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Was gab´s ausserdem von STUDER ?

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Moderator: Administratoren


Beitrag Sonntag 21. August 2005, 19:29
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Administrator
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Beiträge: 536
Wohnort: Würzburg

Hallo Werner,

erst mal herzlich wilkommen hier im Forum! :-)

Die Bilder sind wirklich sehr interessant... Sieht ja auch alles irgendwie hochoffiziell aus! Woher stammt denn das Bildmaterial? Hast Du oder Deine Firma für STUDER gearbeitet?

Besonders Bild Nr. 26 hat es mir ganz schön angetan - sieht wirklich sehr schick aus die Konsole - und ganz klar - das ist eine absolute Sonderanfertigung...

Gruß
Zuletzt geändert von Administrator am Montag 19. Juni 2006, 13:31, insgesamt 1-mal geändert.
Christoph

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Beitrag Sonntag 21. August 2005, 20:29
panik Trippel As
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Beiträge: 116
Wohnort: Rothrist / Schweiz

mir gehts mit bild 26ig genau gleich. n freund von mir hat so eine bei sich zuhause, die haben einen sehr coolen klang. wenn ich nur zwei kanäle draus haben könnte...

aber irgendwie find ich die studer konsolen sehr technisch, halt brodcast geräte...

aber danke für die bilder.
mhmmm



digital ist nicht real

Beitrag Montag 22. August 2005, 00:48
wernerl Routiner
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Beiträge: 45
Wohnort: Wynental

Also ein Teil der Bilder wurden bei Studer vor der Auslieferung aufgenommen. Einige wohl von mir. Woher die anderen Fotos genau stammen? Keine Ahnung mehr. Ich war von 1985 - 1989 bei Studer und habe die meisten der abgebildeten Anlagen geplant. Das Bild 26 mit dem Holz-Eck-Möbel hatte ein Kollege geplant - hergestellt wurde das Holzmöbel dann bei der Schreinerei Schneebeli (man bringe dem Schreiner mal bei was man sich vorstellt) in Regendsorf. Und war wenn ich mich recht erinnere für TF1 in Frankreich.

Aber nicht nur die Umbauten auch jedes Gerät war kundenspezifisch angepasst. Bild 23, portables 963 - der Bus wurde mittels Kabel verlängert (nicht vergessen alles analog und die Werte mussten stimmen) oder bei Bild 21 ein handgefertigter Überblendeinschub. Habe mal die Bilder noch mit Kommentaren versehen.

Beitrag Montag 22. August 2005, 14:37
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Beiträge: 536
Wohnort: Würzburg

Hallo Werner,

na jetzt wird es ja richtig interessant wenn wir einen echten (wenn auch ehemaligen STUDERaner) in unserer Runde haben... Und dazu noch einer der offensichtlich immernoch Spaß und Begeisterung für STUDER findet wie wir auch (zumindest spreche ich hier mal von der Mehrheit glaube ich... :wink: ).

Na dann erzähl doch mal ein wenig aus Deinen STUDER Zeiten!!!

Mich würde z.B. brennend interessieren wie das Arbeiten bei STUDER war? Wie war das Betriebsklima und der "Ton" dort? Waren alle so richtig von der Sache überzeugt? Also ich meine war man "stolz" bei STUDER arbeiten zu dürfen?

Hast Du Willi Studer persönlich kennen gelernt? Zu Deiner Zeit war er ja noch voll aktiv und ich habe schon oft gehört das er "mit den Leuten" war und nicht irgendwo in anderen Sphären... Was war er für ein Mensch?

Bin ja mal gespannt ob Du hier ein wenig ins plaudern gerätst... :lol:

Gruß
Zuletzt geändert von Administrator am Montag 19. Juni 2006, 13:32, insgesamt 1-mal geändert.
Christoph

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Beitrag Montag 22. August 2005, 20:15
Stephan Jungspund
Jungspund

Beiträge: 7
Wohnort: 26452 Neustadtgödens

Also das würde mich auch mal interessieren. Interessante Bilder übrigens. Die Möbel wirken echt edel.
Gruß

Stephan

Beitrag Montag 22. August 2005, 22:02
wernerl Routiner
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Beiträge: 45
Wohnort: Wynental

Wie war das damals? Ja da muss ich euch enttäuschen von wegen Begeisterung und überzeugt und und und... Studer AG war im grossen ganzen eine "stockkonservative" Industriefirma (die aber eher fortschrittliche Anstellungsbedingungen hatte) in der 90% aller Mitarbeiter absolut keinen Bezug zur Materie hatten. Da gabe es Berufsleute und überdurchschnittlich viele Hilfsarbeiter die hätten genau so gut bei BBC (heute ABB), bei Oerlikon Bührle (heute Unaxis) oder sonstwo ihre Arbeit machen können. Die haben Transformatoren gewickelt, Prints bestückt oder Metallteile bearbeitet. Das hatte für den Grossteil keinen Bezug zum Produkt.

Ein paar Fakten zu Anstellungsbedingungen 1985-89 (sofern ich mich richtig erinnere):

Lohn: ich denke im guten Durchschnitt

Arbeitszeit: 40h/Woche (üblich war 42h/Woche) - fixe Arbeitszeit - beginn um 7:00!!

Ferien: 5 Wochen (üblich war in vielen Firmen 4 Wochen)

Kantine: Menu musste vorbestellt werden, wehe man kam zu spät! Preis/Leistung war OK.

Klima: Patriarchalisch, der Chefhauswart (Spitznahmen GESTUPO - geheime Studer Polizei) hat alle die nach 07:00 zugefahren sind rapportiert - Anruf beim direkten Vorgesetzten erfolgte umgehend.

Die altbekannte Kaffelöffelgeschichte lassen wir mal weg...

In vielen Abteilungen herrschte richtige alte Industriementalität mit Meister - Vorarbeiter - und dann die die Arbeiten!

Auch wichtig: Weisse Arbeitsmäntel waren den Ingenieuren vorbehalten, unstudierte hatten "blau" zu tragen.

Am 24.12 gab es in der Kantine ein Gratisessen - den (verbotenen) Wein dazu musste man selber mitbringen.

Im Herbst hat Herr Dr. Studer immer aus seinem Engadin-Urlaub je eine Nusstorte für jeden der 2300 Mitarbeiter mitgebracht (bzw. liefern lassen - vom besten Konditor in Pontresina).

Wahre Legenden: Dr. Studer war frühaufsteher und Fussgänger. Er kam immer vor allen anderen ins Büro. An einem seiner runden Geburtstagen (70 oder 75) wollten wir ihn überraschen und als er in Sichtweite der Firma kam war überall Licht und alle um 05:30 schon am Arbeiten. Es gab wohl keine grössere Freude für Ihn!

Tja - so ganz kurzgefasst - so war das - ausser in einigen kleinen Teams in der Entwicklung, in der Studioprojektierung usw. da gab es gewisse Freiheiten... und da gab es auch ein paar von den Musikern, Tontechnikfreaks......

Beitrag Dienstag 23. August 2005, 09:18
Nicolas_CH Routiner
Routiner

Beiträge: 27
Wohnort: Frauenfeld / CH
Tja, die gute alte Studer-Zeit ... Dazu hääte ich ein paar Notizen aus der etwas näheren Vergangenheit (1996 - 2002).

Dem Stockkonservativ wurde das "Stock" genommen, in einigen Aspekten kann man je nach Abteilung viele Freiheiten geniessen. Aus der Fixzeit wurde Gleitzeit und nicht wenige können sich den Tag so einteilen wie sie wollen. Allerdings ist es schon eine Sache je nach Vorgesetzten...

Der Lohn ist durchschnittlich, wobei einige Spezialisten oder langediente - auch in den niedrigen Lohnklassen - manchmal wesentlich überhöhte Zahlungen erhalten. Auch sonst sind die Sozialleistungen allenfalls Durchschnitt.

Die Kantine, eine Dauerärgernis, wurde während einer der drei Restrukturierungen die ich mit gemacht habe, geschlossen. Wir wichen auf die exzellente Kantine der Gretag aus ... die ja ebenfalls heftig unter die Räder kam. Nur die Gretag-Kantine blieb weitgehend bestehen.

Das Klima ist eher kollegial im Vergleich zur Ära Willi Studer, aber auch von der konstanten Angst vor dem Jobverlust geprägt. Das lähmt und führt immer wieder zu Grabenkämpfen. Dennoch konnten äusserst spannende und wegweisende Produkte wie die Vista-Konsolen entwickelt und in den Markt eingeführt werden. Der Name "Vista" war übrigens mein Vorschlag, der im Gremium aus vielen Vorschlägen für das Produkt gewählt wurde. Auch die On-Air-Mischpultreihe für Broadcast ist gut positioniert.

Harman als Besitzerin von Studer hat es bis heute nicht geschafft, den Laden auf Vordermann zu bringen. Aber es gibt Gründe, wenn auch schlechte, dafür. Naja, es gäbe noch viel zu erzählen...

Einziartig ist die starke Identifikation vieler Mitarbeitenden mit der Firma, aber nicht zwingend mit den Produkten und deren Anwendung. Die meisten wollen mehr als nur eine gute Arbeit leisten und sehen sich zu Höchstleistungen angespront, weshalb auch immer wieder exzellente Produkte aus Regensdorf kommen.

Der Markt wurde völlig umgekrempelt und die wirtschaftliche Situation hilft auch wenig, weshalb Studer konstant hart kämpfen muss.

Eine Anekdote:

Der Besitzer der nobelsten Lachsräucherei der Schweiz ist ein begnadeter Pianist und Komponist. Er hat sich in der Lachsräucherei im Toggenburg ein sehr grosses Studio eingerichtet, das auch rege benutzt wird. Nachdem er die 48-Spur DASH-Maschin gekauft und in Betrieb genommen hatte gestand er, dass er es nicht für möglich gehalten habe, dass in einer so uninspirierenden Umgebung wie das Studer-Gebäude klanglich so einzigartig hochwertige Produkte entstehen können.

Gruss

Nicolas
Reiner Klang - ein seltenes Gut in der Jetzt-Zeit.

Beitrag Montag 19. Juni 2006, 10:23
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Eroberer
Eroberer

Beiträge: 15
Ja, Studer hat einige Dinge gebaut die in der Bibel (Die sprechenden Maschinen) nicht oder nur ungenügend dargestellt wurden/werden. So hat Studer einen grossen Teil seiner Test und Prüfgeräte speziell für die Bandmaschinen endkontrolle selbst entwickelt und gebaut. Interessant ist es auch das man z.b fast keine Informationen zu den Regiepulten 069 (Reportage) im Netz findet. Desweitern ist vielen ebenfalls nicht klar das auch Revox ein Broadcast Mischpult des Typs MB16 (Baugleich mit Studer 916) im Angebot hatte. [/img]

Beitrag Mittwoch 5. Juli 2006, 13:21
Nicolas_CH Routiner
Routiner

Beiträge: 27
Wohnort: Frauenfeld / CH
... was damit zu tun hat, dass es ein Revox-Produkt war. Viele Studer-Jungs haben zeitlebens auf Revox hinab geschaut, obwohl deren Produkte für bestimmte durchaus gepasst haben.

Baugleich waren MB16 und 916 in vielen Bereichen, sie waren aber nicht identisch. Revox hatte auch noch andere semiprofessionelle Broadcastprodukte im Angebot - die PR99 wohl mit das bekannteste.

Das 069 ist ein schon sehr angejahrtes Produkt und zudem war es vor allem bei Spezialisten im Einsatz. Da wird es nur ganz wenige geben, die sich heute noch dafür interessieren - was sich im Web wiederspiegelt.

Nicolas
Reiner Klang - ein seltenes Gut in der Jetzt-Zeit.

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