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Bandvergleich auf 807 MkII

Fragen und Antworten zur Technik bei STUDER Geräten...

Moderator: Administratoren


Beitrag Mittwoch 13. Juli 2005, 09:06
GHG Neuling

Beiträge: 1
Wohnort: Wien
Hallo

Vorab, schöne Grüße aus Wien an die Forumsmitglieder.

Würde gerne eine 807 MkII auf verschiedene Bandtypen einmessen
zwecks Meßdatenvergleich ( F-gang, Klirr, Sättigung, Löschdämpfung etc. ).
PER528 wäre erste Wahl, soll ich mir die Quantegy 456, 457 auch besorgen, sind die rückseitenmattiert ?

Welche Bänder könnt Ihr noch empfehlen ?
Es geht nur um die meßtechnische Qualität.

Gibt es vielleichte eine site, wo techn. Daten zu den Bändern ersichtlich sind ?

LG

Gerhard

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Beitrag Mittwoch 13. Juli 2005, 16:47
PhonoMax Haudegen
Haudegen

Beiträge: 257
Wohnort: München
Lieber Gerhard,



528 ist keineswegs erste Wahl, sondern ein klassischer Kompromiss, der aus der Geschichte der gleichermaßen auf Solidität und hohe Qualität erpichten deutschen (öffentloch-rechtlichen) Rundfunkanstalten herrührt, von 468, 911 und 900 aber deutlich übertroffen wird. Wenn du Wert auf beste Wickel und höchste Aufnahmequalität (abseits der Rundfunkarbeitspunkte) legst, markiert 900 die physikalische Grenze des Magnetbandverfahrens (vgl. Engel-Corinth, Ein analoges Magnetbandsystem höchster Dynamik, in: Tonmeistertagungsbericht 1994, S 868 ff.), danach käme 468 und schließlich 911.

Quantegys Produkte wickeln schlechter, weil die Offenwickelbetriebstradition in den USA gering ausgeprägt war, daher ist von dort diesbezüglich nicht 'alles' zu erwarten, was hierzulande selbstverständlich ist. 456 und 457 werden seitens des Quantegy-Programmes von 499 (etwa 900 entsprechend) oder GP9 elektroakustisch übertroffen. 457 ist ein Langspielband, das dem besser wickelnden LPR35 entspricht, aber auf professionellen Bandgeräten und den dort bei 38,1 cm/s üblichen Aussteuerungsgepflogenheiten mit Vorsicht einzusetzen ist, weil der Kopiereffekt sich herzhaft vernehmen lässt.

Bei allen obigen Aussagen ist die sorgfältige Einmessung auf den jeweiligen Bandtyp Voraussetzung für den Einsatz. Die Datenblätter müssen also vorliegen.



Hans-Joachim

Beitrag Montag 16. Januar 2006, 17:10
darklab Jungspund
Jungspund

Beiträge: 9
Wohnort: Solingen

Lieber Hans - Joachim,

interpretiere ich Deine obige Aussage richtig, wenn ich ihr zu entnehmen glaube, dass das PEM / SM468 dem SM911 überlegen ist?

Frank

Beitrag Dienstag 17. Januar 2006, 17:43
PhonoMax Haudegen
Haudegen

Beiträge: 257
Wohnort: München
Das, lieber Frank, interpretierst du nicht ganz unrichtig, obgleich gerade ich hier wenig gerne aus dem Nähkästchen plaudere. In 'einschlägigen Kreisen' (auch Profis sind nicht frei von der Highendseuche) werden in dieser Umgebung nämlich gerne Mücken zu Elefanten aufgeblasen, was sich an physikalischen Grenzen immer besonders lächerlich ausnimmt. Es geht dann nämlich um 0,5 dB hin oder her, die schon von der Fertigungsstreuung geradzu regelmäßig (und offenbar leidenschaftlich) eingestellt werden.... So ist das auch hier. Ich habe mich deshalb schon weiland geärgert, als man sich mit dem 910 seitens der Anwender so heftig hatte,weil das Modulationsrauschen etwas höher lag als beim Vorgängertyp SPR... Nun ja, es gab dann ja das umgehend 'nachentwickelte' 911.

468 hat eine etwas bessere Kopierdämpfung und auch die Twintoneaussteuerbarkeit liegt etwas höher; ähnliches gilt für die Höhenaussteuerbarkeit. Die beiden letzten Fällle aber rutschen erst dann gerade noch (also minimale Fertigungsstreuung und sorgfältigste, ständig kontrollierte Einmessung seitens des Nutzers vorausgesetzt....) über die Nachweisgrenze, wenn man auch 19,05 cm/s fährt, also bei einer betrieblichen Tendenz zur niedrigen Bandgeschwindigkeit. Unter 38,1 cm/s sollte man sich auf derartige Klassifikationen nicht mehr einlassen, ohne sich der Wichtigtuerei zeihen zu müssen. Bei 76,2 ist sowieso fast alles wurscht, weil die technischen Möglichkeiten deutlich zunehmen, die Bänder auf 38 cm/s optimiert sind, weshalb sich messtechnisch mit dem erheblichen Bandmehrverbrauch einhergehend eigentlich eher wenig tut. Die Datenblattfrage hat naturgegeben auch immer etwas mit Marktstrategie zu tun, weshalb man ganz gut daran tut, die Blätter der Frühzeit anzuschauen. 468 war ein Wurf der Krones-Leute, daran ist kein Zweifel, denn das konkurrierende 910 erschien ja 1984 auf dem Markt.

Einen Unterschied gab es noch: 468 ließ sich auf meinen Studermagnetofonen perfekter abgleichen. Dafür aber waren die einzigen (wenigen!) Profibänder aus teutscher Förtigong, die ich schmierend erlebte, vom Typ 468... Wobei ich zu bedenken gebe, dass ich das (analoge) Boot schon Ende der 1980er verließ.

Hans-Joachim


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