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Kondensatormikrofone

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Beitrag Mittwoch 3. Oktober 2018, 19:33
cavemaen Benutzeravatar
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Ich grüße Euch!

Nachdem es sich herumgesprochen hat, dass man aus Fernost auch brauchbare Kondensatormikrofone bekommen kann, habe ich verschiedene getestet.

Neben meinen bewährten Neumännern (über jeden Zweifel erhaben!), habe ich verschiedene Exemplare vom Hans Thomann geprüft.

Neben Sprache im Direkt & Diffusschall, prüfte ich die Kandidaten auch an einer Konzert-Gitarre und im Bereich von Blechblasinstrumenten und deren enormen Schalldruck.

Ergebnis:

Nahezu alle Kandidaten versagten bei lauten Schallereignissen wie Trompete oder Schlagzeug.

Wärme mit einem angenehmen Frequenzgang im Vergleich zum Neumann KM184 gaben nur wenige Mikrofone ab.

Das Anfängermikrofon Thmann EM 800 ist für Instrumentenabnahme brauchbar, die Röhrenmikrofone SCT-700 (Niere) und SCT 2000 (Kugel-Niere-Acht) waren die Spitzenmodelle!

Mit getestet wurde auch das SC 1100, ein transistorisiertes umschaltbares Kondensatormikrofon, macht klanglich eine gute Figur, wird aber bei Reparatur teuer und rasch zum Totalschaden.

Wieder mal bei iiBäh reingefallen bin ich bei einem Paar SC 1100 in "neuwertigem kaum benutzten Zustand". :?:

Ein Mikrofon war prima in Ordnung, das andere zeigte eine verzogene Kapsel-Membran mit Kurzschluß.

Der Verkäufer verwies auf seine Rücknahmeverweigerung, iiBäh interessierte das nicht.

Neumann spannt die goldbedampfte Membran über einen Spannring und verschraubt alles mit einem Fixierring für viele Nutzungsjahre.

Die chinesische Variante wurde weder gespannt, sondern nur mit einem Abstandsring ohne spannende Wirkung montiert - Neubespannung aussichtslos.

Hier Bilder:
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Beitrag Mittwoch 3. Oktober 2018, 19:48
cavemaen Benutzeravatar
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Beiträge: 2698
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Nach der Zerlegung und Entfernung der labbrigen Membran wellte sich diese wie eine alte Wurstscheibe.

Als Isolierung diente nur ein Kunststoffring unter der Elektrodenschraube, die man sich wohl nicht festzuschrauben traute.

Das zum Vorschein kommende Lochbild erinnert an den symetrisch gebohrten Aufbau der AKG C414 Kapsel mit zum Teil durchgehenden und Sacklöchern zum Abfangen von lauten Druckwellen und Minderung von Resonanzen.

Leider ist der Kapselkern ab Werk innen derart verkratzt, was bei Neumann und mikrometergenauen Fertigung unter Reinraumbedingungen nicht passiert wäre.

Der Isolationsring außen ist viel zu dick und oberflächlich zu rau gewählt, wodurch man die Membran nicht spannen konnte.

Thomann möchte 69,-€ plus Porto für eine neue Kapsel haben, was das gebrauchte Mikrofon im iiBäh kostete (NP: 129,-€).

Also abwarten auf Ersatz, umbauen / modifizieren auf andere Kapseltypen, wieder Billigteil aus Fernost einsetzen, oder entsorgen.

R.
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