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Otari MTR 90 24 Track 2" MK 2

Hier ist Platz für allgemeine technische Fragen die sich nicht speziell mit STUDER, ReVox oder anderen Firmen beschäftigen.

Moderator: Administratoren


Beitrag Donnerstag 16. November 2017, 13:41
AAAMusik Doppel As
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Hallo Forum,

aus einer Studioauflösung ist mir eine Otari MTR90 MK 2 2"angetragen worden. Hat jemand im Forum so ein Monster im Besitz, oder mal damit gearbeitet? Wie sieht es mit Reparaturmöglichkeiten und Ersatzteilen aus? Wie sieht das im Klang aus im Vergleich zu einer Studer oder Telefunken

Grüße Gerald

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Beitrag Donnerstag 16. November 2017, 15:12
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Wenn Du die Suchmaschine hier im Forum bemühst, kannst Du Themen zu Otari finden.

Viele Besitzer von Otari Bandmaschinen wurden auf Deutsch gesagt verarscht, wie VW das macht.

Ein neuer Rollensatz mit GA-Rolle wurde für über 900,- Münzen als Originalersatzteile verkauft mit dem Ergebnis, dass dieses Material sich binnen weniger Monate verflüssigte und diese teuren Produktionsmaschinen innen erheblich schädigte.

Otari leiste weder Ersatz noch Kulanz und schloss die betriebsinterne Abteilung und schmetterte danach weltweite Forderungen ab!

Gut, klanglich war sie brauchbar, zeigt aber altersbedingte Schwachpunkte und Kontaktprobleme der Steckkarten.

Nicht ohne Grund hatten professionelle Studios eine oder mehrere Studer stehen, Alternativ stand auch Telefunken drauf.

Nun erfreue Dich an Deiner (hoffentlich billigen) Anschaffung! :?

Rudy

Beitrag Donnerstag 16. November 2017, 19:07
AAAMusik Doppel As
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Nein,
220kg Schrott sind letzlich auch nur Müll, und es macht nur Sinn, wenn Ersatzteile und entsprechende Sachkunde zur Verfügung steht, und MK1 war eindeutig Schrott

Bei Tascam sieht es zumindest mit der Wartung besser aus, ich beziehe mich auf z.B 1" Tascam MSR-24S mit Dolby S, die Ersatzteilsituation und Leistungsfähigkeit sind mir aber auch nicht klar.

Aber Ampegs gibt es hier nicht (ist mir noch nicht untergekommen) , und 1" oder 2" Studer oder Telefunken wachsen leider nicht auf den Bäumen

Grüße Gerald

Beitrag Freitag 17. November 2017, 13:58
cavemaen Benutzeravatar
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Stimmt Gerald, Studer & Telefunken waren die teuersten Maschinen.

Ampex kenne ich nur vom Hören und der Ruf war nicht gut, kenne auch keine überlebte betriebsfähige von denen. Eine konnte ich mal bei Schmitronic inspizieren und die Verarbeitung sah nicht nach sauberer Serienproduktion aus.

Tascam gehört nicht zur Oberliga, sondern zur Gruppe "Homerecording". Ohne deren DBX-Rauschunterdrückung waren die Teile unbrauchbar und 16 Kanäle auf 1" (Fostex machte 16 Spuren auf Halbzoll) waren kein Standart, die schlechte Kanaltrennung und der Rauschpegel aufgrund des winzigen Natzrasens waren in professionellen Tonstudios unbrauchbar.

Im Net tauchen aber gelegendlich Otari Audiokanäle auf. Ich habe aber keine Infos darüber, wie deren Kopf-induktivitäten sind und ob die an anderen Tonköpfen spielen.

Wiedergabe kann man sich passend schrauben, aber in die Aufnahme kommt man meist nur mit dem Mutter-Oszillator!

Otari und MCI Mehrspurmaschinen (so meine Erinnerung) stecken ihre Audiokarten mit der Platine direkt in Federleisten wie bei Revox.
Aber dieser Federn korrodieren und machen jetzt im Alter richtig Probleme!

Abhilfe:

Entweder Drähte festlöten, oder was anderes basteln - oder gleich Studer kaufen... ;-)

Mit der Einführung von HD-Recording braucht man die riesigen Trümmer nicht mehr. Als Hobby völlig in Ordnung, aber damit Geld verdienen hier bei uns in Germanien is nich.

Selbst wenn Du mit edelster Technik Aufnahmen machst, spätestens beim Kopieren oder umspielen auf Digital ist der Klang dahin und wenn man Sound in Röhrentechnik produzierte und das auf Digital überspielt, läufst Du weg!

Harmonische Verzerrungen der Röhre(n) gepaart mit Jitter von Wandlern ergibt hört sich nach meiner Erfahrung schlimmer an, als eine Kreissäge!

Alternative: 24Bit mit 196KHz gefüttert mit den Signalen von Neumann oder Sennheiser MKH-40 Mikrofonen und gut isses....

Rudy

Beitrag Sonntag 19. November 2017, 15:50
AAAMusik Doppel As
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Hallo Rudy,
ich sehe das etwas anders, was die Veränderung des Tonmaterials betrifft, wenn die technischen Spezifikationen des digitalen Weges beachtet werden (symetrische Kabel Verbindungen, hochwertiger Wandler, Thunderbold...ich höre dann zumindest keinen Unterschied bei mehrfacher Kopie und Vergleich der Kopien digital/analog. Die Ausnahme ist die erstmalige analoge Aufnahme eines digitalen Mediums und dann digitale Aufnahme der analogen Wiedergabe..die mehrfache Wiederholung dieser Prozedur erbringt für mich identische Kopien. Allerdings geht das so auch über den analogen Eingang/Ausgang eines DAT-Gerätes (nicht aber über den digitalen Eingang/Ausgang, das ist nur mein bescheidenes Urteil.

Zur Otari: Problematisch ist doch auch die Beschaffung eines Bezugsbandes und das Einmessen auf CCIR, von Wartung oder Reparatur ganz zu schweigen.
Ohne Bezugsband ist die Aufnahmequalität ein Lotteriespiel, oder gibt es Möglichkeiten, das zu kompensieren? Wer das messen kann an der Otari (Tom, bist Du da irgendwo ?) gerne eine PN an mich.

Ohne Service und vernünftige Einstellungsmöglichkeiten werde ich wohl davon Abstand nehmen, es gäbe noch ein AMEK TAC Mischpult dazu, da ist das mit der Serviceanfälligkeit noch schlimmer...dann stünden gleich 2 Monster herum

Immerhin...als Lichtorgel sieht das schon gut aus, auch mit den ganzen Zappelzeigern

Grüße Gerald

Beitrag Montag 20. November 2017, 13:34
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Hallo Gerald!

Warum Du ein digitales Signal auf Analog holen möchtest, kann ich nicht nachvollziehen, es verbessert sich nichts, auch nicht dann, wenn man die billigen SMD-Wandlerchen eines DAT-Gerätes benutzt, den Unterschied hört man sofort!

Bezugsbänder gibt es noch, rechne mit rund 500,-bis 800,- €uronen (meine verleihe ich nicht).

http://www.jrfmagnetics.com/mrltapes.html

Bei einer jahrzehntealten Bandmaschine ist es mit dem Einmessen nicht getan, da sich einige Kanäle nicht mehr korrekt justieren lassen aufgrund Bauteilealterung, da muß ein Service her mit anschließendem Einmessen, wenn die Mechanik völlig in Ordnung ist, das Netzteil stabil läuft, trockene ELKOs getauscht, Bandzüge, Bandführungen, Tonköpfe ect. alles perfekt sind und der letzte korrodierte Kontakt der Steckkarten beiseitigt wurde, erst dann kann man mal nach Entmagnetisieren des Laufwerks ein Bezugsband auflegen und die Frequenzschläuche durchlaufen lassen.

Der Verkäufer wird selbstverständlich aussagen, dass die Maschine immer gelaufen hat, das ist aber 30 Jahre her....

Rudy

Beitrag Montag 20. November 2017, 13:53
AAAMusik Doppel As
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Hallo Rudy,
ich sehe es ja ein...es gibt doch nur Studerkompetenz für 2" und kleiner, vom Rest ist die Ersatzteillage unsicher.

D/A: ich vertraue ausschließlich den Ohren (A/B/C/Original im Direktvergleich), und selbst unterschiedliche DATs (PCM7040, DTC 2000 von Sony, ganz billig waren die früher nicht) hören sich unterschiedlich an, ist aber bei CD-Playern auch so.

Digital ist nicht nur schlecht, in der Filmproduktion ist es ausschließlich digital, und Analog ist Luxus/Hobby und in der Produktion umständlich...aber schön

Grüße Gerald

Beitrag Montag 20. November 2017, 19:20
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Jaaaa im Filmton, nicht aber in der Musikproduktion.

Der Filmton fängt oft erst bei 40-50Hz an, im TV hat man in den 1960er Jahren unter 140Hz beschnitten, Beispiel V76-80.

Fährst Du den Pegel bei Digital auf 95%, haben die Wandler Mühe mit dem Tieftonanteil. Also verlangen die Herren Produzenten, dass ihre neueste CD-Produktion laut sein soll und man greift fast automatisch zum Kompressor.

Ergebnis: kaum noch Dynamik da incl. der Gefahr das alles pumpt (Rücklaufzeit falsch gewählt).

Jetzt ist auch der gute Klang von Klasse-A Verstärkern und Röhrenmikrofonen hinüber.

Man kann Digital aufnehmen, aber der Kram klingt erst bei 24 Bit und 196KHz Auflösung und bei ganz vorsichtiger Aussteuerung von 85-90%!*

Wenn man jetzt noch die harmonischen Verzerrungen von Röhrenkram mit Digital mischt, läuft man vor dem Ergebnis weg, zumindest habe ich das mehrmals so vernommen!

Wenn ein Tonsignal schon Digital ist, verbessert man bei der Überspielung zurück auf Analog nichts mehr, der Jitter ist da und die kaputte Dynamik ist im Eimer.

Wenn dann noch die untere Grenzfrequenz fehlt und unter 50Hz alles weg ist, kann man nichts mehr machen, dann haben Mitten & Höhen die Oberhand.

Sicher, alles klingt kristall hell, klar und durchsichtig, aber der Subwoofer bleibt bis auf ein paar wenige 50Hz-Brummer still.

*Ich habe den identischen AD-Wandler da, mit dem das Album Brothers in Arms der Dire Straits aufgenommen wurden, ein Sony PCM 1630 mit Digital-MAZ DMR-2000 im Neuwert von 29.000,-DM.

In dem Buch "Mischen wie die Profis" ISBN 978-3-910098-36-7 habe ich Aufnahme-Situationen nachgestellt und die Bestätigung gefunden.

Der elementare Grundfehler in vielen Studios nach Einführung von Digital war (so mehrer Ton-Ing. im Gespräch), dass die billigen Pulte unter 10.000,- nicht klingen und man daher die alten Studio-Vorverstärker von TAB, Telefunken, Neumann, Delta, Lawo & Co. suchte, um das Zeug nutzen zu können und / oder in jedem Kanalzug einen Kompressor brauchte, da die kleinen Yamaha ect. nichts auf der Pfanne hatten.

Ein Bekannter von mir hat ein hochpreisiges Yamaha-Pult mit sehr brauchbaren Ergebnissen, ein anderer nutzt ein Tascam X-48 mit externen Vorverstärkern (die on Bord VV taugen nichts) und beide haben mich mit ihren Ergebnissen tontechnisch überzeugt!

Wichtig ist auch gute Mikrofone am Anfang der Übertragungskette zu haben und die Übertragungskette hochwertig zu halten.

Aber ich wiederhole mich damit, dass spätestens im Presswerk eh alles wieder auf Einheitsbrei verquirlt und kompremiert wird incl. dem Senden bei den "Hitradios" das ganze nochmal...

Früher hatte ich 2 Studer A800 verkoppelt zu 48 Kanälen, danach nochmal eine M15A 8-Spur.

Niemand wollte den Aufpreis zahlen, nur billig war angesagt, was mir auch ein Kollege in Gießen bestätigte.
Jetzt erfreuen sich amerikanische Studios an den Maschinen.
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Das war nur meine Meinung und Erfahrung, keine Besserwisserei.

R.

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