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Die Kraft der Kurbel Teil II: Maihak MMK 6

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Moderator: Administratoren


Beitrag Samstag 23. Mai 2015, 15:37
revfan Lebende Forenlegende
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Hallo,

nachdem ich kürzlich ein "kleines" Reportophon Maihak MMK 3 von Anfang der 50-er vorgestellt habe, möchte ich Euch heute seine "große Schwester" vorstellen, ein Maihak MMK 6.

Im letzten Beitrag war das Gerät schon kurz angesprochen worden. Es kam 1958 auf den Markt und ist laut Herrn Schellin im bereits erwähnten Buch (Titel Feder-Tonbandgeräte) "der uneingeschränkte Höhepunkt in der Entwicklung professioneller Magnettonbandgeräte mit Federwerkantrieb bei der Maihak AG wie auch weltweit".

Es kostete 1958 nach der selben Quelle 3600 Mark. Das entspricht nach einer einschlägigen Kaufkrafttabelle heute ca 8.000 EUR.

resized_SAM_3416.jpg


revfan
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Im nachfolgenden Bild sieht man beide Geräte zum Größenvergleich., vorne das MMK3 hinten das MMK6

resized_SAM_3413.JPG



Es stand bei mir schon ein Weilchen defekt im Keller. Die Mechanik lief wie wohl üblich bei diesen panzerartig aufgebauten Geräten noch, es machte aber keinen Mucks mehr. :o.

Die Anschaffung des MMK 3 gab mir den nötigen Tritt in den H..... um mich mal endlich an die Reparatur zu machen.

Das zog sich ein Weilchen hin und ich wechselte sinnlos einen Haufen an sich noch funktionierender Elkos (ist dafür jetzt im Wiedergabezweig fast völlig "recaped" - das soll ja immer ganz toll sein), bis ich darauf kam, dass ein Zwischenübertrager durch war. Hier der Übeltäter (Ü 5):

resized_SAM_3440.JPG


Durch reinen Zufall passte einer der drei in meinem Besitz befindlichen alten Zwischenübertrager elektrisch und mit etwas Bastelei auch mechanisch. Was für ein Dusel :D :D :D

Wer kommt denn auf so etwas ?

Eigentlich jeder, der mal Maihak MMK 6 und "Übertrager" googelt. Im Internet finden sich zwei gleichlautende Schilderungen, offenbar ein Serienfehler. Nachher ist man immer schlauer oll:


revfan
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Zuletzt geändert von revfan am Samstag 23. Mai 2015, 16:38, insgesamt 2-mal geändert.

revfan Lebende Forenlegende
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Jetzt läuft das Gerät wieder, auch Aufnahme funktioniert erstaunlich gut. Lediglich einer der beiden Mikrofoneingänge mag nicht, da dort der Eingangsübertrager durch ist.

Das Gerät hat aber glücklicherweise zwei Eingänge, die man mischen kann (wie bei der Nagra 4.2) und der wichtigere Eingang 2 , den man dank Abschwächer auch als Line- Eingang nutzen kann läuft einwandfrei.

resized_SAM_3425.JPG



Ich darf an dieser Stelle auf meine Suche nach einem Mikrofoneingangsübertrager mit 200 Ohm Eingangsimpedanz, 1:3; und Zentralbefestigung (das Original trägt die Bezeichnung Beyer TR 45 1.3) hinweisen.

Mehr bei Interesse demnächst

revfan
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Hmm, da kann nur ein Drahtbruch vorliegen...

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Hallo,

das Thema "kein Durchgang", also wohl Kabelbruch, kenne ich von U70 (Lichtanzeiger Verstärker TAB), und das gleich 2x innerhalb eines Jahres an zwei unterschiedlichen Geräten. Ein paar Monate Pause und keineerlei mechanische Beanspruchungen (Stöße zum Beispiel) und schon wars passiert.
Gott sei Dank waren primärseitig zwei in Reihe geschaltete Wicklungen vorhanden. Jeweils eine war unterbrochen.. Ich habe diese dann einfach gedrückt.
Natürlich musste ich anschließend die Empfindlichkeit korrigieren. Da es durch diese Maßnahme zu einem höheren Übersetzungsverhältnis kam , Eingang somit empfindlicher, genügte eine Dämpfung. Was immer besser ist als umgekehrt.
Die geänderte Impedanz hat übrigens keine Probleme gemacht...
Nachdem dem Zweiten das gleiche Schiksal ereilte sind jetzt die Verhältnisse sogar wieder identisch :-)

Vielleicht hast Du auch eine solche Konstellation und kannst auch entsprechend vorgehen!?

Gruß

JR

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"Gebrückt" soll es natürlich heißen. Schritt Korrekturprogramm...

JR

revfan Lebende Forenlegende
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Hallo,

danke für den Tipp. Hier aber leider nicht. Das ist ein Übertrager mit nur zwei Wicklungen. Aber wie schon geschrieben, der zweite Eingang funktioniert noch und ermöglicht somit den Betrieb.

Die MMK 6 ist ein Transistorgerät (Germanium, bei meinem OC 604 Typen, laut Schaltplan - später - aber AC Typen ). Das erleichtert die Stromversorgung natürlich erheblich.

Es benötigt 9 Volt aus 6 Monozellen in einer speziellen Kassette, die unten am Gerät zugänglich ist

resized_SAM_3436.JPG


Ich habe mir vorerst mal mit einer 9 Volt Blockbatterie beholfen. Das Gerät zieht nur ca 70 mA, so dass das auch eine Weile lang geht.


Hier übrigens ein Bild mit dem Deckel, in dem die Kurbel, zwei übliche 13 cm Spulen wie bei Uher, Nagra usw und der bei mir nicht mehr vorhandene stethoskopartige Kopfhörer Platz finden.

resized_SAM_3427.JPG



revfan
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So Ihr zwei beide...

Arno, ich habe einen neuen Übertrager gefunden, geht am Dienstag in die Post!

JR (Ewing?),

im Drehspulwerk der alten Lichtzeiger sind zwei winzige Magnetchen aufgeklebt. Der Kleber ist nach den Jahren mumifiziert und bei geringem Stoß (oder Postwurfsendung) sind die ab - oder zumindest einer.

Ankleben bringt gar nichts, da die hundertstel Gramm des halben Tropfen Klebers ausreichen, um das Messwerk irgendwo auf einer Seite hängen zu lassen (Schlaganfall).

In meinem Funke W19s Röhrenprüfkoffer habe ich auch das Problem; Messwerk im Eimer und niemand rückt 1 raus.

Jetzt hilft nur, das def. Messwerk unter Beibehaltung der Vorwiderstände und Abgleichspulchen etwas digitales statt dem Zappler einzubauen (schätze mal 100mA).

Old School ist das eben...

Rudy

(Bild: hinter dem Fensterchen sitz der durch das Drehspulwerk angetriebene Spiegel, welcher das Licht über die Linse zum Strich gebündelt auf die Skala projeziert)
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So sieht ein Lichtzeiger (Mono) innen aus:
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Hier zur Info mal ein Stereo-Lichtzeiger, damals auch bekannt als Brikett.

Zum Betrieb der Lichtzeiger J45, J47, J745 ect., wird ein Logarythmierverstärker Typ U70, U71 (U270, 370 ect.) benötigt.

Zur Beleuchtung dient eine 21W KFZ-Lampe, welche angenehme Temperaturen im Gehäuse erzeugte - fiel aber bei der Röhrentechnik kaum auf...
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Wer sich für die alte Studiotechnik interessiert, kann sich die Seiten vom ARD Braunbuch direkt beim IRT
(Institut für Rundfunktechnik) herunterladen:

https://www.irt.de/IRT/publikationen/br ... ichnis.pdf

https://www.irt.de/IRT/publikationen/braunbuch.htm

revfan Lebende Forenlegende
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Hallo,

Vielen Dank für den Übertrager Rudy !

Übrigens erhielt das Maihak MMK3 (das kleine) auch noch eine Braunbuchbezeichnung: R 86


@ Christoph: Könnte man aus Rudys Beitrag nicht ein eigenes Thema machen ?

Ich könnte mir vorstellen, dass die Lichtzeiger viele Leute interessieren und als Beiträge in diesem Thema findet die kein Mensch :-)


revfan

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Weiter geht es mit dem MMK 6.

Das Gerät hat Pilotton, einen Löschkopf und getrennte Aufnahme- und Wiedergabeköpfe.

resized_SAM_3428.JPG


Schön sieht man hier den Pilottonkopf mit seinem kurzen, zur Tonspur um 90 Grad gedrehten Spalt.
.
Die Bezeichnung "magnetische Perforation", die hier kürzlich Thema war, wird so anschaulich. Der Pilotton macht quasi "Löcher" in die Vollspur-Tonspur.

Hinterbandkontrolle ist nicht nur möglich, sondern bei Aufnahme obligatorisch.

resized_SAM_3421.JPG


Der Betriebsartenschalter erlaubt bei "Aufn." nur Hinterbandkontrolle, bei "Prb." hört man den Eingang, das Gerät läuft aber nicht.

Bei "Wdg."I kann das Band von Hand bewegt werden (editieren), "Wdg.II" ist die normale Wiedergabe

Auch hier gibt es eine Stroboskop Scheibe, wobei die Geschwindigkeit von Außen mittels einer silberfarbenen Schraube (zu sehen auf dem ersten Bild oben, rechts neben der rechten Spule und unter dem Schild Tonausgang), die auf den Fliehkraftregler wirkt, reguliert werden kann.

revfan
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hugohabicht Lebende Forenlegende
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revfan hat geschrieben:
Der Pilotton macht quasi "Löcher" in die Vollspur-Tonspur.

Na das ist ja ein Ding :lol: !
Käm' bei mir nicht in die Tüte. Löcher im Band.... ts..ts..

@Rudy: was hat denn ein Lichtzeiger mit einer Maihak MMK6 zu tun?

revfan Lebende Forenlegende
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Hallo Hagen,

bitte etwas mehr Phantasie im Forum :lol: :lol: ;-)

Wenn man nach einem anschaulichen Bild sucht, passt das doch eigentlich ganz gut. Du hast erst die Vollspuraufnahme auf dem Band und dann werden in der Bandmitte die ca 50 Hz Pilotton in Längsrichung "hineingehauen".

Für Filmleute, die mit perforiertem Film und Magnetband zu arbeiten gewohnt waren, war die "magnetische Perforation" doch ein guter Marketingspruch um die vor mehr als einem halben Jahrhundert innovative Technik anschaulich an den Mann/ die Firma zu bringen.

revfan

P.S.: Ich probiere das jetzt mal mit einem Bürolocher.......... :lol: :lol: :lol:

hugohabicht Lebende Forenlegende
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Da kann ich Dir nur diesen empfehlen: http://www.ebay.de/itm/330922924843 Beste Qualität. (ist echt geschenkt weggegangen). Du solltest allerdings mindestens 1/2" Band nehmen, besser 1" oder 2", sonst wird das zu schwach und kann bei Studiogeräten reißen (Kerbwirkung beachten!). Für das Kurbelteil gehts wohl auch mit 1/4" Band.

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Es hat gekracht, es hat gestunken, das Maihak-Teil hat ja Köpfe von Telefunken!

Gute Idee, würde gerne das gesamte alte Studio-Geraffel einzeln hier vorstellen mit Braunbuchbeschreibung und Schaltplänen.

Habe fast alle Prospekte gescannt (in PDF), auch die von Eckmiller, Neumann und Telefunken.

Wäre schade, wenn nach meinem Ableben die Festplatten mit den Inhalten in Afrika geschreddert würden...

Bricksounder Haudegen
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cavemaen hat geschrieben:
[b]

Wäre schade, wenn nach meinem Ableben die Festplatten mit den Inhalten in Afrika geschreddert würden...


halb so wild Rudy, mach Dir keine Sorgen um Afrika, vieles wird heutzutage in Indien oder China geschredert ...

aber nun im Ernst: ein fettes BEGEISTERT :D :D :D ,
über alles was hier so zu Tage gefördert wird

- warum es immer wieder so wild durcheinander sein muß, fragt sich nicht nur der Hagen :lol:

DANKE an Arno für den ausfühlichen Bericht

schönen Restsonntag allerseits
Ralf

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Das war das Thema Kabelbruch. Da fiel mir ein, dass es das Problem früher schon öfter gab, besonders bei Drehspulmesswerken.

Wie vermutet kennen viele die alte Studiotechnik nicht und anhand der Besucherzahlen gab ich als Motivation öfter hier im Forum zu schauen, Bilder mit auf die Seite.

Schönen Feiertag noch!

Rudy

hugohabicht Lebende Forenlegende
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Bricksounder hat geschrieben:
- warum es immer wieder so wild durcheinander sein muß, fragt sich nicht nur der Hagen :lol:

Ja, die meisten Beiträge entgleisen hier. Bin ja selber nicht so ganz unschuldig :lol: .

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