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Profiband nicht für 4-Spur-Geräte?

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Moderator: Administratoren


Beitrag Dienstag 18. Dezember 2007, 21:49
pewo259 Jungspund
Jungspund

Beiträge: 13
Hallo in die Runde,
ich habe mir nach vielen Jahren wieder ein Tonbandgerät zugelegt (REVOX B77). Da ich noch alte Bänder aus den 70er Jahren habe, wollte ich unbedingt ein 4-Spur-Gerät haben (ich weiss, dass ein 2-Spur-Gerät die bessere Wahl ist).
Nun aber zu meiner Frage: Ich habe gehört, dass man Profibänder nicht auf 4-Spur-Geräten benutzen sollte. Ist das so und wo liegt der Grund?
Bevor ich einige Fehlkäufe bei eBay tätige, wollte ich mich gerne informieren (kann von einem Bekannten günstig BASF / PER 528 bekommen).
Danke im voraus.
pewo259

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Beitrag Mittwoch 19. Dezember 2007, 13:40
PhonoMax Haudegen
Haudegen

Beiträge: 266
Wohnort: München
Da kommen mehrere Dinge zusammen:

Professionelles Band wurde aufgrund der genau spezifizierbaren Ansprüche in dieser Szene, zu denen mehr als nur eine vertretbarer Frequenzgang gehört, auf 38,1 cm/s optimiert. Dabei behielt man auch aus elektroakustischen Gründen die Bauform des Standardbandes bei, das sowohl eine mechanisch ausreichende Stabilität, eine nennenswerte Kopierdämpfung als auch eine sinnvolle Remanenz (hier als "Aussteuerbarkeit" zu lesen) gewährleisten kann. Diese Umstände zielen sämtlich auf handfeste Laufwerke, die ihrerseits durch den -wenigstens in Europa üblichen- offenen Wickel eine hervorragende Lauf- und Wickelqualität von der Seite des Bandes zur sinnvollen Forderung machen.

Vierspurbandgeräte wurden konzipiert, um die Betriebskosten des Bandgerätes zu senken, zu denen in der Zielgruppe der Amateure demnach das Band erheblich betrug, Dies nun spielt in der Profiszene überhaupt keine Rolle, weshalb man Bandmaterial und Bandgeräte konsquent auf die oben geschilderten Anforderungen hin anlegen konnte, ja musste. Rückseitenmattierung, kräftiger Träger, ordentliche Schichtstärke sind daher seit Jahrzehnten fast selbstverständliche Ausstattungen einschlägig genützter Bänder.

Die Vierspurtechnologie setzt dagegen auf ein möglichst dünnes Band, das seinerseits satt, zuverlässig, aber ohne hohen Bandzug am Kopf vorbeigeführt werden und möglichst auch keine Mattierung aufweisen sollte, die bis auf die Schicht durchgreift, zumal (Bandkosten!) man gleichzeitig versuchte, die Bandgeschwindigkeit so niedrig wie möglich wählen und den Abstandseffekt durch Restrauigkeiten so gering wie irgend möglich halten zu können.

Aufgrund der Weichmacherprobleme mit den damals noch neuen PE-Bändern (PES35/26/18), empfahl BASF noch in den frühen 1960ern, für Vierspurgeräte beim -übrigens weichmacherfreien- LGS-Band (auf Luvithermbasis) zu bleiben, weil dies gleichmäßiger, satter am Kopf anlag als das minimal sperrigere PE-Doppelspielband damaliger Fertigung. Auch wenn diese Probleme längst erledigt sind, so wird doch deutlich, dass das "sperrige" Standardband für die vorsichtig zugreifenden Amateurlaufwerke (Kopfschonung!) und das gerade von der geringen Spurbreite her kritische Vierspurverfahren nicht unbedingt erste Wahl sind. Ganz zu schweigen von der beim Vierpurbetrieb oftmals fehlenden hohen Bandgeschwindigkeit. Wer hohe Bandgeschwindigkeiten nützt, produziert meist selbst, will seine Produkte schneiden, womit ein weiteres Argument zugunsten des Vierspurverfahrens fällt. Die im selben Atemzug aufkommenden Wünsche, eigene Bandgeräte betrieblich wenigstens hinsichtlich der Einmessung selbst zu warten, zeigen dann ihrerseits, dass mit professionellem Bandmaterial unterhalb von 19,05 cm/s kaum ein Blumentopf zu gewinnen ist. Musikschnitt ist da dann schon generell nicht mehr möglich.

Benützen kann man alles, wenn man jedoch Ansprüche zu stellen weiß, wird man auf Grenzen aufmerksam und sollte sich mit der eigenen Kompetenz überlegen, was man tut. Im professionellen bereich war das immer üblich (und möglich!), weshalb auch schon in den 1940ern höchste Qualität zu erzielen war und ab den 1950ern selbstverständlich wurde.

Hans-Joachim

Beitrag Donnerstag 20. Dezember 2007, 19:41
pewo259 Jungspund
Jungspund

Beiträge: 13
Hallo Hans-Joachim,
danke für Deine ausführliche Antwort. Das mein Gerät nichts für richtige Profis ist, habe ich mir schon gedacht. Aber ich möchte aus meinen Möglichkeiten eben das Beste machen. Mal abgesehen vom Einmessen des Bandes, lese ich aus Deiner Antwort: Das BASF/PER 528 ist für mein Gerät nicht optimal, kann es dennoch benutzen.
Gruß pewo259

Beitrag Mittwoch 26. März 2008, 20:54
Ferrum Eroberer
Eroberer

Beiträge: 22
Ich würde das BASF PER 528 nicht benutzen, da es eine rauhere Oberfläche aufweist als Amateurbänder und somit einen höheren Kopfverschleiß verursacht. Das jedenfalls ist mein letzter Wissensstand.

Beitrag Mittwoch 26. März 2008, 21:59
Niederberger Jean Benutzeravatar
Trippel As
Trippel As

Beiträge: 184
Wohnort: Lugano
Wie schon von meinen Vorredner vermerkt, würde ich kein Studioband (50 µm dickes Band) für eine 4 Spur Bandmaschine verwerden, es braucht ein
schmiegsames Band um auch Drop Outs zu vermeiden.
Noch einen guten Rat, sei vorsichtig mit Kauf von alten Bändern auf dem 1-2-3 Markt, da wird viel nur Schrottware angeboten.

Ein Kauf bei einem vertrauenswürdigen Lieferanten kostet dann vielleicht weniger und Du hast Freude mit Deinen Tonbänder und Machinen und brauchst nicht nach jeden Gebrauch die Tonköpfe von Schmutz zu befreien.
Mit freundlichen Gruessen
ein Revox Studer Fan aus dem Tessin.

Beitrag Freitag 12. September 2008, 17:35
schrotto Jungspund
Jungspund

Beiträge: 7
Wohnort: Hamburg
Meine B77 soll wieder häufiger laufen!
Nach jahrelanger Tonbandabstinenz will jetzt meine quietschenden Revoxbänder entsorgen. Wertvolle oder unwiederbringliche Aufnahmen sind da eh nicht drauf, meist Platten oder CD`s die ich sowieso noch habe.
Gar nicht so einfach; der einschlägige Fachhandel guckte mich ziemlich doof an und schüttelte den Kopf.
Durch mein "Gelunger" in diversen Foren, hier bin ich hängengeblieben :-) , stieß ich auf den Link von Darklab, oder Bernd wie ihn ja schon Einige nennen.
Ich wollte was Gutes tun, also bestellte ich mir das PER 528 von Emtec. Dann las ich diesen Thread. :o
Ich hatte zwar bestellt, aber noch Nichts überwiesen. Da ich nun doch unsicher wurde, rief ich diesen Bernd einfach mal an.
Er meinte, daß dieses Band grundsätzlich auch für die B77 Viertelspurmaschine geeignet sei, also beließ ich es bei der Bestellung.
Eine Stunde später erreichte mich eine Mail von ihm. Er schickt mir jetzt auf dem Postwege einige Meter dieses PER 528 und alternativ dazu das SM 468, ebenso von Emtec.
Diese beiden Bänder werde ich jetzt mal testen und vergleichen. Anschliessend berichte ich mal was dabei rauskam.
Ganz nebenbei: ein Superservice von Darklab. Sowas macht nicht jeder! :D

Schrotto

Beitrag Dienstag 16. September 2008, 10:23
schrotto Jungspund
Jungspund

Beiträge: 7
Wohnort: Hamburg
So,
die Probebänder sind eingetroffen.
Eine kleine Spule mit beiden Bändern drauf. Ich habe Testaufnahmen im Bereich der Klebestelle, damit man beide Bandqualitäten direkt vergleichen kann, gemacht.
Fazit: Es stimmt. Das PER 528 neigt zu Drop Outs.
Klanglich war kein Unterschied feststellbar. Bei 19 cm/s waren auch die Aussetzer des PER 528 nicht zu hören. Bei 9,5 cm/s hörte man es aber deutlich.
Also werde ich mir das Emtec 468 bestellen.
Als ich die Testaufnahmen machte zeigte sich, daß der linke Kanal nur dumpf aufnahm, obwohl ich die Köpfe vorher mit einem Wattestäbchen und Spiritus gereingt hatte. Ich reinigte daraufhin die Köpfe nochmals, wieder mit Spritus, diesmal aber mit einem zur Spitze gedrehtem Taschentuch und ein bisschen intensiver. Danach funktionierte es einwandfrei. Ich muß mir wohl mal wieder was adäquates zum Reinigen besorgen. Spiritus ist ja auch nicht so optimal.
Ich muß auch nochmal den Superservice von Darklab erwähnen, sonst hätte ich wohl das falsche Band geordert.

Schrotto

Beitrag Sonntag 28. September 2008, 15:47
schrotto Jungspund
Jungspund

Beiträge: 7
Wohnort: Hamburg
Die neuen Bänder sind inzwischen eingetroffen. Emtec SM 468, als Rohwickel.
Ich habe erstmal ein Band in die original Revox Spulen umgebaut und neu bespielt.
Klappt super, so gut wie kein Unterschied zwischen Vor- und Hinterbandkontrolle hörbar, jedenfalls nicht bei 19 cm/s und das bei 30 Jahren alten Tonköpfen, die ich allerdings vorher mal vorsichtig mit Feuerzeugbenzin gereinigt habe.

Schrotto

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