. Vieleicht nie gegeben hat. Die Frage nach einem Manual wird wahrschein großes Gelächter auslösen...

Trotzdem: Wer kann helfen oder wie kann ich vorgehen?

Im Prinzip ist es wahrscheinlich nichts Fundamentales. Die Maschine läuft in allen Funktionen. Auch audiomäßig ist alles OK.
Was stört ist nur der etwas ruppige Umgang mit dem Bandmaterial. Oder war das vielleicht immer so? Ich glaube kaum. denn der Umbau sollte doch wohl Vorteile brinegn...

Mit PER525 o.ä. ist das nur ein optischer Schönheitsfehler beim Starten oder Rangieren. Wohingegen normales Home-Band das sicherlich nicht überleben würde.
Obwohl ich solches Bandmaterial sicherlich nie verwenden werde, könnte ich mir einen eleganteren bzw. einen gefühlvolleren Umgang mit dem Bandmaterial schon sehr gut vorstellen.
Das Einzige was mir in diesem Zuammenhang auffällt ist, dass ein Poti (welches wohl auch zu den Umrüstungen gehört und mit einem Fühlhebel verbunden ist) elektrisch nicht angeschlossen ist. Da muss wohl mal ein Vorbesitzer was abgelötet haben. Aus welchem Grund auch immer.
Meiner Meinung nach fehlt da jetzt ein Signal in der Steuerung und daher die ruppige Gangart.

Wie gesagt, ansonsten alles OK und beste Musik Aufnahme wie Wiedergabe.

Was sagen die Fachleute?

Gruß

JR

Beitrag Montag 25. Juli 2011, 13:52
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Hmm, ich kenne den Umbauer: Hilmar Pauly aus Gießen, jenem, welcher heute die guten Pauly Poppschütze baut.

Diese M5en wurden aus M5b und ganz alten Ruinen in einer Einmalserie von 20 Stück für den Evangeliumsrundfunk Wetzlar gebaut.

Rudy

Beitrag Freitag 5. August 2011, 10:58
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Hallo Mr. "Cavemaen",
hallo Rudy,

macht es denn Sinn Herrn Pauly diesbezüglich zu kontaktieren?
Wird er bereit sein sich mit solch alten "Toback" noch zu beschäftigen?
War er für die Mechanik oder für die Elektronik zuständig? Ich glaube gehört zu haben dass sich dies zwei Entwickler aufgeteilt haben.

Was meist Du? Wo Du doch Herrn Pauly offenbar besser kennst. Wie schätzt Du das ein bzw. was würdest Du mir raten?

Hier im Anschluss noch drei Fotos der besagten Details. Das markierte Poti zeigt keine Funktion. Auch die kleine Zusatzplatine welche ebenfalls mit einem Poti bestückt ist zeigt keine Reaktion. Man kann das Teil abklemmen ohne jede Wirkung.
Letzteres Poti ist mechanisch mit dem rechten Bandfühlhebel gekoppelt.

Wie gesagt: Ansonsten sind alle Funktionen OK. Die akustische Qualität, wenn man das hier so sagen kann (also die NF_Qualität) ist überragend.

Lediglich, und daran habe ich die Disfunktionen zuerst erkannt, geht die Maschine etwas ruppig mit dem Bandmaterial um. Was zwar bei PER525 usw. eigentlich keine Porbleme (auch nicht längerfristig) bereitet. Aber ich kann mir nicht vorstellen das dies so gewünscht war.

Gruß

JR
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