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A 810 TC Einmessen

Fragen und Antworten zur Technik bei STUDER Geräten...

Moderator: Administratoren


Beitrag Samstag 7. Mai 2005, 12:09
Ralf Wy. Neuling

Beiträge: 2
Wohnort: Berg. Gladbach
Hallo,



Eine Frage an die Technik. Ich besitze eine A 810 TC mit VU - Einheit im Rollwagen (siehe A 810 im Wohnzimmer) Top in Ordnung und Überholt. Wurde nach dem Kauf in Hamburg direkt nach Berlin zu Studer Hr. Heipe zwecks Überprüfen und Einmessen (LPR 35 und Studio Master 911) geschikt. Einige Zeit später habe ich auch noch die Service und Bedienungsanleitung über Studer Berlin aus der Schweiz (eine der letzten 5) dazugekauft. Dann habe ich mir bei e-bay eine neuwertige komplettbestücke Kopfeinheit ersteigert und beiseite gelegt. Die 810 ist jetz laut Betriebsstundenzähler 182 Std. gelaufen. Dies habe ich herausgefunden als ich mich endlich mit der Serviceanleitung auseinander setzte. Die Software zeigt den letzten Stand 46/90. Nun meine Frage:



Ich möchte die von mir ersteigerte Kopfeinheit mal Ausprobieren die demontage und Montage ist absolut verständlich und einfach durchzuführen. Mir wurde immer wieder gesagt es gibt nichts einfacheres als eine A 810 usw. einzumessen. Aber laut Serviceanleitung Section 4.2 Einmessen komme ich nicht klar damit. Kann man es mir mal anders erklären habe mal Energieanlagenelektroniker gelehrnt. Ich möchte auch mal meine A 810 etwas Näher kennenlernen und die Angst verlieren an irgenwelche Dinge heranzugehen. Das ist so wie bei meinem ersten 286 PC den ich aufschraubte und hatte keine Ahnung. Jetzt ist es das einfachste der welt so ein ding zusammenzubauen und zu Konfigurieren.

Ich Besitze keine Messbänder, Tongenerator oder ähnliches. Nur ein Multimeter. Wer hat noch eine Bandführungs und eine Kopfhöhen-Einstelllehre? Vieleicht werde ich mir einmal absolut neue Köpfe ersteigern oder bestellen.

Zum Auswechseln eines Tonkofes (hat nicht s mit meiner kompl. Kopfeinheit zu tun) wird in der Serviceanleitung geschrieben, " Die schwarze Taumelplatte darf beim Auswechseln eines Tonkopfes nicht verstellt werden. Die Distanz zwischen Tonkopfauflage und Kopfspiegel ist bei allen Tonköpfen auf exakt das selbe Mass gefräst, sodass sich ein Einstellen der Köpfe erübrigen sollte.

Im Klartext heist das für mich einen Tonkopf auswechseln ist eigendlich eine einfache Sache man kann nichts Falsch machen zumindest bei der A 810 usw. Aber danach kommt weider der Punkt des Einmessens. Wie muss ich vorgehen? Ich hatte mal einen Nakamishi Dragon Tape Rec. Bandrein ein zwei Tasten gedrückt fertig war das einmessen und die Voragnetisierung. Nun nicht soviel auf einmal.



Danke für die evt. Antworten.

Gerne rufe ich auch zurück 0177/2342022

Bin aber jetzt bis 21:30 auf der Arbeit
Mit freundlichen Grüßen



Ralf

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Beitrag Sonntag 8. Mai 2005, 13:42
PhonoMax Haudegen
Haudegen

Beiträge: 257
Wohnort: München
Hapert es mit dem generellen Verständnis, lieber Ralf,



oder mit dem speziellen des A810-Falles? Die A810 ist ja im Wesentlichen ein absolut traditionelles Magnetophon, dessen Bedienungseinheiten -und das in jeder Hinsicht- Gebrauch von den Möglichkeiten digitaler Informationsverarbeitung machen, will sagen: Sowohl die Bedienung durch Anwender wie Wartungsprersonal wird durch digitale Bedienungsorgane verändert, was den Durchblick nicht in jeder Hinsicht erleichtert.



Sofern du akzeptierst, dass du es 810-intern mit elektronischen Potis zu tun hast, kannst du eine A810 einmessen wie jedes andere Bandgerät auch. Ohne Rechnerbeteiligung.

Du benötigst jedoch neben Kenntnissen in der Sache (zum Prinzip und zur A810) grundsätzlich ein ordentliches Millivoltmeter, ein X/Y-ansteuerbares Oszilloskop und einen Sinusgenerator. Mit dem Multimeter, deren Gleichrichtung oft schon bei wenigen hundert Hertz die Waffen streckt, kommst du nicht weit. Das reicht also nicht. Ob dieses Millivoltmeter (bitte eines mit der Anzeigeintegrationszeit eines Zeigermesswerkes, du wirst sonst durch die ständig wechselnden numerischen Anzeigen eines DVM 'wahnsinnig'), dieser Tongenerator und das Oszilloskop auf dem Rechner simuliert werden oder als 'Hardware' vorhanden sind, spielt keine Rolle; zuverlässig müssen sie sein.



Tonkopfjustagen sind eine delikate Sache, je amateuriger, umso unerfreulicher. Nun ist die 810 in dieser Hinsicht ein professioneller Vertreter der bei Studer in Kopffragen von Anbeginn untadeligen Firmentradition. Die konnten diesbezüglich etwas. Kopfträger der A810 sind hochpräzise Frästeile, die alles bieten, was die zeitgenössische Technik vermochte. Dennoch ist nach jedem (!) Kopfträgerwechsel die Arbeitspunkteinstellung zu überprüfen, weil Verstärker (+Hf-Oszillator), Köpfe und Band (mechanisch und elektrisch!!!) eine kritische Einheit bilden, also gemeinsam (!) ein recht scharfes Qualitätsmaximum aufweisen. Dieses muss immer kontrolliert werden, vor allem dann, wenn eine Komponente ausgetauscht oder verändert wurde. Also: "Festplatte raus und Festplatte rein, sitzt, geht", ist leider (oder gottlob??) nicht.



Von einem kompletten Austausch eines einzelnen Kopfes würde ich an deiner Stelle (bitte um Vergebung: das ist mein Eindruck aus den von dir beschriebenen Problemen) zunächst einmal die Finger lassen, und vorab Erfahrung mit der Einmessprozedur einfacher Art erwerben. Du wirst sicher zuerst genug unter den Verwirrungen leiden, die dir die Speicherfunktionen der 810 bereiten. Denn vor denen sind nicht einmal die Studermannen sicher, wie kürzlich einmal offenbar wurde, als eine offiziös gewartete 810 auftauchte, die auf der NAB-Position nach IEC entzerrte. Und das bei der fast pathologischen Sorgfalt, die man dort an den Tag legt.



Ich empfehle dir -wie so vielen anderen vor dir- den Erwarb folgenden nur antiquarisch



(z. B.: http://www.zvab.com ) verfügbaren Buches:



Engel, Friedrich, Schallspeicherung auf Magnetband. Leverkusen 1975 (154 Seiten + unpaginierte Seiten; es gibt/gab auch eine Kurzversion, die meine ich nicht!).

Dazu vielleicht noch



Bommel, Peter van, Die Entzerrung in der magnetischen Schallaufzeichnung. Leverkusen 1973.



Du weißt dann zur letzten Entwicklungsstufe des Magnetbandgerätes Bescheid, danach geschah nichts Epochales mehr, die Hersteller beschränkten sich auf die Polituren an den Bedienungsoberflächen und geringe Verbesserungen am Band, die sich aber letztlich auch als Kreisverkehr erwiesen, da man sich bereits an den physikalischen Grenzen des Verfahrens befand.



Schon AGFA 468 war ein hervorragender, beispielhafter Kompromiss, der noch zu Aktivitätszeiten des Magnetbandpioniers der späten 1940er Friedrich Krones (a Weaner in Lävakusään...) konzipiert und bis in die letzten Tage der EMTEC in München gefertigt wurde ...



Lerne bitte die vorbildlichen Datenblätter der dahingeschiedenen Bandhersteller AGFA/BASF/EMTEC lesen, damit du deiner Maschine dazu verhelfen kannst, das zu tun, wozu ihre Konstrukteure sie befähigten. Ich unterstütze dich dabei.



Schließlich solltest du dir folgenden Seiten vom Server der Deutschen Welle herunterladen, wo sie sich noch immer befinden:



http://www9.dw-world.de/rtc/infotheque/ ... agrec.html

http://www9.dw-world.de/rtc/infotheque/ ... dures.html



(übergeordnete Seite mit weiteren Submenüs:

http://www.dw-world.de/dw/0,,3907,00.html )



Die Flow-Chart dort (procedures.html) gibt natürlich alles erdenkliche einer Totaleinrichtung von Adam und Eva an wieder, was in praxi nicht durchgeführt werden muss, wenn eine Maschine halbwegs ordentlich beieinander ist. In der Regel reicht es, sich um Spaltsenkrechtstellung, Pegel und Frequenzgang, sowie den/die Arbeitspunkte zu kümmern. Ohne Bezugsband ist aber bereits diese Einrichtung nur eingeschränkt möglich. Auswege gibt es (z. B. für die Spaltsenkrechtstellung: Wiedergabe des Bandes von der Rückseite); diese jedoch sind zeitraubend, von begrenzter Genauigkeit und Quelle der Verwirrung; insofern bestenfalls dritte Wahl.



Zur Einmessung gab es -unter meiner intensiven Beteiligung- mehrere sehr instruktive Threads im Bendlinschen und Harandtschen Magnetbandforum, die ich deiner Lektüre empfehle, was man ja in diesem Forum sicher darf, zumal in jenen Diskussionen auch aktiv gefragt wurde, was dir bestimmt mehr aus der Seele spricht als mein derzeit einseitiges Gefasel. Also dort unter "Einmessung" suchen.



Ansonsten sind die "Operating and Service Instructions" der A810 in meinem Besitz, obgleich ich nie eine solche Maschine besaß, da ich seit 1984 digital speichere, davor aber schön und ausschließlich analog arbeitete. Wenn du mir berichtetest, wo es genau hakt, könnte gewissen Problemen schon abgeholfen werden. Dies jedoch setzt hinreichend solide Fachkenntnisse auf beiden Seiten voraus.



Hans-Joachim

Beitrag Montag 9. Mai 2005, 01:40
Ralf Wy. Neuling

Beiträge: 2
Wohnort: Berg. Gladbach
Hallo und vielen Dank für diese ausfürliche Antwort.

Ich werde mich erstmal darum Bemühen die von dir empfohlenen Bücher zu bekommen um einige Grundlagen zu erfahren. Ob ich mir ein Sinusgen. Oziloskop oder weiteres Zulege weis ich noch nicht. Ich müste mal bei so einer Einmessprozedur anwesend sein dann kann ich mir ein besseres Bild machen. Ich habe mir schon gedacht das die 810 sich nicht so gut wie alleine einmist. Mir wurde eben mal erklärt das es eben einfach sei, da ich ja VU Anzeigen hätte? Das heist auch für ein weiteres vorgehen ist es mir nicht Möglich den zweiten Kopfträger zum Testen mal eben einzubauen. Um danach wieder den 1. zu verwenden ohne die Maschine wieder neu Einzumessen?



Ich habe mir nochmals die Service und Bedienungsanleitun zum Thema Einmessen durchgelesen. Ich glaube es wird zuviel vorausgesetzt damit bezeichne ich mich zunächst mal als Leihe dem Grundwissen fehlt. Aber vieleicht fällt der Groschen noch ich brauche eben mal den praktischen Bezug dann ist es bestimmt einfacher.





Viele Grüße und nochmals Danke vieleicht können wir mal Telefoniern und Fachsimpeln



Ralf

Berg. Gladbach
Mit freundlichen Grüßen



Ralf

Beitrag Montag 16. Mai 2005, 04:31
Jürgen Heiliger Eroberer
Eroberer

Beiträge: 16
Wohnort: Köln-Bonn

Hallo Ralf,



als einer der user aus dem Robert Harrandtchen Forum darf ich Dir folgenden Workshop einmal empfehlen, der zwar schon gewesen ist, aber sicher noch in diesem Jahr nochmals wiederholt werden wird.

Bis dahin wird aber erst einmal meine Studer A 810 in der Netzteilelekronik überholt werden müssen. :cry: Wie sich Hans Joachim sich sicher noch erinnern kann. :wink:



Auch ich habe mich bis zu diesem ersten Workshop auch nicht ans Einmessen von Profimaschienen heran getraut.



Hans Joachim zustimmend möchte ich Dir aber auch sagen ohne das nötige Equipment wird das nur ein grobes Gerate.

Dies muss nicht immer teuer sein, Hans Joachim oder MichaelB werden Dir da wie mir auch bestimmt behilflich sein mit Tips.



In diesem Sinne nochmals Danke nach München.



Gruß

Jürgen



Band ab - Band nimmt auf

Beitrag Donnerstag 7. Juli 2005, 12:56
wjw Neuling

Beiträge: 1
Wohnort: München

Hallo Ralf,



ich habe zwar selber mit technischen Dingen (wie Einmessen) leider nix am Hut, suche aber nichtsdestotrotz Schaltpläne für die A810!



Wärest Du bereit, falls diese in Deinem Besitz sind, sie mir gegen eine Aufwandsentschädigung zu kopieren???





Das wäre genial?





Grüße,



Walter

Beitrag Freitag 8. Juli 2005, 07:04
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Administrator
Administrator

Beiträge: 528
Wohnort: Würzburg

Hallo Walter,



erst mal herzlich willkommen hier bei uns im Forum - schön das Du meiner Empfehlung aus der Email gefolgt bist... ;-:



Um vielleicht zu erreichen das mehrere Nutzer Deine Suchanfrage sehen, möchte ich Dir empfehlen auch noch einen Beitrag in der Kategorie Ich suche zu starten. Da wirst Du vielleicht mehr Glück haben.



Schöne Grüße
Christoph

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