Start Der ganz normale Wahnsinn... Musik Qualität der Musik

Qualität der Musik

Neben der Technik von Bandmaschinen & Tontechnik möchte ich dieses Forum rund um das Thema moderieren, um das es uns allen geht: Wer hört welche Art von Musik bzw. was gibt es auf dem Musikmarkt Interessantes zu entdecken?

Moderator: Administratoren


Beitrag Freitag 18. Januar 2008, 13:57
A721 Benutzeravatar
Haudegen
Haudegen

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Hallo Forum,

im Feuillton der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung findet sich auf Seite 13 ein lesenswerter Artikel "Was nicht knallt, hat keine Chance" von Jens-Chistian Rabe.

Der Autor befasst sich mit der Veränderung, besser der Verarmung dessen, was man hört und hören kann. Eingangs wird ein Bericht des amerikanischen Musikmagazins Rolling Stone mit der Überschrift bemüht: "Der Tod von High-Fidelity - Im mp3-Zeitalter ist die Tonqualität schlechter als je zuvor".

Bob Dylan wird zitiert mit der Aussage, dass moderne Produktionen grauenhaft klingen würden, da sie nur noch aus Sound bestünden. Erhebliche Dynamikverluste werden erwähnt, die Aufnahme resp. Platte sei zu Tode komprimiert bis hin zur Unfähigkeit der Verantwortlichen, denen jegliche technische Kompentenz fehlen würde.

Interessant auch die Aussage von Produzenten oder Tonmeistern, dass man sich höchste klangliche Qualitätsansprüche vielleicht nur noch im Jazz erlauben könne, im Pop zwinge der Markt zur Soundkonformität. In der klassischen Musik sei das Problem der Dynamikmanipulation noch nicht annähernd so virulent, wie im Pop und Jazz.

Ein lesenswerter Artikel, nicht nur für die Liebhaber und Genießer wirklich guter Musikwiedergabe.
Bernd

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Beitrag Sonntag 20. Januar 2008, 01:03
Struppi Trippel As
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@ Hallo A 721,

das ist leider der Lauf der Zeit. :(
Gruß
Rolf

Beitrag Sonntag 20. Januar 2008, 11:46
Cinetech Benutzeravatar
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Es ist leider so, dass man hochqualitative, schwach komprimierte Musik einfach nicht kaufen will. Die SACD wäre ein solches Beispiel. Das System hat sich nie wirklich dirchgesetzt, wie auch! Die Anlagen werden immer kleiner, Lautsprecher kommen noch knapp an einen einigermassen intelligenten Frequenzgang heran und die eingebauten Verstärker lassen leider auch viele Wünsche offen. Nur schon die Tatsache, dass viele CD Player ihre D/A Wandler stumm schalten so lange die Anzeige der Disc-Time auf 00:00 steht damit man das exzessive Rauschen nicht hört.
Heute hat niemand Lust und Geld sein Wohnzimmer mit einer guten Anlage auszurüsten - das war ja schon damals im ReVox Zeitalter so. Wer hatte schon Geld, sich eine ReVox Anlage zu kaufen? Heute sind es die Marken wie Bang&Olufsen die qualitativ hochwertige Anlagen herstellt. Auch ich bin jedes Mal wieder überwältigt, was aus diesen Säulenlautsprechern an Klang rauskommt! Deswegen habe ich mir zum Ziel gesetzt, die Anlage in meinem Kino bestmöglich aufzubauen - was mir bislang auch gelungen ist.
Hört man nun eine CD von, sagen wir mal My Chemical Romance, also Emo-Punk vom feinsten, so muss ich feststellen, dass der Hörgenuss nach wenigen Minuten zuende ist. Extreme Kompression und Komprimierung der Stücke machen ein lautes hören auf einer sauber eingemessenen Anlage die sehr viel an Dynamik und Schallpegel liefern kann, beinahe zur Qual.
Höre ich dann aber auf der gleichen Anlage eine DVD, so ist es bereits etwas erträglicher. Am angenehmsten sind aber immer noch die Vergnügen bei 35mm Filmkopien mit SDDS Digitaltonspur. Eine Datenrate von 1.4 Megabit/Sekunde (verglichen mit den 480 Kilobit/Sekunde bei Dolby Digital) bringt auf insgesamt 8 Kanälen eine Dynamik, die nicht mal gut abgemischte CD-Produktionen liefern. Leider ist dieses Tonformat in Europa tot. Wieso? Die Filmherstellung ist zu teuer, die Reader dafür ebenfalls. Dolby hat hier mit seinem System 1991 das Publikum überzeugt, obwohl gewisse Filme aufgrund etlicher Zusatzinformationen auf der Dolby Digital Spur nunmehr auf eine Datenrate von knapp noch 320 Kilobit/Sekunde kommen. Ein trauriges Ergebnis.
Gerade gestern habe ich mir wieder die Neupressung von Pink Floyds "The Dark Sinde Of The Moon" (ja, ich hab nen Plattenspieler ;) ) gegönnt. Kino abgedunkelt, Platte aufgelegt und geniessen.

Himmlische Musik.
Es grüsst Patrick
<3m0

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Beitrag Sonntag 20. Januar 2008, 13:56
Niederberger Jean Benutzeravatar
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ciao Patrick,
das ist auch meine Erfahrung mit vielen digitalen Produktionen, es gibt aber auch sehr gute, sind aber leider sehr schwer zu finden und sind oft preislich an der oberen Grenze. Ich geniesse ab und zu eine Jazz Vinyl Platte, z.B. der Marke Jeton u.A. und das klingt einfach besser. Ich besitze auch einige DVD Audio 24 bit/96 Khz (z.B. Miles Davis TUTU) von sehr hoher Qualität.
Ich glaube dass unser Hörvermögen durch hoch komprimierte Music schon sehr verfälscht ist, und den besten Hörvergleich kann man nur mit guten Live Konzerte machen (in Lugano haben wir einige gute Möglichkeiten von Konzerte ohne Eintritt dank Sponsoring, z.B. Jazz in Piazza, Estival Jazz, Blues to Bop etc.).
Zuletzt geändert von Niederberger Jean am Sonntag 20. Januar 2008, 14:14, insgesamt 1-mal geändert.
Mit freundlichen Gruessen
ein Revox Studer Fan aus dem Tessin.

Beitrag Sonntag 20. Januar 2008, 20:51
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Hallo zusammen zu dieser interessanten Diskussion,

was mich persönlich sehr wundert ist, dass die Musikindustrie diesen Mist auch noch deutlich unterstützt. Jeder von uns kennt sicherlich Download-Portale wie "Musicload" oder andere. Ist es nicht eigentlich eine unglaubliche Frechheit, dass einem dort mp3-Dateien mit 128 Kbit/s angeboten werden und das man dafür dann auch noch Geld bezahlen muss???
Ich hatte mir ehrlich gesagt auch schon mal überlegt dort etwas runterzuladen - aber sorry - ein Mindestmaß muß für meinen Geschmack auch bei einer mp3-Datei gewährleistet sein - folglich werde ich dort und anderenorts nicht downloaden. Wenigstens eine Auswahl sollten sie einem anbieten...

Ich muss zugeben, dass ich auch einige selbst erstellte mp3 Dateien auf meinem Rechner habe. In der Regel verwende ich für CD-Kopien 320 Kbit/s, manchmal auch 196 - aber drunter eigentlich NIE! Das braucht natürlich Platz auf der Festplatte - aber das ist es mir allemal wert.

Tja und ansonsten kann ich Patrick nur zustimmen. Die "Dark Side Of The Moon" von Pink Floyd habe ich auch. Allerdings nicht als Neupressung sondern als Originale aus den 70ern - und das gleich zwei mal (weil beide Pressungen ganz anders klingen da deutsche und englische Pressung). Der Soundunterschied ist natürlich enorm - schon alleine im Vergleich zur CD. Aber über dieses Album habe ich mich ja hier schon mal in dem Musikthread ausgelassen...

Tja wir Soundverfechter sind wohl so eine art aussterbende "Rasse". Darum sollten wir umso mehr dafür tun, anderen zu vermitteln warum es sich lohnt ein Tonbandgerät zu haben, und warum es sich auf alle Fälle lohnt auch seine Schallplatten nicht auf den Flohmarkt zu tragen. :o

Gruß
Christoph

Technik ändert sich - Gefühle bleiben!

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Beitrag Montag 21. Januar 2008, 08:18
Struppi Trippel As
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@ Hallo zusammen,

cinetech ! Nicht nur B & O stellen gute Geräte heute her.
Ich muß feststellen das auch der Fa. Revox mit dem M 37 MK II, was ich darüber gelesen habe,
ein sehr guter Wurf gelungen ist. Ich bin zur Zeit dabei mich mit der neuen Materie vertraut
zu machen.
Gruß
Rolf

Beitrag Montag 21. Januar 2008, 10:07
Cinetech Benutzeravatar
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Hallo,

@ struppi
Es gibt natuerlich auch noch weitere Geraete neben dem von mir erwaehnten Hersteller B&O, das ist mir schon bewusst. Ich habe halt bei uns zu Hause einen Vergleich stehen, der jetzt zwar auch schon etwa 10 Jahre alt ist, aber diese B&O Anlage sieht immer noch total modern aus.
Obwohl sie mit Messtoenen relativ (sehr) schnell ueberfordert ist, toenen klassische Konzerte darauf ganz ordentlich :)
Leider habe ich bislang noch keine ReVox Anlage probehoeren koennen - muss ich aber mal nachholen.

@Christoph
Diese 128 kbit/s sind der Grund, warum ich nie etwas bei Musicload, Exlibris.ch und dergleichen runterlade. Es toent einfach graesslich! Das Minimum fuer Archivmaterial ist bei mir auch 192 kbit/s und jene CDs, die ich besonders mag, denen goenne ich gerne die 10 MB pro Titel, habe dann aber eine vertretbare Kompression bei 320 kbit/s.
Es grüsst Patrick
<3m0

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Beitrag Montag 21. Januar 2008, 10:10
dynavox Jungspund
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Hallo,

habe den Artikel gestern auch in der Online-Ausgabe gelesen.
Wirklich neu ist diese Erkenntnis nicht, was das ganze aber auch nicht gerade besser macht.

Nun - ein bisschen Kompression muss schon sein, keine Anlage der Welt wäre in der Lage z.B. ein Live-Konzert, sei es nun aus dem klassischen Bereich als auch ein Rockkonzert in originaler Dynamik in den heimischen Wänden adäquat wiederzugeben.

Ganz klar ist aber auch, dass wir uns bereits seit vielen Jahren in ungesunden Bereichen der Kompression befinden, durchschnittliche Rock-/Pop-/Dance- oder was auch immer für Produktionen weisen in der Regel kaum noch mehr als 6dB Dynamik auf. Das hat mit Musikalität nun leider nicht mehr viel zu tun. Verschärft wird das ganze dann noch im Rundfunk, wo dann das Material in letzter Instanz noch mal knüppeldick mit Optimot und Konsorten zum definitiven Pegelbrett vergewaltigt wird.

"Der lauteste gewinnt" (Stichwort: Werbung) hält sich hartnäckig und dürfte in absehbarer Zeit wohl auch keine Änderung erfahren. Dem MP3-Durchschnittskonsumenten kann´s nur Recht sein, der audiophile Rest wird wohl damit leben müssen?

Edwin

Beitrag Freitag 29. Oktober 2010, 20:17
snowfall Routiner
Routiner

Beiträge: 31
Hallo

Zu Hyperkompression etc. wurde eigentlich schon alles gesagt, wobei ich der Auffassung bin, einigen Stilen kann das durchaus zugute kommen. Aber nur einigen.
Heutzutage wird ja alles zu Tode gedrückt. Selbst die schönsten Rock und Pop-Balladen, kein bisschen Dynamik... da kratzt der RMS-Pegel ja schon fast an der 0 dBFS-Marke :lol:
die Refrains werden leiser, naja, ihr wisst...
Ja, wir bewegen uns musikalisch schon rückwärts, bin auch ich der Meinung. Auch schon hier erwähnt, die Monitore der Hifi-Anlagen. Keinen wirklichen Klang, Frequenzlöcher... Die Literzahlen von denen werden auch immer kleiner.
Und diese MP3-Geschichte verstehe ich ja nun gar nicht mehr.
Vor 15Jahren, als die Festenplatten noch klein waren. Vollstes Verständnis. Aber heutzutage, wo man von Terabyte redet. MP3? :?
Aber so ist es halt...

Liebe Grüße

Beitrag Sonntag 31. Oktober 2010, 11:10
dago Haudegen
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Beiträge: 256
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Niederberger Jean hat geschrieben:
ciao Patrick,
das ist auch meine Erfahrung mit vielen digitalen Produktionen, es gibt aber auch sehr gute, sind aber leider sehr schwer zu finden und sind oft preislich an der oberen Grenze. Ich geniesse ab und zu eine Jazz Vinyl Platte, z.B. der Marke Jeton u.A. und das klingt einfach besser. Ich besitze auch einige DVD Audio 24 bit/96 Khz (z.B. Miles Davis TUTU) von sehr hoher Qualität.
Ich glaube dass unser Hörvermögen durch hoch komprimierte Music schon sehr verfälscht ist, und den besten Hörvergleich kann man nur mit guten Live Konzerte machen (in Lugano haben wir einige gute Möglichkeiten von Konzerte ohne Eintritt dank Sponsoring, z.B. Jazz in Piazza, Estival Jazz, Blues to Bop etc.).


Hallo zusammen,

ich denke, wenn die Aufnahmen von Leuten gemacht werden, welche die analoge Welt noch kennen, werden diese oft besser.
Erfahrung ist durch nichst zu ersetzen.

Grüße
Rainer

Beitrag Sonntag 31. Oktober 2010, 13:10
snowfall Routiner
Routiner

Beiträge: 31
Das denke ich auch, da sich folglich diese Leute mit der Tonstudiotechnik ja auch schon jahrelang beschäftigten,
deshalb auch viel Erfahrung demzufolge besitzen, was zu großartigen Produktionen führt.
Ich selber habe leider noch nicht diesen großen Erfahrungsschatz, aber ich könnte mir vorstellen, dass ein digitales Abmischen die Resultate im Gegensatz zu analog nicht unbedingt verschlechtert, kann mich da natürlich aber auch irren, wie schon gesagt, habe ich leider noch nicht, im Gegensatz zu anderen hier im Forum, so viel Erfahrungsschatz.
Ich muss aber sagen, dass beispielsweise gute digitale Kompressoren auch sehr effizient in die Dynamik eingreifen.
Stelle bei mir sogar fest, das mein analoger jetzt nicht unbedingt besser klingt vom Klang, er klingt halt anders, subjektiv für mich vielleicht sogar besser, okay. Neutral gesehen aber wiederum nicht. Das gleiche gilt meines Erachtens für das analoge Summieren, auch so eine Sache, ob nicht nur die Klangfärbung, den Leuten vorgaukelt, jetzt klingts anders --> also besser, aber da möchte ich mich jetzt auch nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen. Röhrensound, das muss ich sagen, das klingt für mich viel besser und mit Bandmaschinen kenne ich mich überhaupt nicht aus.
alles andere klingt für mich jetzt nur anders!
Diese "Anders" aber wiederum ist wahrscheinlich, so denke ich, für die subjektive Wahl entscheidend.
Aber es kommt letztendlich mehr auf die Spuren an, wie ich finde, weniger auf das Outboard beim Mischen.
Von der Arbeitsweise her, bleibt es ja auch fast das gleiche, ob ich analog oder digital mische. Beispielsweise bitte nirgendwo übersteuern. Ich muss sogar sagen, das es in dem Punkt digital sogar etwas schwieriger ist, penibel darauf zu achten, dass nichts klippt. Das Routen wiederum ist analog bisschen aufwendiger, macht dafür aber m.E. auch viel mehr Spaß.
Wie dem auch sei. Ich bin der Meinung, bei digitalem Werkzeug bleibt der Klang neutraler, was auch nicht unbedingt verkehrt sein muss, Frequenzen trennen und Dynamik bearbeiten geht doch auch so, da der Eigenklang der Spuren für mich das Wesentliche ausmacht und ich genau dort schleifen und hobeln muss, dass alles zueinander passt und miteinander harmoniert.
Ein besser oder schlechter zwischen digital und analog ist m.E. aber nicht so auszumachen.

Was mich beim kompletten digitalen Abmischen im Rechner halt stört, ist, dass man sich vorkommt, wie in einem Sekeretariat zu arbeiten. Ich möchte doch gerne auch mal an die Patchbay, Beziehungsweise gleich alles anfassen, wenn ich´s brauche. Das stört mich sogar auch an meiner Tascamkonsole.
Ein gutes Gefühl in nem schönen Studio zu sitzen, gibt mir halt mehr Kreativität. ;-)
Ich sehe es somit auch so, das im eigentlichen digitale Produktionen sehr wohl spitze sein können, wenn nur die Erfahrung da ist.


Wenn jemand das nicht so sieht, kann mich ja auch irren...
Kritik erwünscht. ;-)

Beitrag Montag 31. Januar 2011, 13:02
cavemaen Benutzeravatar
Lebende Forenlegende
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Wohnort: 34582 Borken / Hessen
Habe selbst Orchesteraufnahmen mit Neumann Mikrofonen aufgenommen und ordentliche Dynamik erzielt.

Spätestens beim CD-Mastering wird alles wieder versaut (seufz)!

Leider möchte jeder seine Aufnahmen laut haben und benutzt die verdammten Kompresser. Beim Senden werden nochmal die Dinger eingesetzt, so dass alles pumpt und nur noch plärrt!

Deutlich wird das beim Fernsehen privater Sender; sobald Werbung kommt, isses doppelt so laut!

Kein Wunder, dass heutige Kids lieber mp3 downloaden als CDs kaufen, die hören keinen Unterschied.

Früher hatte König Kunde die Wahl; Single, Maxisingle oder Album.

Holland ging noch weiter:

Eine Pressmatritze schaffte bis zu 1.000 Sigles zu pressen (LPs nur 500). Die danach gepressten wurden billiger verkauft und die über 2.000 Stück der bereits verbrauchten Matrize nochmal biller, also dem mp3 entsprechend.

Da aber bekanntlich Geld zu haben noch durstiger macht, erfand man die viel billigere Digitaltechnik mit Herstellungspreisen ab 0,13DM je CD und war sauer darüber, dass der ehemals König Kunde plötzlich verlustfrei kopieren konnte, ja sowas hatte aber auch wieder niemand gewollt und erfand den Kopierschutz.
Der ging wieder so weit, dass billige CD-Player erst gar nicht abspielten und ganze Lieferungen zurück zum Absender gingen und der Markt einbrach, so was aber auch...

Leute mit Geld und guten Ohren besorgten sich gute Technik und holten sich Tipps für hochwertigen "input".

Jetzt besann man sich auf die gute alte Analogtechnik, für deren "Bedienung" im Studio man früher mehrere Jahre Grundlagen studieren konnte, um alles mögliche aus Technik und Instrumenten heraus zu holen, Kompressoren waren oft tabu und nur auf ein Soloinstrument oder Stimme zum geringen Teil im Einsatz begrenzt, in der Summe aber nie.

Leider sind rund 95% aller heutigen Aufnahmen grottenschlecht, die restlichen 5% bestehen aus Jazz und E-Musik.

Mein Tipp:

stellt Euch mal vor ein Orchester neben den Derigent (ist bei Proben auf Anfrage oft möglich) und lasst der Orchesterkörper auf Euch wirken; das gibt Gänsehaut!

Oder schaut einer guten Band bei der Probe zu, achtet auf Akustikgitarre, Hammondorgel ect. und vergleicht das mit dem, was Euch im Supermarkt für Müll angeboten wird!

Diesen feinen Unterschied haben Firmen wie Studer-Revox, Telefunken und andere groß werden lassen. Nun aber werden gerade diese von der Konkurrenz aufgekauft, platt gemacht, Patente geklaut, Innovation mit Füßen getreten und die Entwickler mit Füßen traktiert.

Wir als Kunden aber haben es in der Hand, welche Produkte wir kaufen und welche Preise wir für bestimmte Produkte akzeptieren!

Da hilft es wenig, dass man uns jetzt für selektierte Nachrichten & Werbung eine Zwangsgebühr auferlegen wird, die DDR hat es gezeigt...

Rudy

Beitrag Dienstag 24. Mai 2011, 21:19
snowfall Routiner
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Beiträge: 31
cavemaen hat geschrieben:
Leider möchte jeder seine Aufnahmen laut haben und benutzt die verdammten Kompresser. Beim Senden werden nochmal die Dinger eingesetzt, so dass alles pumpt und nur noch plärrt!

Deutlich wird das beim Fernsehen privater Sender; sobald Werbung kommt, isses doppelt so laut!

Aber liegt das evtl. nicht auch noch zusätzlich damit zusammen, dass bei Spielfilmen zum einen Headroom gelassen wird, während Werbung voll ausgesteuert wird? Sicher, auf die Werbung wird bestimmt schön Kompression und Brickwall angesetzt, die die Sache zusätzlich um einiges druckvoller, als auch lauter machen... Und beim Senden liegt dann, wie beim Radio, bestimmt auch noch mal was an... keine Ahnung
Kenn mich damit nicht wirklich aus, aber das mit dem Headroom bei Spielfilmen hab ich mal irgendwo her vernommen. Und das käme dann noch mit dazu. Kann mich da aber täuschen... (auf alle Fälle ist Werbung furchtbar) :lol:

Beitrag Mittwoch 25. Mai 2011, 09:29
gogosch Doppel As
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Interessante Diskussion!
Trotzdem bin ich froh, dass es die Digitaltechnik gibt. Nur, man muss sie ja nicht zum verhunzen der Aufnahmen ausreizen, so wie es die MI heute macht.
Rauschfreiheit, Dynamik und keine Höhenverluste sind für mich die Higlights der Digitaltechnik.
Wenn ich mir das Grundrauschen einer B67 mit ~ -60db so anschaue ..... :lol:
Besitze 2xB67, 1xPR99, 1xB77 dolby, 1xAKAI GX636 und einige A77 - und alle haben eines gemeinsam: Sie rauschen wie ein Wasserfall, im Vergleich zum SONY DAT DTC2000ES oder PC-Soundkarte (ASUS).
Verwende diese analogen Geräte nur mehr zum Abspielen bzw Digitalisieren von vorhandenem Bandmaterial.
Neuaufnahmen werden nur mehr digital abgelegt. Das Handling, Bearbeitung und Archivierung ist am PC wesentlich komfortabler.
Zudem lassen sich Störungen (z.B. Knackser) mittels grafischem Editor sauber beheben.
Ich für meinen Teil möchte nicht mehr tauschen.
LG
Hartmut

Beitrag Mittwoch 25. Mai 2011, 12:12
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Wohnort: 34582 Borken / Hessen
Hmm, wenn die so stark Rauschen, dann sollten die Maschinen mal entmagnetisiert und neu eingemessen werden.

Rudy

Beitrag Mittwoch 25. Mai 2011, 12:55
snowfall Routiner
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Beiträge: 31
gogosch hat geschrieben:
Rauschfreiheit, Dynamik und keine Höhenverluste sind für mich die Higlights der Digitaltechnik.

Mit 24 Bit ist man gut weg vom Rauschen.
Ob man 96khz im Gegenzug braucht, bleibt fraglich. 44.1 reichen mir völlig, höre da keine Unterschiede. ;-)

gogosch hat geschrieben:
Das Handling, Bearbeitung und Archivierung ist am PC wesentlich komfortabler.

Denke ich zwar auch.
Aber irgendwie ist eine Bandmaschine trotzdem großartig.
Ich hab leider nie eine besessen.
Aber irgendwann will ich mir auch eine holen. Irgendwann und wenn mal Platz ist. :lol:
So lange hol ich mir hier ma Input. :lol:
Ich find sowas faszinierend. ;-)

Beitrag Mittwoch 25. Mai 2011, 15:19
gogosch Doppel As
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Beiträge: 79
cavemaen hat geschrieben:
Hmm, wenn die so stark Rauschen, dann sollten die Maschinen mal entmagnetisiert und neu eingemessen werden.

Rudy

Nö!
Das ist das "Gerätegrundrauschen im Standby-Betrieb" bzw Ruhegeräusch.
Hört man ganz deutlich wenn man den Lautstärkeregler am Endverstärker aufzieht.
Man braucht auf der B77/A77 nur mal "Wiedergabe" drücken, bzw. "gedrückt halten", wenn kein Band eingelegt ist.
Bei der B67 ist der Wiedergabeverstärker sowieso immer durchgeschalten.
Viel mehr als -55db unbewertet sind nicht drin. Egal welches Gerät. Und diese -55db hört man sehr wohl, wenn man etwas lauter aufdreht.
Wenn man den Eingang am Verstärker wechselst bzw. die Strippen abzieht ist völlige Ruhe.
Somit scheidet der Verstärker (SONY TA777ES) als Übeltäter aus.
Bei Phonowiedergabe ist es noch schlimmer: nur -45db. Wobei dann der Großteil der Störungen aus Frequenzen unter 15Hz besteht.
Da lobe ich mit meine digitalen Signalquellen!
LG
H.

Beitrag Mittwoch 25. Mai 2011, 19:23
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A721 hat geschrieben:
Hallo Forum,

im Feuillton der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung findet sich auf Seite 13 ein lesenswerter Artikel "Was nicht knallt, hat keine Chance" von Jens-Chistian Rabe.

Der Autor befasst sich mit der Veränderung, besser der Verarmung dessen, was man hört und hören kann. Eingangs wird ein Bericht des amerikanischen Musikmagazins Rolling Stone mit der Überschrift bemüht: "Der Tod von High-Fidelity - Im mp3-Zeitalter ist die Tonqualität schlechter als je zuvor".

Bob Dylan wird zitiert mit der Aussage, dass moderne Produktionen grauenhaft klingen würden, da sie nur noch aus Sound bestünden. Erhebliche Dynamikverluste werden erwähnt, die Aufnahme resp. Platte sei zu Tode komprimiert bis hin zur Unfähigkeit der Verantwortlichen, denen jegliche technische Kompentenz fehlen würde.

Interessant auch die Aussage von Produzenten oder Tonmeistern, dass man sich höchste klangliche Qualitätsansprüche vielleicht nur noch im Jazz erlauben könne, im Pop zwinge der Markt zur Soundkonformität. In der klassischen Musik sei das Problem der Dynamikmanipulation noch nicht annähernd so virulent, wie im Pop und Jazz.

Ein lesenswerter Artikel, nicht nur für die Liebhaber und Genießer wirklich guter Musikwiedergabe.


Hallo Bernd

Ist es Dir möglich für einen Ösi den Artikel ein zu scannen und zu mailen?
Diese Zeitung habe ich klarer weise nicht zur Verfügung.

L.G. KOnrado

Beitrag Donnerstag 26. Mai 2011, 09:15
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Grüße Euch!

Wenn die Revox rauscht, führe doch mal folgenden Test durch:

Wenn sie gerade in Wiedergabe rauscht, schließe mal den Tonkopf kurz.

Ist das Rauschen weg, ist der Kopf zu stark aufmagnetisiert, rauscht es dennoch, ist der Wiedergabe-Entzerrvorverstärker reparaturbedürftig!

Dann wurde wohl beim schnellen Umspulen das Band an die Tonköpfe geführt und dadurch sehr hohe Spannungen erzeugt, welche die erste Stufe der Verstärkerchen zerstört haben...!

Allen & Heath - Mischpulte aus England waren auch dafür bekannt, dass die nach 'ner Rückkopplung rauschten.

Hau rein,

Rudy

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