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Telefunken T9U - Umschaltung der Entzerrung

Alles zum Thema "Fragen und Technik" bei professionellen Studio- und Tonbandgeräten der Firma Telefunken

Moderator: Administratoren


Beitrag Mittwoch 1. Februar 2017, 17:34
RayBlack Jungspund
Jungspund

Beiträge: 11
Liebe Forumsmitglieder,

wir sind gerade dabei unsere T9U Maschine, die wir aus einem alten Filmtonstudio gerettet haben in Betrieb zu nehmen.
Es handelt sich wohl um eine der frühen T9Us, mit einem nachträglich eingebauten Umschalter zwischen 38/76 unter dem Kopfträger.
Ursprünglich war die Maschine wohl beim SDR im Einsatz und ist dann in diesem Filmtonstudio gelandet.

Das Laufwerk ist von einem Spezialist überholt worden, allerdings hat die Maschine keine Bolzen für die Mitnahme der Teller
und somit sitzen die Bobbys momentan recht wacklig und die wurden provisorisch mit Klebeband fixiert.

Leider waren die originalen V67U Amps wohl schon verscherbelt worden und so bekamen wir Vollmer V187/188 Amps dazu
und wollen die Maschine als Mono-Version in Betrieb nehmen.
Dazu ist momentan auch ein R93 Kopfträger installiert, einen Vollmer Stereo-Kopf haben wir dazu gekauft,
soll aber vorerst nicht zum Einsatz kommen.

Für die automatische Umschaltung der Entzerrung der beiden Vollmer Verstärker hat die T9U eigentlich einen extra
Trafo (184 im Schaltplan) eingebaut, der Spannungen an den externen Relais schaltet, allerdings scheint dies bei unserer Maschine zu fehlen.

Hat hier jemand im Forum vielleicht schon Erfahrungen mit Sonderversionen der T9U gesammelt
und hätte einen Tip, wie wir dies umsetzen sollen? Wir würden vorerst einen Schalter für die händische Umschaltung
der Entzerrung anbringen, welcher dann zusätzlich mit dem Geschwindigkeitsumschalter der Maschine betätigt werden muss.

Für dein Einbau der im V76 Kassettenformat ausgelegten Vollmer Verstärker suche ich auch noch einen
Einschubträger, den man im Rack der T9U verbauen kann. Hat hier ebenfalls jemand einen Tip oder ein
Gehäuse, das er gerne abstoßen möchte?

Hier der Link zu den Fotos der T9U:
https://www.dropbox.com/sh/mk7yksptxq2t452/AADl1JZxxRhrAjwIe77G1knVa?dl=0

Beste Grüße und Danke für die Hilfe :)
Ray

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Beitrag Donnerstag 2. Februar 2017, 14:16
cavemaen Benutzeravatar
Lebende Forenlegende
Lebende Forenlegende

Beiträge: 2483
Wohnort: 34582 Borken / Hessen
Hallo Ray!

Ic h hatte damals mehrere T9 und T9u incl. Reparaturerfahrungen über Jahre hinweg.

Aber; es sind inzwischen 230V in der Steckdose und die alten für 220V gewickelten Motoren werden sehr warm, besonders wenn man mehrere Bänder nacheinander durchlaufen lässt.

Ich selbst hatte mehrere T9 da, bei denen jeweils Wickelmotoren durchgebrannt waren. Ein mir bekannter Motorenwickelbetrieb sagte mir, dass aufgrund der Enge der Ständerwicklung keine besser isolierten Wicklungen reinpassen und nur so wie sie waren instandgesetzt werden können, damals zu je rund 800,-€uronen.

Da die Mitnehmer-Bilzen auf den Wickelflanschen fehlen, wurden offensichtlich falsche Teller verbaut, die Bolzen kann man aber nachrüsten.

Wenn die Original V66 / V67 oder die neueren voll kompatibelen V86 / V87 fehlen, kann man andere Vorverstärker nutzen.

Die Vollmer sind aber für deren Destabilität im Betrieb bekannt und halten die Messdaten nicht, andere Raumthemperaturen reichen dafür schon aus.

Die Schaltspannung der Relaise bei Telefunken beträgt 24V DC. Vollmer arbeitete gerne mit 12V, geht aber aus den Unterlagen hervor (habe keine mehr da).

Einen leeren Einschubträger Typ S-67 für die V72-Dannerkassetten bekommt man nur überteuert in iiBäh, oder man baut sich selbst ein Rack dazu.

Die Vollmer Vorverstärker sind übrigens kompatibel zu der Induktivität der Telefunken Tonköpfe, davon sind noch mehrere in meinem Lager.

Auch die Verstärkerwanne der M5 wäre geeignet, die V396 / V397-Serie der M10A (bauglich zur M15) würden funktionieren, auch noch neue Vollmer Vorverstärkerkarten liegen noch hier aus meiner Servicezeit.

Das "U" bedeutet nur, dass die Maschine mit Geschwindigkeitsumschaltbaren Tonmotor modernisiert wurde mit Umschaltbarkeit der Röhrenverstärker, aber die Entzerrung CCIR ist fix ab Werk nach ARD-Pflichtenheft aufgebaut.

Ob der Aufwand lohnt, ein rund 50 Jahre altes Museumsstück zu revidieren mit dem Risiko eines Motorenschadens, dem Verdrahtungsaufwand und viele Arbeitsstunden klingt eher nach Hobby.

Habe kürzlich eine M10A verkauft, welche sogar mit der Audioelektronik der M15A adaptiert wurde.

Gruß,

Rudy

Beitrag Mittwoch 8. März 2017, 23:30
RayBlack Jungspund
Jungspund

Beiträge: 11
Grüß dich Rudy,

andere Mitnehmer befinden sich gerade auf dem Postweg zu mir, fehlt nur noch ein Einschubträger,
da die Truhe nicht dem heutigen 19" Format entspricht sondern breiter ist.

Wenn also jemand so etwas Lager hat, bitte anbieten!

Sobald die Mitnehmer mit Bolzen installiert sind, können wir einmessen und dann gibt es sicher ein
kleines Video.

Viele Grüße
Ray

Beitrag Donnerstag 9. März 2017, 15:00
cavemaen Benutzeravatar
Lebende Forenlegende
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Beiträge: 2483
Wohnort: 34582 Borken / Hessen
Keine Truhe der T9 entsprach 19", nur die der M28 und M12 (A+B).

Das Laufwerk der T9 ist gleich mit der K8 und entspricht der Breite der M10 und M15, ist aber in der Tiefe geringer gebaut.

Alte Stahl-Truhen lassen sich mit Tausch des Deckblechs auf andere Laufwerkgrößen modifizieren, nur die Kufen der Truhe müssen der T9 entsprechd umgesetzt werden.

Die Einschubträger der Kassettenverstärker in Röhrentechnik (V66/67 und V86/87) entsprachen der Deutschen Rundfunknorm mit 50cm Lochabstand, auch Rohde & Schwarz baute sog. Blech-Kabinette in diesem Kaliber.

Die V72 Einschubträger heißen S-67 (plus Zahl der Plätze) und werden in iiBäh teuer gehandelt, kann man aber mit etwas Geschick selbst nachbauen (ich weiß, ist nicht Original).

Die Steuerspannung zum Umschalten der Entzerrungs-Relaise kommt aus dem Laufwerk und ist im Schaltplan zu finden.

Rudy


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