Start Der ganz normale Wahnsinn... Musik Stereo Pionier Helmut Walcha

Stereo Pionier Helmut Walcha

Neben der Technik von Bandmaschinen & Tontechnik möchte ich dieses Forum rund um das Thema moderieren, um das es uns allen geht: Wer hört welche Art von Musik bzw. was gibt es auf dem Musikmarkt Interessantes zu entdecken?

Moderator: Administratoren


Beitrag Sonntag 13. November 2011, 17:44
revfan Lebende Forenlegende
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Beiträge: 670
Hallo,

ich bin auf diese wirklich extrem preisgünstige Sammlung mit dem Orgelwerk von J.S. Bach http://www.amazon.de/Orgelwerk-Gesamtaufnahme-Helmut-Walcha/dp/B00004SAAX/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1321197522&sr=8-2 gestoßen. 12 CD´s mit gutem Booklet für ca 37 EUR mit dem blinden Genie Helmut Walcha, da kann man nicht meckern :lol: .

Was aber vielleicht auch für den nicht Bach- Orgel-Fan wirklich interessant sein dürfte, ist die 12-te CD mit Bachs Spätwerk Kunst der Fuge BWV 1080.

Diese Aufnahme ist - neben ihrem künstlerischen Wert - dadurch interessant, dass sie in Stereo eingespielt wurde - 1956 :!: :!: :!: :!: .

Das dürfte wohl eine der ersten Stereoaufnahmen in Deutschland überhaupt sein, wobei ich hier nicht von Labor- und sonstigen Testaufnahmen spreche, sondern von Musik, die tatsächlich für den Vertrieb auf Schallplatte aufgezeichnet wurde.

Die Jahreszahl kann ich insoweit verifizieren, als ich diese Aufnahme aus der St. Laureskerk in Alkmaar im September 1956 auch auf einer meiner wenigen Schallplatten habe. Diese ist im Dezember 1956 herausgekommen (auch schon damals wohl schon rechtzeitig zu Weihnachten in Luxusausführung), allerdings noch in Mono, da es damals ja auch faktisch keine deutschen Stereoplattenspieler im Handel gab.

Ein hochinteressantes Zeitdokument der tontechnischen Entwicklung.

revfan

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Beitrag Sonntag 13. November 2011, 20:53
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Hallo revfan!

Die erste Stereoaufnahme stammt aus dem Jahr 1943 und ich habe sie hier auf CD (unbearbeitete Kopie ab Original Tonband) - das war wirklich die allererste die bekannt ist - und sie klingt sogar gar nicht schlecht - sehr warm, ziemlich räumlich.
Bei der Aufnahme handelt es sich auch um klassische Musik. Im Hintergrund kann man teilweise leise die Artillerie feuern hören... Wie gesagt: aufgenommen 1943 im Haus des Rundfunks in Berlin... ;-)

Gruß,
Christoph

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Beitrag Montag 14. November 2011, 20:59
revfan Lebende Forenlegende
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Hallo,

hätte ich auch gern. Aber es ging mir, wie ich auch geschrieben habe, nicht um Experimentalaufnahmen, sondern um Aufnahmen, die man dann tatsächlich - als Schallplatte - kaufen konnte. Würde mich interessieren, ob es da etwas älteres gab.

Übrigens hat Helmut Walcha auch die erste Platte der Archiv Produktion der deutschen Grammophon nach dem Krieg 1947 eingespielt. Gibts als Cd zu kaufen.

Hier wird übrigens berichtet, dass die ersten Stereophonieaufnahmen in den USA schon 1931 erfolgten :arrow: http://goldohr.wordpress.com/2010/08/13/stereophonie-bei-der-rrg-reichsrundfunkgesellschaft/. Die ersten in Deutschland werden dort auch aus dem Jahr 1943 beschrieben Auch im Übrigen ein hochinteressanter Blog.

revfan

Beitrag Montag 14. November 2011, 21:50
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Wow - durchaus interessanter Artikel! Danke für das Posting!
Auch das Hintergrundbild der Seite ist toll... Was ein nettes kleines Mischpult... :D

Gruß,
Christoph

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Beitrag Montag 5. Dezember 2011, 17:37
revfan Lebende Forenlegende
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Beiträge: 670
So,

ich bin jetzt endlich mal dazu gekommen, das Booklet der CD Box zu lesen - die kleine Schrift ist selbst für Leute mit Adleraugen eine Zumutung. Andererseits steht da aber auch viel Interessantes drin.

In dem Booklet wird bestätigt, dass die Aufnahme der Kunst der Fuge die erste Stereophonieaufnahme der deutschen Grammophon Gesellschaft überhaupt war und Orgelaufnahmen mit Helmut Walcha 1947 (leider nicht enthalten) die ersten Schallplattenaufnahmen dieser Gesellschaft nach dem Krieg. Also wer sich für technische Historische Aufnahmen interessiert, bekommt da für faires Geld wirklich Interessantes und viel Musik zu hören.

Tja, wenn heute etwas wirklich technisch Neues auf den Markt käme, wäre es vermutlich mit Lady Gaga und nicht eine Aufnahme von einem damals eher unbekannten Werk mit ungewöhnlicher Instrumentierung und einem blinden aber genialen Organisten.

revfan

P.S.: habe die Kunst der Fuge gleich mit meiner neuen M15a aufgenommen (passt genau auf ein 1000m Band bei 19) :o - eigentlich Schwachsinn eine Cd, die man eh schon besitzt auf Band aufzunehmen, das noch dazu ca 5 mal soviel Kostet wie die CD selbst - macht aber Spass :lol:

Beitrag Dienstag 6. Dezember 2011, 14:11
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Haudegen
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Hallo revfan,

den von Dir beschriebenen Schwachsinn mache ich auch hin und wieder, gehört bei Bandmaschinenverrückten unverrückbar dazu :-).
Bernd

Beitrag Dienstag 6. Dezember 2011, 20:40
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Hallo zusammen,

kann ich nur bestätigen... ;-)
Christoph

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