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A-700 Laufwerksprobleme

Fragen und Antworten zur Technik bei ReVox Geräten...

Moderator: Administratoren


Beitrag Montag 13. August 2012, 14:36
endlandmusic Foren As
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Hallo Zusammen,
habe seit langer Zeit mal wieder eine A-700 unter dem Messer.
Sie hat, neben dem traurigen Gesamtzustand, folgendes Problem:
Bei jeder Laufwerksbetätigung läuft der linke Motor an, d.h. auch bei Betätigung der Vorlauftaste spult die A-700 rückwärts.
Im Playbetrieb zieht die Andruckrolle zwar ordnungsgemäss an, aber der rechte Wickelteller läuft immer nur sporadisch, und wenn, dann schlackert die rechte Umlenkrolle. Speisespannungen sind soweit o.k.
Hat jemand eine Idee zu diesem Problem ?

Grüesse
Jens

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Beitrag Montag 13. August 2012, 16:56
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Jens,

der linke Motor muss im Playbetrieb einen Gegenzug sicherstellen, läuft also rückwärts.

Erste Anlaufstelle für einen schlaffen Zug auf der rechten Seite sind die Motorkondensatoren.

Gruß, Ulf
Anti-"High Ender" - Geh mir weg mit Voodoo

Beitrag Montag 13. August 2012, 19:36
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... und die RC-Glieder wie bei der B67.

Unbedingt Grundeinstellung des Bandzuges im Handbuch beachten!

Beitrag Dienstag 14. August 2012, 11:29
endlandmusic Foren As
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Hallo
erstmal vielen Dank für die schnellen Antworten.
Das im Playbetrieb der linke Teller gegendreht ist klar. Habe auch die Bandzüge überprüft usw.usw.
Habe schon mehrere B-67 revidiert, da ist das Prozedere bekannt wo ich da was nachschauen muss, da die Mechanik ja relativ identisch ist.
Wälze auch intensiv Schaltbilder, komme aber nicht drauf, an welcher Stelle der Befehl "Vorlauf" zu "Rücklauf" miß-interpretiert wird. Kann da was im Steuer IC abgeraucht sein ? Bei jeder Laufwerksfunktion leuchtet die Rückwärtstaste mit auf. Hatte auch vermutet, ob die Repeat-Taste einen Hänger hat und dauerschaltet bei Laufwerksbetätigung, aber das ist es auch nicht.
Steuerspannungen ( die allseits beliebte Fehlerquelle bei B-67 und Co ) sind i.o.



Grüesse vom Bödeli

Jens

Beitrag Dienstag 14. August 2012, 17:48
cavemaen Benutzeravatar
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Bei mir ist das IC der Laufwerklogik abgeraucht, Folge: alles Funktionen auf einmal.

Das IC schaltet also bei Betrieb durch, bei Befehl einer Funktion wird abgeschaltet (low)!

Rudy

Beitrag Montag 20. August 2012, 05:58
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Hallo Jens, nur mal kurz nebenbei. Ich habe schon erlebt, dass die Kontaktierung des STUDER Steuer IC in dr Fassung etwas mangelhaft gewesen ist. Äußerte sich darin , dass die Kontrolllampe der Stopptaste im Playmodus gelegentlich glimmte/leuchtete. Wirklich stutzig wurde ich, als im Stoppmodus plötzlich der Magnet für die Bandabhebeeinrichtung zu arbeiten begann. IC aus der Fassung, Pins gereinigt, wieder rein und läuft bis jetzt prima. Ist möglicherweise für dein Problem zu trivial, aber ein Test kostet nix. Gruß Jens

Beitrag Montag 20. August 2012, 18:46
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Den Kommentar von Jens kann ich nur bestätigen. Bei mir werden grundsätzlich alle IC Fassungen gegen gedrehte Sockel gewechselt. Die von Revox verbauten Sockel sind nicht gerade prickelnd und ich hatte bereits genug, landwierige Fehlersuchen, die am Ende auf eine Fassung hinaus liefen. Gruss, Ulf
Anti-"High Ender" - Geh mir weg mit Voodoo

Beitrag Donnerstag 23. August 2012, 22:36
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Hallo Zusammen,

erstmal vielen Dank für die Tipps mit den Sockeln. Es wäre auch zu schön gewesen, aber das war es leider nicht.
Bin dem Fehler weiter auf die Suche gegangen. Ich vermute, dass entweder IC 2 und/oder IC 3 geblasen sind, da die Steuerung der Zugmagneten bzw. PB/Rec-Kreise korrekt angesprochen werden und schalten. Habe zusätzlich festgestellt, dass im Play Betrieb der rechte Motor zu laufen anfängt und das Schaltrelais zieht wenn er einen Impuls von der Zählwerksrolle bekommt. Man muss aber die Playtaste dann gedrückt halten, damit sie weiterläuft. Ansonsten schaltet sie wieder in Ruhezustand und Play und Rew Tasten bleiben beleuchtet.

Verstehe bis zum heutigen Tag nicht, warum Studer/Revox mit der A-700 und der A-807 im Vergleich zu ihren mustergültigen Schwestern so krass serviceunfreundliche Maschinen gebaut haben.
Im Vergleich zu ASC, Akai und Teac ist das zwar Jammern auf höchstem Niveau, aber wollte es mal loswerden ;-)

Habe für einen Bekannten kürzlich zum ersten Mal eine RS-1700 und RS-1506 US gemacht, die "Karten" sind zwar etwas willkürlich im Maschineninneren verteilt, aber technisch und elektronisch eine der faszinierensten Maschinen und eine echte Freude, v.a. wieviel Kraft diese kleinen Motoren haben und der gigantische Capstanmotor... Alles sehr durchdacht. Waren ja auch teuer genug.

Grüesse Jens

Beitrag Freitag 24. August 2012, 18:01
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Hallo Jens,

ich habe gerne Revox repariert (und benutzt), da die Unterlagen vorbildlich sind!

Damals hatte ich 2 der A700 repariert mit verrückten unlogischen Laufwerksfunktionen und in beiden Fällen war der Mikroprofessor daran schuld, der übrigens aus dem amerikanischen Ampex-MAZ'en übernommen wurde.

Für den ersten mußte ich knapp 200,-DM in Löffingen bezahlen, der zweite kostete nach Auslauf des Patentschutzes nur noch rund 40,-DM (merkt Euch das Kürzel DM, kommt nächstes Jahr wieder!!). :D

Wie bereits erläutert, schaltet der Krabbler durch Anlegen der Spannung am Treiber Funktionen ab!
Durch Fehlen eines Ausganges kippt der Treiber-Transistor auf high und aktiviert erst eine Funktion, nicht umgekehrt!

Habe mich damals auch dumm+dämlich gesucht...

Rudy

Beitrag Freitag 24. August 2012, 20:25
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Hallo Rudy,

mich würde sehr interessieren woher Du Dein Wissen beziehst, dass der SC 10429 Schaltkreis (hergestellt von Motorola, aufgedruckte STUDER Typenbezeichnung u. Artikelnummer) aus einer Ampex MAZ stammt? Eine MAZ hat eine ganz andere Laufwerkssteuerung. Ausserdem handelt es sich um keinen Mikroprozessor, sondern um eine schnöde VLSI Schaltung, die Stand der damaligen Technik war um kundenspezifische Logikschaltungen anzubieten. Spaäter gab es dann so Sachen wie ASICs.

Wo ich Deine Meinung teile ist die Servicefreundlichkeit der A700. Bei genauerer Betrachtung erschließt sich schnell das Designkonzept. Netzteil oben, Vorverstärker/Mischpult unten und abnehmbar, Laufwerksteuerung an der Traverse und die REC/PB-Platinen im Käfig.

Gruß, Ulf
Anti-"High Ender" - Geh mir weg mit Voodoo

Beitrag Freitag 24. August 2012, 23:25
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Die Story dieser Laufwerksteuerung hat mir ein Diplom-Physiker erläutert incl. dessen Funktion und zur Entwicklungsgeschichte.

Durchaus möglich, dass nach Ablauf des Patentschutzes sich Studer hat welche mit Firmenaufdruck bauen lassen.

Und wenn man mal Fosdrex + Co. reparierte, weiß man den Aufbau incl. Manuals von Studer, Revox und Telefunken sehr zu schätzen!

Rudy

Beitrag Samstag 25. August 2012, 07:23
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Rudy,

ich glaube da hat Dir jemand einen mächtigen Bären aufgebunden. Die besagte Schaltung kann alternativ auch mit wenigen TTL-Bausteinen nachgebaut werden. So hat es Revox später auch bei der B77 gemacht. Dort wurde anfänglich auch der SC 10429 verwendet. Die TTL Lösung war zu dem Zeitpunkt vermutlich schon günstiger und warum man nicht gleich diesen Weg gegangen ist, also auch bei der A700, entzieht sich mir seit jeher.

Viele Grüße aus dem hohen Norden, Ulf
Anti-"High Ender" - Geh mir weg mit Voodoo

Beitrag Samstag 25. August 2012, 17:41
chlorophytum Trippel As
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Das mit den TTLs ist nicht ganz richtig, denn es ist weiterhin ein programmiertes PROM erforderlich, sonst läuft es nicht. Denn ohne Software im erweitertem Sinne sind auch die Schaltungen ohne SC10429 nicht funktionsfähig.

Thomas

Beitrag Samstag 25. August 2012, 18:26
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Das mit den TTLs ist richtig. Die Aussage bezüglich des PROMs möchte ich mal berichtigen. In dem PROM steckt keine Software, was auf eine Prozessorlösung deuten würde. Revox hat ein PROM gewählt um logische Verknüfungen herzustellen - einfach und billig. Man hätte auch ein paar TTLs mehr verwenden können oder ein Diodenkunstwerk bauen können (siehe z. B. Diodenmatrizen in den Tuner A720/B760). Egal welche Variante, die Laufwerkssteuerung A700/B77 sind völlig schnöde asynchrone Logikschaltungen.

Nochmal, der SC 10429 ist kein Hexenwerk und integriert lediglich ein paar wenige Logikbausteine in einen. Das hat nichts mit Computern oder Software zu tun. Man bedenke, LSI Schaltungen waren 1972 der letzte Schrei. Auch wird dieser Schaltkreis nicht aus einer MAZ-Maschine stammen. Vielleicht hat man bei Ampex geluschert und wolte auch mal seine eigene Schaltung haben. Kräftig genug beworben wurde diese ja.
Anti-"High Ender" - Geh mir weg mit Voodoo

Beitrag Sonntag 26. August 2012, 11:25
chlorophytum Trippel As
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Ich hatte geschrieben "Software im erweiterten Sinne"! Natürlich stecken im PROM keine Programmbefehle für eine CPU drin, wie denn auch ist ja auch keine in der Schaltung vorhanden. Das mit dem TTL stimmt deshalb nicht, da es mit reinen TTL Schaltkreisen realisiert wesentlich komplexer wird als mit der (wieder im erweiterten Sinne) quasi Programmierbaren Logic in Form des PROM-Speichers. Dann hätte wahrscheinlich der Raum auf der einfachen Leiterplatte nicht gereicht alle Bauteile unterzubringen. Ein PROM ist halt kein TTL-Schaltkreis, lediglich seine elektrische Spezifikation kann TTL-Kompatibel sein. GAL und PAL waren zur Zeit der Konstruktion noch zu neu auf dem Markt. Ist aber eigentlich auch egal, denn die Schaltung einer Laufwerksteuerung überschaubar in seiner Komplexität. Boolesche Algebra und von mir aus mit reinen TTLs realisierbar. Dies wird dann aber deutlich mehr Raum erfordern als die Programmierte Logik im PROM. Wer sich eine Lösung ohne PROM ansehen möchte braucht sich nur eine ASC AS6000er ansehen. Die Leiterplatte ist ein ordentliches CMOS Grab.


Thomas

Beitrag Sonntag 26. August 2012, 19:08
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Anti-"High Ender" - Geh mir weg mit Voodoo

Beitrag Montag 27. August 2012, 21:29
endlandmusic Foren As
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...und die A-700 läuft davon immer noch nicht :-)

Grüesse

Beitrag Montag 27. August 2012, 23:14
hugohabicht Lebende Forenlegende
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Hallo Jens,

kannst Du denn mal messen ob die am oben diskutierten Steuer-IC die Signale Sinn machen? D.h. was geht rein und was kommt raus? Ist eventuell eine Funktionserklärung im Handbuch? Kannst Du Dir mal (leihweise) Ersatz besorgen? Oder mal das IC rausziehen und an den Ausgängen alle Funktionen dahinter prüfen. Rudy erwähnte dass low aktiv ist; d.h. Du musst in dem Fall den Fassungspin nach Masse legen.

Viele Grüße,
Hagen
.

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