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Telcom c4 ausreizen

Technische Informationen und Diskussionen rund um Rauschunterdrückungssysteme verschiedener Hersteller (Telcom, Dolby, etc.).

Moderator: Administratoren


Beitrag Freitag 6. Mai 2011, 19:12
revfan Lebende Forenlegende
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Beiträge: 670
Nachdem mein C4 nun eingeschaltet werden kann (siehe vorheriges Thema), nun eine laienhafte Anschlussfrage zur dessen Funktion.

Mir ist klar, dass ich über 2 Kanäle aufnehmen und 2 andere abspielen muss, um das Bandrauschen zu minimieren.Was muss ich aber machen, um den Dynamikgewinn des C4 (angeblich 30 dB) voll auszuloten? Aussteuern bis sich der Zeiger verbiegt bzw die LED´s des parallelen Peakmeters durchbrennen ? Gibt es irgendwelche Tricks und Erfahrungswerte alter Profis?

Die angeschlossene PR99 ist vollständig nach Servicemanual eingestellt,die LEDs leuchten also bei +6dB bei 1,55V am nicht symmetrischen Monitorausgang auf . Die Spannung an den symmetrischen Ausgängen ist dann wohl entsprechend höher. Ggf allerdings ungern würde ich auch auf meine A807 umstöpseln. Bandmaterial, das Bandgerät selbst usw soll hier außer Betracht bleiben (ich weiß, das hängt alles zusammen). Mir geht es aber allein um den Unterschied mit C4/ohne C4 bei gleicher Konfiguration im Übrigen.

Ich habe hier gerade eine SACD legen (Igitt digital !! aber die Musik gibt es nicht auf Platte und das verwendete Mischpult war wenigstens ein umgebautes Studer 962). Diese rühmt sich nach Beiheft mit über 120 dB möglicher Dynamik und die eingespielte Orgelmusik reizt die Möglichkeiten einer wirklich großen Kirchenorgel voll aus. SACD Gerät ist auch vorhanden. Damit würde ich gerne mal das C4 testen.

MfG

P.S.: Bevor jemand mit irgendwelchem Unsinn zum Urheberrecht, Sicherungskopie usw kommt: das ist eine völlig legale Privatkopie zu eigenen Zwecken ohne Umgehung von effektiven Kopierschutzmechanismen.

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Beitrag Freitag 6. Mai 2011, 22:55
dago Haudegen
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Das Telcom C4 ist ja bekanntlich ein Kompandersystem.

D.h. es komprimiert das Eingangssignal und expandiert das Ausgangssignal.

Folglich kannst du deine Maschine (bei Studionorm) bis etwa +6dB aussteuern. Das Telcom ist ja bekanntlich vorgeschaltet, bedeutet, dass du vorne +12dB reingibst ( wenn wir von einer Kompression von 2:1 ausgehen), auf dem Band aber nur +6dB aufgezeichnet werden müssen. Beim abspielen werden dann wieder in umgekehrter Reihenfolge aus +6dB Bandpegel +12 dB Wiedergabepegel. Das Telcom macht das dann noch über verschiedene Bänder unterschiedlich, darauf will ich jetzt aber überhaupt nicht eingehen.

Die eigentliche Kompression liegt bei 1:1,5

Hier wurde das schon einmal genauer erklärt.
http://forum.studerundrevox.de/viewtopic.php?f=11&t=1060&p=4495&hilit=Telcom+C4#p4495

Grüße
Rainer

Beitrag Freitag 6. Mai 2011, 23:55
revfan Lebende Forenlegende
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Vielen Dank Rainer für die auf das für mich wirklich Wesentliche "komprimierte" Antwort. Ich werde am Wochende mal ein paar Versuchsaufnahmen mit dem telcom machen.

Schade ist halt nur, das man die Aufnahmen wegwerfen muss, wenn man kein funktionierendes telcom mehr hat. Die Einschübe halten sicher auch nicht ewig und reparieren oder gar einstellen wird so etwas wohl kaum noch jemand können.

MfG

Beitrag Samstag 7. Mai 2011, 15:01
cavemaen Benutzeravatar
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Erst das Signal in den Telcom C4 oder Dolby stecken, dann vom Kompander zur Maschine.

Den Ausgang der Maschine wieder zum Kompander, dann erst vom Kompanderausgang zum Mischpult, Verstärker o.a.

Man kann auch ohne Aufnahmefunktion nur den Wiedergabepegel (from Record) in dem Kompander schicken und nur die Dynamikerhöhung bei Wiedergabe nutzen, ohne dass das Band vorher komprimiert wurde.

Meinen Aufnahmen reicht das, denn wer macht Liveaufnahmen von Orchestern und bräuchte den kompletten Signalstrang?

Aber geil klingt das allemal !!

Ich lege mir noch ein paar Kanäle der Telcoms auf Lager...

Rudy

Beitrag Samstag 7. Mai 2011, 15:04
cavemaen Benutzeravatar
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Werde nach dem 11. Mai wieder zu Hause sein und kann von Telcom C4 und dem kompatibelen Dolby A auf Wunsch Unterlagen als PDF über meine eMail bei der T-Bande verschicken.

Rudy

Beitrag Samstag 7. Mai 2011, 18:37
revfan Lebende Forenlegende
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Das wäre echt SUPER !!

MfG

Beitrag Donnerstag 12. Mai 2011, 20:07
revfan Lebende Forenlegende
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Hat eigentlich bei Verwendung von Telcom, Dolby SR oder ähnlichen Systemen die Bandgeschwindigkeit irgendwelche Auswirkungen auf die prinzipielle Funktion dieser Systeme ?

Die Bedeutung der Bandgeschwindigkeit an sich ist offensichtlich. Mir geht es nur um die Funktion der Systeme in Abhängigkeit von der Bandgeschwindigkeit oder anders ausgedrückt: Funktionieren diese bei 9,5 anders als bei 38 cm/sec ? Verzerren sie etwa bei 9,5 nicht aber bei 38 cm/sec ?

An sich läge es nahe, telcom oder Dolby A/SR gerade bei niedrigen Geschwindigkeiten, bei denen z. B. das Bandrauschen deutlich stärker und die Dynamik niedriger ist, einzusetzen, wenn sie dafür auch sicherlich nicht gedacht waren - zum Beispiel um 2, 5 Std Oper am Stück aufzunehmen. Bei den noch langsamer laufenden Kassettenrekordern hat man Dolby B/C/S ja gerne eingebaut. Revox hat bekanntlich auch bei der A77 und B77 Dolby B Versionen gegen hohen Aufpreis angeboten (habe einmal bei der Reparatur einer solchen Karte für eine A77 jämmerlich versagt und dann entnervt einfach eine ersteigert).

MfG

Beitrag Donnerstag 12. Mai 2011, 21:53
dago Haudegen
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Grundsätzlich funktionieren die Systeme bei allen Geschwindigkeiten gleich.

Grüße
Rainer

Beitrag Freitag 13. Mai 2011, 10:52
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Dolby B, Dolby C, Highcom, DBX und anderes Zeug für Semi's ist nicht kompatibel mit Dolby A und Telcom C4 !

Grundsätzlich ist Telcom C4 nur für 38cm ausgelegt und es gibt dafür auch nur ein Vorspannband: Rot-Weiß-Schwarz.

Die Buchsenbeschriftung lässt keinen Zweifel mit dem Anschluß und der Funktion zu.

Daher nochmal:

Vom Mischpult / Mikrofonvorverstärker zuerst ins Telcom, dann zum "Record-Eingang" der Maschine.

Wiedergabe: von der Maschine (from Record) wieder zum Telcom, dann am Ausgang (Monitor) zum Mischpult oder Verstärker.

Man kann den "Tone" zuschalten, um jeden Techniker des Bandes, welchem der o.g. Vorspann nichts sagt, das "Getüdel" vom Telcom mit dessen Pegel zu sagen; Bub - hier wurde mit Telcom C4 aufgenommen!

Aber es gibt auch digitalisierte Leute, welche mit einem nach ARD-Norm abgeklebtes Band nichts anfangen konnten und statt dessen die Rückseite abspielen und alles dumpf auf CD spielen (ist mit tatsächlich passiert)!!

Rudy
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Beitrag Freitag 13. Mai 2011, 13:18
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Habe gerade mal nachgesehen und dabei festgestellt, dass ich über Telcom C4 allein 6 Ordner mit 62 Dateien habe, aufgegliedert in Prospekte und Schaltpläne der Typen C4DM, C4e und C4ESF (Mehrspur) incl. Fotos.

Bitte Wünsche angeben und genau die gesuchten Unterlagen angeben, oder 5,-€* für eine PDF-CD an mich einsenden.

Für'n Zwanziger* biete ich je Telefunken Studiobandmaschine ein Werkstattbuch an, Rabatt bei mehreren.

(*nur für Forenmitglieder!)

Verfügbar ist:

M10 mit V86 / V87
M10A mit V396 / V397 (identisch mit M5c und M15)
M15 mit V396 / V397
M15A alle Serien, überlappend alle Bände
M15A Mehrspur

und einige M5, T9 und Ludwig Jahnke-Elektronik aus Vollmer 236 und Vollmerino 2002.

Rudy
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Beitrag Freitag 13. Mai 2011, 18:15
dago Haudegen
Haudegen

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Hallo Rudy,

sind da die Telcom C4 ANT mit dabei ? ( 1HE schwarzes Gehäuse )

Oder die beige farbenen ?


Grüße
Rainer

Beitrag Freitag 13. Mai 2011, 21:14
revfan Lebende Forenlegende
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Frage mal an alle,

wo bekommt man heute noch das "stilechte" rot-weiß-schwarze Vorspannband ?

habe schon mal bei Herrn/Tonstudiobedarf Bluthard nachgefragt, der hatte aber keins mehr.

MfG

Beitrag Samstag 14. Mai 2011, 11:36
dago Haudegen
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Beitrag Samstag 14. Mai 2011, 12:35
cavemaen Benutzeravatar
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Stimmt, das rot-weiße für 38cm bekommt man noch, auch das blau-weiße für 19cm.

Trennstellen werden mit gelb gekennzeichnet.

Im HiFi-Bereich war grün am Bandanfang, am Ende in rot geklebt.

Graues Vorspannband hat man in den 50er Jahren für 76cm genommen.

Rainer zu Dir:

Meine Datensätze zu Telcom C4 beinhalten die Prospekte und Schaltplänen, nicht aber die "Werkstatt-Geheimnisse" wie Messpunkte und Reparaturanleitungen wie bei Studer üblich!

Umfangreicher ist die Telcom C4 ESP-Version aus der Mehrspurtechnik, die auch in der Quattroversion häufig angeboten wird.

Die älteren Einschübe sind voll diskret aufgebaut, die neueren ANT-Einschübe schon mit ICs und somit kompakter und ähnlich wie die C4e.

Alles was ich bekommen konnte füge ich mit Bildern in 62 Dateien ein.

Werde in Kürze wieder bei der ARD nach weiteren Unterlagen betteln gehen und nach Bändern fragen.

SP50LH in 2" habe ich noch welche!

Rudy
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Beitrag Samstag 14. Mai 2011, 15:56
Willi Routiner
Routiner

Beiträge: 33
Wie komme ich darauf, daß rot/weiß/schwarz 38cms, Stereo, Timecode heißt?

Beitrag Samstag 14. Mai 2011, 16:48
revfan Lebende Forenlegende
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Hat eigentlich Dolby SR auch ein "eigenes" Vorschaltband oder nimmt man das selbe wie bei telcom/ Dolby A ??

MfG

Beitrag Samstag 14. Mai 2011, 17:22
cavemaen Benutzeravatar
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Nun, die Amerikaner machen ihr eigenes Ding, die Regularien dort kenne ich nicht.

Im Mehrspurbereich hat man nur weißes Vorspannband benutzt, zumindest kenne ich nichts anderes.

Das Telcom C4 Vorspannband ist eine Deutsche Industrienorm vom IRT (Institut für Rundfunktechnik) mit Weiß-Rot-Schwarz, immer gewickelt / geklebt mit der Farbseite zur Nutzschicht / Tonkopfseite hin!

So kann jeder Techniker erkennen, was er vor sich hat.

Aus dem Vorspannband geht hervor: Schichtlage, Geschwindigkeit und eventuell Telcom C4 oder Dolby A, was kompatibel zu C4 ist.

Zur Kompatibilität von Dolby SR zu Telcom kann ich nichts sagen, kann mich aber mal schlau machen.

Rudy
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Beitrag Donnerstag 19. Mai 2011, 20:26
revfan Lebende Forenlegende
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Beiträge: 670
Hallo,
so, jetzt habe ich das dreifarbige Vorspannband von darklab-magnetics.

Warum soll eigentlich die Farbseite tonkopfseitig sein ? Hat das was mit deutscher Schichtlage zu tun (dann wäre das wohl sofort zu sehen). Bei der "normalen" Schichtlage sähe man die Markierung doch wohl besser, wenn sie außen ist? Bedeutet dieses Band auch stets 38 cm/sec? Was macht man, wenn man das Bandgerät mit C4 aber nur mit 19 cm/sec fährt?

Bin Perfektionist (solange es nichts kostet) und will nichts falsch machen.

Grüße

revfan

Beitrag Freitag 20. Mai 2011, 08:09
Willi Routiner
Routiner

Beiträge: 33
cavemaen hat geschrieben:
... Nutzschicht / Tonkopfseite hin![/b]

So kann jeder Techniker erkennen, was er vor sich hat.


Beitrag Freitag 20. Mai 2011, 12:55
cavemaen Benutzeravatar
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Wohnort: 34582 Borken / Hessen
Jedem Tontechniker wurde das so gelernt, dass die Farbseite (Codierung) auf der Bandschichtseite sein muß, da es sonst im Rundfunkbetrieb zu Fehlern beim Abspielen kommen kann.

So kann jeder fremde Techniker schon beim Auspacken erkennen, ob das Band in deutscher oder internationaler Schicht gewickelt wurde und es
zu keinen Miss(t)verständnissen kommt beim Starten des Bandes!

Die Rundfunkanstalten tauschten früher täglich Konvolute von Tonträgern aus, um Beiträge zu übernehmen. Gleiches geschah mit der 3/4" Video-MAZ Bändern für's TV.

Also mußte man sich Normen. Wortbeiträge wurden daher mit 19cm (Blau) oder mit Stereo (Blau-Weiß) abgeklebt und 38er Bänder mit Rot-Weiß wie die Bestellung an der Currybude.

Das Vorspannband muß daher immer so geklebt werden, dass die Farbcodierung zum Tonkopf zeigt, besser ist (und war) das!


Werde mal meine alten Unterlagen durchlesen und die betreffende Seite kopieren.

Anhang: Philips Studiobandmaschine.

Rudy
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