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Chinch oder DIN?

Hier ist Platz für allgemeine technische Fragen die sich nicht speziell mit STUDER, ReVox oder anderen Firmen beschäftigen.

Moderator: Administratoren


Beitrag Samstag 4. August 2007, 15:33
mvorbau Jungspund
Jungspund

Beiträge: 6
Wohnort: Neuwied

Da sich mein Hobby HiFi ein wenig erweitert hat auf HiFi in den 70ern und 80ern kommt mir automatisch die Frage in den Sinn, ob man eine sinnvolle aussage dazu machen kann, ob die damals in deutschland üblichen DIN-Stecker besser waren als die heute üblichen Chinch Stecker. Bequemer sind DIN-Stecker sicherlich, ein Kabel und dein Tonbandgerät ist angeschlossen. Bei Chinch sind das dann wenigstens 2 Kabel mit 4 Steckern (pro Seite). Nun gut, Übersprechen bei Chinch durch die Kabel ist dann wohl weniger ein Thema. Aber gibt es heute gute 4-Adrige Audiokabel, die sich an DIN-Kabel montieren lassen, oder lohnt das nicht, weil das Übersprechen der älteren Geräte das nicht Wert ist?
Ich hoffe ich komme da nicht mit einem zu abgegriffenem Thema, ich bin neu und habe bei weitem nicht alle Beiträge gelesen. sollte ich vieleicht noch machen. Trotzdem würden mich ein paar Kommentare von euch interessieren.
Gruss,
Michael

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Beitrag Samstag 4. August 2007, 16:40
Struppi Trippel As
Trippel As

Beiträge: 138
Wohnort: Oberberg
@ Hallo Michael,
von mir erst einmal ein Herzliches Willkommen
in diesem schönen Forum hier.

Meine Meinung zu DIN oder Chinch 8)

Bei meinem Verstärker B 750 von Revox befindet sich
am hinteren Gerät für Tape 2 ein DIN Anschluß.
Über diesen Tape 2 Anschluß läuft mein Revox B 710 MK I
der auch über einen DIN Anschluss verfügt. Über meinen Tape 1
Anschluss läuft eine A 77 MK III über Chinch. Beides läuft
seit über 25 Jahren problemlos. Da man DIN Kabel über den
gut bestückten Hifihandel noch bekommt, ist es mir
eigentlich egal ob DIN oder Chinch. Ich habe noch keine
Probleme damit gehabt. :D
Gruß
Rolf

Beitrag Sonntag 5. August 2007, 02:43
mvorbau Jungspund
Jungspund

Beiträge: 6
Wohnort: Neuwied

Hallo Struppi,
danke für Deine Antwort. Dir ist es also offenbar egal ob DIN oder Chinch. Toll auch sowas mal zu hören, die meisten sind immer Verfechter einer speziellen Richtung. Ich habe auch das Gefühl, dass es sich letztlich im Abhören nicht viel nimmt, kann aber auch sein, dass mit deutlich über 40 Jahren das Gehör den Unterschied nicht mehr wahrnimmt.
Du bist offenbar stolzer besitzer eines B750 Vollverstärkers. was hat es mit diesem so auf sich, dass er in e-bay relativ teuer gehandelt wird? Zumindest habe ich das gefühl, dass er für um die 400 EUR relativ teuer ist. Mir ist Revox nicht als Verstärker-Edel-Schmiede bekannt, aber ich lerne gerne dazu.
Gruss,
Michael

Beitrag Sonntag 5. August 2007, 09:58
Struppi Trippel As
Trippel As

Beiträge: 138
Wohnort: Oberberg
@ Hallo Michael,

die Antwort ist ganz einfach. Die einzigen Schwachstellen des B 750 sind die
Potis. Obwohl mein B 750 schon 30 Jahre alt ist, hat er bis heute noch keinen
Service gesehen. Service für ihn ein Fremdwort. Einen Preis von um die 400 €
für ein Gerät, was TOP gepflegt ist, halte ich für Okay. Jedoch sollte auch die
Nextel für diesen Preis nicht kleben. Was der B 750 alles kann findest du unter:

http://www.revoxonline.ch" target="_blank"
Selbst in der Ersatzteil Versorgung gibt es nach 30 Jahren keine Probleme
bei diesem Gerät.
Ich selber habe noch einen B250, ziehe aber den Betrieb des B 750 vor.
Für mich ein Verstärker der mit meiner 7xx er Anlage schlüssig ist.
Ein Verstärker halt mit Charme :D
Zuletzt geändert von Struppi am Sonntag 5. August 2007, 14:01, insgesamt 2-mal geändert.
Gruß
Rolf

Beitrag Sonntag 5. August 2007, 12:41
PhonoMax Haudegen
Haudegen

Beiträge: 266
Wohnort: München
Mahlsoweit,

zu DIN hätte ich noch eine Anmerkung.
Der Denkart jener DIN-Verkabelung liegt ein relativ hochohmiges Grundkonzept zugrunde, was zum einen mit der Entstehungszeit zusammenhängt, die röhrenspezifisch hinsichtlich der Abschluss- und Quzellwiderstände noch sehr hochohmig denken musste, wenn sie auf Übertrgaerverzichten wollte/musste/konnte/durfte, zum anderen mit der Idee, die dem ganzen DIN-Theater zugrunde liegt. Ich erspare euch aber, das auseinanderzusetzen, was andererseits nicht unlustig wäre,eaber vermutlich einen erheblichen Verständnisaufwand zu tolerieren bedeutete. Also nix damit.

Jenes "Theater" aber ist bei Studer 'schon längst' nicht mehr komplett realisiert, weshalb man diese Aus- und Eingänge vielleicht auch besser als solche "mit DIN-Verbindern" anspräche.

Die geringe mechanische Entfernung der fünf Pins eines DIN-Verbinders untereinander hält die Übersprechdämpfung zwischen den Pins (also auch zwischen denen von Aufnahme- und Wiedergabezug!) namentlich bei etwas deutlicherer Nachverstärkung auf unnötig geringem Niveau, was zu diversen tolerablen (verringerte Übersprechdämpfung) und nicht tolerablen Problemen (Schwingneigung) führen kann. Zudem wurde das Spannungsniveau der DIN-Ausgänge meist gewaltsam durch ohmsche Spannungsteiler niedrig gehalten, was dann danach durch neue Verstärker wieder aufgeholt werden muss. So übrigens auch bei Studer. Derlei ist heute nicht mehr nötig, Ein- und Ausgänge sind -namentlich bei Revox- derart spannungsfest, dass man sich die niedrigen Ausgangswiderstände und die hohen Spannungsniveaus der Cinch-Verbindungen ("Cinch" ist ein Herstellername gewesen) doch sicher nicht ungern erhält. Selbst wenn es bei Profis mal eine -heute wieder sehr hoch gehandelte- Epoche gab, die sich etwas anders gerierte (Pegeldiagramme sahen aus wie Hochgebirgspanoramen), ist seit geraumer Zeit ehernes Gesetz, dass man ohne drängende Ursache keine Pegel vernichtet, Filter natürlich aktiv gestaltet, um Aussteuerbarkeiten auf möglichst idealem Niveau zu halten, ohne dass man sich Verschlechterungen des Geräuschspannungsabstandes hochholt.

Diese ganzen Zusammenhänge geraten angesichts der Möglichkeiten der Digitaltechnik langsam aus dem Fokus einer interessierten Allgemeinheit, werden dadurch aber nicht etwa falsch. Man liest in einschlägigen Foren dann lediglich 'unnötig unmöglichen' Quatsch, was letztlich auch zu den Folgen eines technologischen Wandels zählt, im Zuge dessen Verstärker zu klingen beginnen und niederohmige Leitungsverbindungen so unterschiedlich Musik machen wie die Oboen Triëberts oder Eichentopfs. Wenn ein in seinen vorgesehenen Arbeitspunkten betriebener Verstärker Eigenklang entwickelt, ist er schlecht konzipiert. Wenn -vermeintlich- Verbindungen Einfluss auf ein Ergebnis nehmen, sollte man sich mit den Anpassungen der verknüpften Einheiten befassen. Wenn, dann liegt dort etwas im Argen. Bei Studer dürfte man diesbezüglich aber auf Granit beißen.

Hans-Joachim

Beitrag Montag 13. August 2007, 08:35
Nicolas_CH Routiner
Routiner

Beiträge: 27
Wohnort: Frauenfeld / CH
Noch einen kleinen Hinweis aus der Studiopraxis:

DIN-Stecker werden ja nach wie vor für MIDI-Verbindungen eingesetzt. Daher kann man auch den typischen "Kakerlake-unter-dem-Schuh"-Knack immer wieder hören, wenn ein DIN-Stecker wieder einmal am Boden herum liegt und man(n) ihn übersieht - ein Fall für den Müll. Das passiert mit den (ebenfalls immer auf dem Boden herumlungernden) Cinch/RCA-Steckern weniger, denn meist ist die Funktion nach einer Attacke kaum beeinträchtigt.

Ausserdem kann man für vernünftiges Geld sehr gute Cinch-Stecker erstehen und so zumindest die Kontaktsicherheit erhöhen. Allerdings machen das einige Gerätebuchsen nicht mit, aber auch da kann man - sofern man unverfroren ist - mit neuen Buchsen Abhilfe schaffen.

Nicolas
Reiner Klang - ein seltenes Gut in der Jetzt-Zeit.


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