Start Technik allgemein Allgemeine technische Themen Andruckrollen

Andruckrollen

Hier ist Platz für allgemeine technische Fragen die sich nicht speziell mit STUDER, ReVox oder anderen Firmen beschäftigen.

Moderator: Administratoren


Beitrag Dienstag 5. November 2019, 17:48
revfan Lebende Forenlegende
Lebende Forenlegende

Beiträge: 713
Hallo,

hat sich hier schon jemand mit dem Thema beschäftigt, Andruckrollen und Umlenkrollen hobbymäßig, also Einzelstücke nicht unbedingt in Perfektion, selbst herzustellen ?

Der alte Kern ist ja meist da, also muss eigentlich nur noch neues "Gummi" rum.

Für gängige Geräte wird ja im Internet für teuer Geld das eine oder andere angeboten, aber wenn es dann mal ein älterer "Exot" ist z.B.: eine T26 wird es sehr ruhig.

Ich weiß, es gibt bzw gab Händler, die so etwas anfertigen lassen, aber mir geht es - nur - um DIY

Beste Grüße

revfan

Die hier gezeigte Werbung wird nicht durch "Das STUDER und ReVox Forum" bereitgestellt, sondern automatisiert durch Google. Grundlage sind die verwendeten Schlüesselwörter in den Beiträgen. Besucher dieser Links werden gebeten sorgfältig mit den angebotenen Produkten/Seiten umzugehen.
 
Beitrag Freitag 8. November 2019, 12:33
cavemaen Benutzeravatar
Lebende Forenlegende
Lebende Forenlegende

Beiträge: 2698
Wohnort: 34582 Borken / Hessen
Hallo Arno!

Frag mal Kollege Heinzmen, der hat GA-Rollen nachbauen lassen in sehr guter Qualität!

R.

Beitrag Freitag 8. November 2019, 13:07
revfan Lebende Forenlegende
Lebende Forenlegende

Beiträge: 713
Hallo Rudy.

mir geht es nicht um nachbauen lassen. Ich will die Dinger selber machen.

revfan

Beitrag Freitag 8. November 2019, 13:58
revfan Lebende Forenlegende
Lebende Forenlegende

Beiträge: 713
Hallo,

ich habe schon letztes Jahr mit meinem 3D-Drucker und Polyurethan-Filament herumprobiert. Theoretisch muss man ja nur einen Gummiring mit den passenden Maßen herstellen und den auf den alten Kern pressen oder kleben.

Mein Drucker hat allerdings eine Bowdenzugzufuhr, so dass ich nur TPU 95A Filament verwenden konnte, also recht steifes Material mit shore Härte 95A. Die nötige Nachgiebigkeit musste daher über die Art der Innenkonstruktion kommen (sog infill).

Da bin ich nicht zu befriedigenden Ergebnissen gekommen. Entweder war der Ring zu unnachgiebig oder er "schlabberte" seitlich auf dem Kern, zumal ich den auch versucht habe, aus Nylon selbst zu drucken.

revfan
Zuletzt geändert von revfan am Sonntag 10. November 2019, 14:46, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag Freitag 8. November 2019, 14:17
revfan Lebende Forenlegende
Lebende Forenlegende

Beiträge: 713
weiter:

Seit Kurzem gibt es aber - kurioser Weise von BASF wie Ihr alle wisst, einem früher führendem Bandhersteller - beschichtetes TPU Filament mit Shore 80A, mit dem mein Drucker sehr gut klar kommt. Ist leider für 3D-Druck Filament recht teuer (ca 130 EUR/kg).

Weiter habe ich auch zunächst mal den Ehrgeiz aufgegeben, den inneren Teil der Rolle selbst zu machen und habe bei einer der berüchtigten "grünen" Andruckrollen der A77 aus den Tiefen meines Bastelkellers den Gummi abgemacht und den Original- Messingkern weiterverwendet.

Nach zirka 20 Versuchen mit unterschiedlichem Innenaufbauten - beim 3D Druck druckt man nicht massiv - und vorallem auch verschiedenen Einstellungen für das "Gehäuse" des Rings ist da etwas recht maßhaltiges und gleichmäßig Nachgiebiges herausgekommen.

Für A77

resized_SAM_2908.JPG


Für T26

[attachment=1]resized_SAM_2909[attachment=0]
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Zuletzt geändert von revfan am Freitag 8. November 2019, 14:30, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag Freitag 8. November 2019, 14:29
revfan Lebende Forenlegende
Lebende Forenlegende

Beiträge: 713
Die obere muss unten noch etwas abgeschliffen werden. Das Filament gibt es nur transparent, das bringt aber auch eine gute Optik auf der Maschine

Das Problem ist aber die Laufläche. Da ein üblicher Heim-3D-Drucker im sog FDM-Verfahren arbeitet, also Schicht über Schicht legt, ist diese nicht glatt sondern weist - glücklicherweise in Laufrichtung - Rillen auf, die man bei einem nachgiebigen Material auch nicht einfach zuspachteln oder hier auch nicht überlackieren kann. Man kann das zwar etwas anschleifen, manuell wird das dann aber nicht mehr perfekt rund.


Ich habe jetzt mit einer solchen Rolle auf einer A77 MK I mal so ca 30 STD Band abgehört und die Bänder vom Typ RMG LPR 35 zeigten keine erkennbaren Beschädigungen. Ganz glücklich bin ich aber nicht, da ich nicht weiß, wie sich die Rillen auf der Andruckrolle langfristig auf die Bänder auswirken.

Hat jemand mal versucht, Andruckrollen selber zu gießen ?

revfan

Beitrag Samstag 9. November 2019, 10:56
Johnmaier Routiner
Routiner

Beiträge: 34
Wohnort: Appenzellerland
Hallo Arno

Deine Idee ist nicht schlecht. Ich und mein Vater haben das etwas anders gelöst. Zeige ich dir gerne in Bildern die ich dir angefügt habe. Drehbank ist vorhanden und O Ringe gibt es in allen Variationen. Natürlich ist es nicht bei einer Andruckrolle geblieben. Da einige A80 sowie A77,B77 & C270 vorhanden sind. Für die 36er Serie ist es auch geplant da mein Vater noch viele dieser Maschinen hat. Für T26 warum auch nicht.......

Hier für die A80

IMG_1034.jpg


IMG_1032.jpg
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

Beitrag Samstag 9. November 2019, 10:58
Johnmaier Routiner
Routiner

Beiträge: 34
Wohnort: Appenzellerland
Und hier für die A77, B77, PR99, C270 & C274

IMG_1035.jpg


IMG_1036.jpg
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

Beitrag Sonntag 10. November 2019, 11:41
revfan Lebende Forenlegende
Lebende Forenlegende

Beiträge: 713
Hallo Michael,

hab ich das richtig verstanden: Ihr habt auf einer Drehbank einen Grundkörper gedreht und dann darauf bzw dazwischen mehrere O-Ringe geschoben ?

Beste Grüße

revfan

Beitrag Sonntag 10. November 2019, 12:03
Johnmaier Routiner
Routiner

Beiträge: 34
Wohnort: Appenzellerland
Hallo Arno

Genau und natürlich auf dem Messing die Einbuchtungen für die O Ringe eingefräst. Kann dir beim nächsten RFT gerne mal so ne Rolle mitbringen zum Testen. Auch die Gleichlauf werte stimmen.

Wie gesagt für die 36er Serie möchte ich auch mal ein paar machen und Testen.....

Grüsse

Michael

Beitrag Sonntag 10. November 2019, 14:29
revfan Lebende Forenlegende
Lebende Forenlegende

Beiträge: 713
Hallo Michael,

eine interessante Lösung, die allerdings an dem selben Problem "krankt" wie meine Bastelei: Die Oberfläche der Laufrolle.
Bei einer A80 und steifem Standardband wird es da sicher keine Schwierigkeiten geben, bei Doppelspielband auf kleineren Geräten wir das schon kritischer...

Hier mal ein Foto von einer "B-Qualität", die nicht mehr ganz rund ist, da ich an der Oberfläche herumgeschmirgelt habe und den schon etwas angeschlagenen Originalkern auch nicht gründlich genug gereinigt hatte

web_SAM_2912.JPG
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Zuletzt geändert von revfan am Sonntag 10. November 2019, 14:49, insgesamt 1-mal geändert.

Beitrag Sonntag 10. November 2019, 14:45
revfan Lebende Forenlegende
Lebende Forenlegende

Beiträge: 713
Der bessere Versuch läuft auf der A77 für o.g. Test und ich möchte ihn nicht wieder herausfummeln.

Ich habe zwischenzeitlich die Lauffläche auch noch mit Aceton bepinselt.

Schaut man sich die Oberfläche genauer an (USB-Mikro max 200 fache Vergrößerung) sieht man jetzt folgendes:

2019-11-10-143636.jpg


Wie gesagt, die Rolle ist oben und unten nach freihändigem Schmirgeln nicht mehr ganz rund

Wer diese Oberfläche gruselig findet sollte sich mal seine Finger unter dem Mikroskop vergrößert ansehen.... ;-)

Hier mal eine ältere lauffähige Original-Rolle bei selber Vergrößerung

2019-11-10-144119.jpg


Ich probiere mal weiter

revfan
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

Beitrag Sonntag 10. November 2019, 15:37
Johnmaier Routiner
Routiner

Beiträge: 34
Wohnort: Appenzellerland
Arno es gibt keine Probleme bei meiner Lösung. Verschiednes an Bänder getestet. Alles unauffällig.
Auch letzthin habe ich so eine Rolle Samt Maschine einem Revox Spezialisten gegeben der die Werte gemessen hat und keinen Unterschied zu einer Originalen Rolle hätte bemängeln können.

Probiere du mal weiter auch deine Lösung ist Interessant die ich gerne hier weiter verfolgen möchte.

Beitrag Donnerstag 28. November 2019, 20:29
RolfL Benutzeravatar
Foren As
Foren As

Beiträge: 73
Wohnort: Schwungrad Europas
revfan hat geschrieben:
Hallo Michael,

eine interessante Lösung, die allerdings an dem selben Problem "krankt" wie meine Bastelei: Die Oberfläche der Laufrolle.
(...)

Das sehe ich nicht ganz so. ;-) Der Kern wird nur einmal gefertigt, auch wenn es für verschiedene Maschinen ist. Diese Arbeit ist einmal beendet. Die Gummi O-Ringe stehen in unterschiedlichen Materialien je nach Anwendungsfall ja zu Verfügung und dürften in der Oberfläche nicht schlechter sein, wie eine neu vulkanisierte Rolle.
Gruß Rolf

Die hier gezeigte Werbung wird nicht durch "Das STUDER und ReVox Forum" bereitgestellt, sondern automatisiert durch Google. Grundlage sind die verwendeten Schlüesselwörter in den Beiträgen. Besucher dieser Links werden gebeten sorgfältig mit den angebotenen Produkten/Seiten umzugehen.
 

Zurück zu Allgemeine technische Themen