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Abschlußschalter 600 Ohm vs. 10kOhm

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Moderator: Administratoren


Beitrag Donnerstag 15. März 2018, 23:23
AAAMusik Doppel As
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Beiträge: 85
eine Frage an die Spezialisten:

die Audiokabel im Profibereich (XLR) schließen doch mit dem Abschlußschalter mit 600 Ohm ab, entsprechend den Quellgeräten. Welche Kabel bzw. welche Geräte benötigen 10 kOhm? Ist bei 10kOhm die Lautstärke vermindert? Kommt das aus der Kommunikationstechnik?

Grüße Gerald

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Beitrag Freitag 16. März 2018, 11:30
cavemaen Benutzeravatar
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Beiträge: 2617
Wohnort: 34582 Borken / Hessen
... kommt auf die Richtung an.

Kommt das Signal von einem sym. Gerät mit beispielsweise +6dB und man hängt ein HiFi-Gerät daran zwecks Aufnahme, kann nur der Pegel zu hoch sein und im Extremfall zerren.

Wenn man umgekehrt ein sym. Studiogerät an ein HiFi-Gerät mit 0,6V Pegel anschließt, reicht der Pegel nicht aus und der Frequenzgang kann (mit oder ohne Pegeleinbruch) einknicken.

Dazu gibt es die Anpassverstärker Typ V...57. :!:

Rudy

Beitrag Freitag 16. März 2018, 18:35
AAAMusik Doppel As
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Beiträge: 85
Hallo Rudy,

so sieht es aus:
Abschlussschalter XLR output bei 0,6kOhm ist niederohmig, Klinke symmetrisch line in RME 802 ist 12kOhm, ich stelle Abschlussschalter XLR output auf 10 kOhm.
Klinke symmetrisch RME 802 Line out ist 75 Ohm, ich stelle XLR input auf 600 Ohm. Ganz ohne Anpassverstärker. Ich wäre gar nicht auf den Gedanken gekommen, wenn es nicht den Abschlussschalter geben würde.
Ich wusste nur, das AES-Kabel 110 Ohm Widerstand haben sollen, XLR hat 75 Ohm...macht vermutlich keinen Unterschied

Grüße Gerald

Beitrag Samstag 17. März 2018, 14:23
cavemaen Benutzeravatar
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Beiträge: 2617
Wohnort: 34582 Borken / Hessen
Eine gewisse Kabeldämpfung muß sein, besonders bei Mikrofonkabeln, sonst wird der Draht zur Antenne.

Daher haben schlaue Leute mal die symetrische Leitungsführung mit galvanischer Trennung erfunden.

Ich betreibe von Roland den Cakewalk UA-25 EX mit brauchbarem Klang.

Dennoch ist bei mir alles sym. (balanciert) und HiFi-Kram läuft am Neumann-Tisch auch, muß nur die Fader bis Anschlag hochziehen.
Rangiert werden alle Eingänge über ein Lemo Steckfeld, alle Ausgänge sind fest auf alle Verbraucher verteilt über Neumann V482 und Delta V1082.

Nur mein Schnittsystem Samplitude verträgt sich überhaupt nicht mit meinem Windoof 10, welches einmal täglich den Rechner runterfährt... :?

Mir ein Rätsel, wie man mit so mieser Software so reich werden kann....

R.

Beitrag Sonntag 18. März 2018, 23:10
9146 Trippel As
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Beiträge: 101
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Hallo Gerald,

Ausgangs- und Eingangsimpedanzen von Audiogeräten müssen aufeinander abgestimmt sein. D.h. Fast immer ist der Ausgang eines Gerätes recht niederohmig. So zwischen 30 und 100 Ohm.
Eingänge sind hingegen eher hochohmig, damit der Ausgang des einspeisenden Gerätes nicht zusehr "belastet" wird. Würde der Eingang des Folgegerätes gleich oder gar niederohmiger als der Ausgang des davor liegenden Gerätes sein, so würde das Signal stark bedämpft. Es leiden extrem stark der Frequenzgang und möglicherweise knickt auch der Pegel ein.

Beide zu kombinierende Geräte müssen aufeinander abgestimmt sein bzw. werden.

In der Nachrichtentechnik ist das übrigens nicht so. Da sollten Ein- und Ausgangsimpedanzen etwa gleich sein. NICHT so im Audio und insbesondere im Studiobereich.

Daher passen auch oftmals Consumer-Elektronik (HIFi) nicht an Studio-Technik.

Professionell erklärt wird dies u.a. auch auf der WWW- Seite von Professor Eberhard Sengspiel (gebe mal bei Google "Sengspiel Impedanzanpassung" ein...)

Kabel hingegen weisen zwar auch Innenwiderstände und Impedanzen sowie noch zig andere Parameter auf. Das hat jedoch nichts mit dem eingangs Gesagten zu tun und ist (fast) zu vernachlässigen. Ebenso Null Auswirkung haben die Steckerausführungen. Ob nun Klinke, Tuchel, XLR oder sonst etwas. Mal abgesehen von der Haltbarkeit, Abschirmung usw. (Qualität).
Niedrige Impedanzen, hohe Pegel und vor allem symmetrische Signalführung (Kabel und Anschlüsse) sind Garanten für echte Sudioqualität.

Wenn der Vorverstärker den Du ansprichst umschaltbare Ausgangsimpedanzen ermöglicht, dann damit Du mit der niedrigen Impedanz in Richtung Studio gehen kannst und mit 10KOhm bist Du eher für HiFi-Geräte gerüstet. Letztere haben meist sehr hohe Eingangswiderstände zwischen 50 KOhm und ein paar hundert KOhm. Entsprechend niedrig dann die Pegel von ca. 0,75 V oder weniger, im Gegensatz zu meist 1,55V im Studiobereich.

Gruß

JR

Beitrag Montag 19. März 2018, 21:08
AAAMusik Doppel As
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Beiträge: 85
Hallo,
Sengpiel habe ich ja schon eingehend studiert, jedoch nicht wirklich verstanden. Danke für Eure Erläuterungen
Grüße Gerald

Beitrag Dienstag 20. März 2018, 13:27
cavemaen Benutzeravatar
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Beiträge: 2617
Wohnort: 34582 Borken / Hessen
Der schwache HiFi-Pegel soll an +6dB angepasst werden. Dazu gibt es den aktiven "Anpassverstärker" V...57.

Die erste Ziffer gibt nur den Hersteller an, die 4 steht für Neumann.

Damit kommt man von Soundkarte oder HiFi auf sym. Studiopegel z.B. zur Studer.

Umgekehrt passt das, wenn man vom Studiogerät mit +6dB in ein HiFi-Gerät geht.

Dabei muß ich anmerken, dass es aber im Einzelfall zerren kann, wenn der Line-in keine 6dB (1,55V) verträgt.

Da kann man einen Übertrager* je Kanal zwischenlöten, oder kapazitiv den Eingang des HiFi-Verstärkers unempfindlicher machen.

*bitte keine China-Attrappen nehmen, die versauen das Klangbild!

Haufe / Pikatron haben ausreichend dimensionierte Kerne und Spulen, die keine messtechnische Sauereien machen.

Rudy
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Beitrag Dienstag 4. September 2018, 10:31
benmuetsch Routiner
Routiner

Beiträge: 47
Ich bin gerade durch Zufall über dieses Thema gestolpert und wundere mich etwas um ehrlich zu sein.
1. Ein XLR Kabel schliesst garnicht mit irgendeinem Widerstand ab.
2. Diese 600 Ohm Geschichte ist doch längst obsolet und gerade im Audiobereich (Studio), ich frage mich immer wieder, warum manche Firmen (darunter auch Studer) da immer noch so dran kleben. Messe ich eine Maschine mit 600Ohm Abschlusswiederstand ein, schließe aber danach einen hochohmigen Abnehmer daran an, kann es durchaus sein, dass da ein (geringfügig) anderer Pegel ansteht. Gab es da nicht mal eine allgemeine Studiovorschrift, die besagte: Ausgang muss kleiner 100, Eingang größer 5kOhm sein?
3. +6dBu bzw 1,55 Volt sind nicht wirklich viel Pegel, gerade heute in der digitalen Welt. Damit sollte eigentlich auch jedes Hifigerät klarkommen. Aus vielen Wandlern / Audio Interfaces kommt da deutlich mehr raus und das wird dann gern mal zum Problem (da ja die digitalen Formate immer mit 0dbfs daherkommen ist ja jeder Headroom aufgebraucht und aus dem Wandler kommen dann gerne +18...28 dBu)

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