Revox B77 Vorteil HS Aufnahmen

Fragen und Antworten zur Technik bei den ReVox-Klassikern. Von der 36er-Serie bis zur C-Serie.

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In diesem Bereich geht es um die "Klassiker" der Firma ReVox. Gemeint sind Geräte aus den Anfangstagen der Firma, ReVox-Tonbandgeräten aller Art, B-Serie, C-Serie, S-Serie, H-Serie usw.
raaabe
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Re: Revox B77 Vorteil HS Aufnahmen

Beitrag von raaabe »

Hallo zusammen,

es liegt in der Natur der Sache, dass es Menschen gibt die einfach ein größeres Wissen, auf einem – nennen wir es Spezialgebiet – haben, als andere. Es ist auch normal, dass ein Mensch der dieses Wissen nicht hat – zum Beispiel ich – dann einiges nicht versteht. Es ist aber nicht normal, dass derjenige "der es besser weiß", in einer derartigen Art und Weise angemacht wird. Ich denke, das hat etwas mit "Kinderstube" zu tun.

Ich freue mich jedenfalls, dass es Menschen wie Phonomax gibt, die ihr Wissen – im übrigen auch mit einem damit verbundenen hohen Zeitaufwand – versuchen uns zur Verfügung zu stellen.

Viele Grüße
Paul
sibro
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Re: Revox B77 Vorteil HS Aufnahmen

Beitrag von sibro »

..ist mir eigtl. müssig zu sagen, was ich an den links v. phonomax abwegig ja randthematisch finde,..
denn über die bessere höhendynamik, schnittvorteile ua. praxisnahen eigenschaften von 38cs ist ja eigtl. nichts gesagt / geschrieben worden, da müßte man eigtl. bücher wie J.Webers ua. Tonbandtechnik zum Höhepunkt der 60-90er-Jahre zitieren sollen....
im grunde ist mit dem "niedergang von analog-bandaufnahme, gleichzeitig zunahme der digispeicherung" alles allgemein verständliche u. übliche bekannt..., eigene rapidshare-links zu bemühen geht (mir) zu weit---, und viele anhänger der alten analog.aufnahmen und röhrentechnik lieben gerade die nichtlinearen ungereimtheiten...?!
für die sehr vermutliche spielerei mit HS-aufnahmen an hobbygeräten bringts wenig bzw. nur gewisse (hobby)- audiobewunderung, obendrein fehlen bei allen HS-aufmontagen von Gustav-36 bis A od. B od. PR77 die eigtl. studio><-köpfe, dann zB. die Locator-/ exakten, schnellen Bremsfunktionen (sogar bei B67 ?) zur schnellen stellenfindung, dh. zügigen tonarbeit uva...
>>>eben nur bei reinen studiogeräten sind diese entsprechend teuer eingebaut--
..heute sind auch HS-(Hobby)aufnahmen von Bandaufwand-/ kosten eindeutig zu teuer, deren herstellung ist immens energieaufwendig (habe 1999 hier noch BASF-Bandwerk besichtigt, längst abgebaut), auch umweltschädigend,
>> also ab damit ins museum (oder eben zu Tacet-CD-label...., wo man mit M5 seine orig.Aufnahmen macht, dann aber postproduktion am PC...)---mfg, sbr.
endlandmusic
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Re: Revox B77 Vorteil HS Aufnahmen

Beitrag von endlandmusic »

Hallo Allerseits,
schliesse mich dem Post von raabe uneingeschränkt an...

Ich bin im Besitz von sowohl einer B77 MkII und einer B77 HS, ansonsten mehrerer Studer Maschinen ( A807,B67 MkII,A80 ) und noch einigen japanischen Consumerschleudern.
Ob sich die 38cm/s bei der Aufnahme von "kontrollierten" Signalen in jedem Falle rechtfertigen, lasse ich mal dahingestellt ( vom verbesserten Fremdspannungsabstand abgesehen ), solange ich nicht in die Sättigung fahre. Ich bin der Meinung, dass das extrem vom Ausgangsmaterial abhängt. Plattenformate besitzen bekanntlich unterschiedliche Dynamik- und Frequenzbereiche: Man erinnere sich an die K-Tel oder Arcade Platten mit 10 Liedern pro Seite ohne Stereobreite und Bässe im Gegensatz zu einer End 80er-6min Maxi aus dem Hause Horn ( z.B. "Slave to the Rhythm" von Grace Jones ), die so ziemlich alles ausschöpft, was das Vinylformat ohne Loudness-Maximizing so hergibt.
Ich benutze die 38cm/s nicht als Universalgeschwindigkeit, sondern nehme bei "einfacheren Vinyls" auch mal die 19cm/s.
Die Unterschiede der 77HS zu den grösseren Studer-Schwestern, bei gleichen Geschwindigkeiten, sind enorm. Die A80 klingt bei 19cm/s immer noch besser, als die B77HS bei 38cm/s. Auch die B67 nimmt sich da nicht viel. Allerdings beide mit Schmetterlingsköpfen.
Längerfristig würden sich hier auch die höheren Anschaffungskosten einer Studer amortisieren.
Man sollte auch nicht ausser Acht lassen, dass sich in dieser "Grauzone" zwischen B77HS und Studer A810 usw. noch respektable Consumermaschinen befinden, die klanglich und messtechnisch ebenfalls oberhalb der B77HS spielen, wie die ASC 6002, Tandberg A20SE ( und nur diese ), TEAC X-2000M, die sogar noch dbx hat.
Keine Kompromisse gehe ich bei der Aufnahme von eigenen Produktionen ein : A-80 + RTW + SM900 + C-4 + 38,1cm/s = Analoges Mastern !
Diese Formel hätte ich ohne Hans-Joachim auch nicht so einfach für mich umsetzen können. q.e.d. :-)

In diesem Sinne...
Pütz
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Re: Revox B77 Vorteil HS Aufnahmen

Beitrag von Pütz »

Hallo,

zuerst einmal vielen Dank für die angeregte Diskussion. Diese Woche sollte ich mein B77 HS bekommen. Dieses ist neu revidiert und eingemessen. Ich bin gespannt, wie die Maschine klingt.

In der Zwischenzeit habe ich mit meinen alten G36 einiges an Schallplatten aufgenommen. Je länger ich mich mit dem Tonband beschäftige, um so mehr bin ich davon begeistert. Das Teil klingt jetzt einfach nur genial. Sogar meine Schallplatten klingen ab Band überaus genau und angenehm. Ich nehme mit 19 cm auf und bin mit dem Resultat mehr als zufrieden. Vor allem die Räumlichkeit der Aufzeichnungen ist faszinierend. Natürlich kann das G36 im Hochtonbereich gegen die Auflösung der CD nicht ganz mithalten, aber ich ziehe die analoge Aufnahme jederzeit vor. Die Musik hat einfach über das Band mehr Luft, es lebt einfach mehr. Ein Oldie zieht also einem Krell SACD, einem Linn Unidisc 1.1, das Fell über die Ohren. Hätte mir das jemand vor einigen Wochen erzählt, hätte ich Ihn schlichtweg ausgelacht.

mfg Peter
Pütz
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Re: Revox B77 Vorteil HS Aufnahmen

Beitrag von Pütz »

Gestern ist sie eingetroffen, meine B77 HS. Das Tonband sieht aus wie frisch aus der Fabrik. Alles funktioniert bestens. Die ersten Aufnahmen habe ich bereits gemacht und bin mehr als zufrieden. Es macht wirklich Freude mit dem Tonband zu arbeiten.

Von der B77 gibt es ja noch die Profiausführung PR 99. Ist dieses Gerät der B77 klanglich überlegen.

mfG Peter
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Re: Revox B77 Vorteil HS Aufnahmen

Beitrag von chlorophytum »

Pütz hat geschrieben:....

Von der B77 gibt es ja noch die Profiausführung PR 99. Ist dieses Gerät der B77 klanglich überlegen.

mfG Peter
Nein!

Denn alle ReVox Tonbandgeräte selbst die betagte A77 bietet ein neutrales Klangbild also eines dass möglichst wenig der Aufnahme hinzudichtet.

Gruß

Thomas
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BtausD
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Re: Revox B77 Vorteil HS Aufnahmen

Beitrag von BtausD »

Hallo Peter,

In EINEM Punkt schliesse ich mich der Meinung des Vorredners an, da ich beide der genannten Geräte betrieben habe:

Eine PR99 ist klanglich nicht besser als eine B77.

Weiterhin viel Freude an Deinem neuen Gerät!

Gruss BtausD
Pütz
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Re: Revox B77 Vorteil HS Aufnahmen

Beitrag von Pütz »

vielen Dank für die Antworten.

Mein Bekannter hat sich eine PR99 aus Ebay gekauft. Die Optik ist schon sehr schön; da kann die B77 nicht mithalten. Ich habe die PR99 nur kurz gehört und kann deshalb noch kein entgütliges Urteil darüber abgeben. Was ich sicher sagen kann ist, dass mein G36 über die Anlage offener und sehr viel räumlicher klingt. Die Höhen klangen noch etwas bedeckt und ab und zu fiel der ganze Ton aus. Ich denke aber, dass die PR99 erst einen Service über sich ergehen lassen muss damit sie richtig gut klingt. Was ich etwas schade finde ist, dass mein Bekannter die PR nicht symmetrisch ansteuern kann. Es gibt zwar Adapter-Kabel, aber das ist sicher nicht im Sinn des Herstellers.

Auf jeden Fall ist die PR ein richtiger Hingucker.
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cavemaen

Re: Revox B77 Vorteil HS Aufnahmen

Beitrag von cavemaen »

Ich grüße Euch!

Ob nun 19cm oder 38cm Band "verbraucht" wird, ist mehr eine Frage der Kompatibilität.

Der Rundfunk hat nun mal 38cm / sec. (15ips) zum Standart erklärt. Nur Wortaufnahmen wurden schon mal mit 19cm gemacht, war aber eher selten und eher in angelieferten Beiträgen zu finden.

Man löscht in Vollspur und hat Schmetterlingsköpfe mit nur 0,75mm Trennspur. Im Ausland tauscht man gerne den Wiedergabekopf gegen einen mit 2mm Trennspur, um kompatibel zu sein mit angeliefertem Bandmaterial von Revox, Tascam, Technics ect.

Früher waren 76cm und ganz früher (40er Jahre) soll man sogar mit 140cm experimentiert haben.

Den Unterschied beim Hören kann man auch nur, wenn es qualitativ der Rest der Übertragungskette dies zulässt und das "Futter" (Signalquelle) entsprechend hochwertig ist!

Leider kommt beim Rundfunk heute die Musik vom Server. Der HR hat in Bankfurt Musikserver stehen, die mit dem SWF zusammen betrieben werden und inzwischen rund 2 Millionen Musiktitel und Beiträge gespeichert haben.

Wer so 'nen Server sehen will, kann auf die Homepage von Radio ERF in Wetzlar gehen.

Wer sich nun das Geplärre von übersteuerten billigen PLL Postsendern selbsternannter Hitradios antuen möchte, braucht weder 38cm, noch einen hochwertigen Tuner mit Richtantenne, sauteuren Boxen und Markengeräte, solchen Hörern reicht 'n mp3 Player.

Einige Sender arbeiten mit gut eingestellten Orban Optimod's, fahren nur 90% Pegel über die Regie bis zum Sender und sind vorsichtig beim Einsatz mit Kompressoren, denn die wurden schon bis zum Erbrechen in der CD-Produktion eingesetzt statt guter Mikrofone, Wandler und erfahrener Tontechniker.

Ja es gibt Hits, welche nahezu vollständig im Laptop entstanden sind und so "klingt" auch das Ergibnis!

Aus den USA gab es mal die Serie Living Stereo. Ich habe eine Aufnahme, welche in der freien Landschaft mit vergrabenem Generator und Studio Tonbandmaschine in Verbindung mit sehr guten Mikrofonen aufgenommen wurde.
Leute, man glaubt, der Dampfzug (Big Boy) fährt durch das Haus, wenn ich das abspiele!

Einige Klassik-CDs und Jazz wurden entsprechend hochwertig aufgenommen, auch die blaue CD von Dire Straits, BAP ( Maxi: Fortsetzung folgt) ect. um nur 'n Beispiel zu nennen.

Die druckvolle Stimme von Johnny Cash wurde grundsätzlich mit einem Neumann U47 aufgenommen.

Im Tonstudio Pauler in Northeim werden Halfspeed Schnitte, auch DMM (direct Metal Mastering) noch heute angeboten und das Ergebnis klingt.

Wenn ich mal Besuch bei mir habe und einen Radiomitschnitt abspiele und dann parallel die analoge Maxi-Single laufen lasse, erlebe ich immer wieder Erstauen!

Diese Mühe macht sich heute niemand mehr. Hauptsache schnell und billig produziert, das Studio mit der Rechnungsbegleichung womöglich hängen lassen, im Ausland billig (und lieblos) mastern und das nach mehreren tausend mal benutzte und verbrauchte Glasmaster bis zum Erbrechen laufen lassen, um so maximal möglichen Profit rauszuholen.

Ich will damit nur sagen; echte Tonqualität muß man heute suchen um dann erst festzustellen, wie gut und kraftvoll plötzlich die Stereoanlage klingen kann...


Beste Grüße,

Rudy

(Radio-Producer)
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