GELÖST: Komplettausfall einer Revox A78
Verfasst: Mittwoch 7. Dezember 2022, 22:17
Guten Abend Freunde des magnetischen Bandes!
Wie der Titel bereits erahnen läßt, ist mir meine A78 gestern vollkommen unerwartet ausgefallen- und das spielte sich wie folgt ab:
Im Sommer 2021 habe ich dem Verstärker zwei (hier sicherlich verpönte) Bluetooth- Eingänge spendiert, die per Schalter anstelle der normalen Aux-Din-Buchse ein entsprechendes NF-Signal in das Gerät einspeisen. Der Schalter kann die Module vollständig von dem Eingang trennen, sodaß ich weiterhin auch ein Aux Kabel verwenden kann und keine negativen Einflüsse dadurch zu befürchten habe. Das war mir sehr wichtig.
Im Zuge von Verbesserungs- und allgemeinen Kontrollarbeiten am Verstärker war ich gestern dabei, mit der Schirmung des Eingangs zu experimentieren (direkt an den chinch- Eingängen), als es im Lautsprecher laut krachte, offensichtlich durch einen von mir versehentlich herbeigeführten Schluß würde ich vermuten. Der Eigenärger über meine Tollpatschigkeit danach fiel dementsprechend aus.
Seither rumpelt die A78 nur noch und schwingt. Da ich glücklicherweise im Besitz einer zweiten funktionsfähigen A78 bin, habe ich dort gemessen, das ganze mit meiner alten A78 verglichen.
Einen toten Transistor im Netzteil konnte ich ausfindig machen, der nur noch "halb" zu arbeiten scheint, weshalb die 24V für die Treiberstufen nicht mehr präsent waren. Die Spannungen an den großen Elkos für die Endstufe stimmen.
Was mich stutzig macht, ist daß der Verstärker bei Ersatz aller steckbaren Leiterplatten durch die funktionsfähigen aus meiner anderen A78 stets noch das gleiche Fehlerbild zeigt.
Die vier Transistoren im Klangregelnetzwerk habe ich zur Probe meiner gesunden A78 geklaut und in das andere Gerät eingesetzt- keine Besserung. Auch die Endstufentransistoren habe ich durchgemessen, an beiden Geräten waren keine Abweichungen festzustellen.
Eigentlich hätte ich erwartet, daß das Fehlerbild "mitwandert", denn schließlich habe ich sämtliche Transistoren und Bauteile beim Tausch der Platinen durch funktionsfähige Modelle ersetzt.
Nun allerdings ist der ursprüngliche Zustand des noch funktionierenden Amps wiederhergestellt, ich möchte mir diesen nicht auch noch "zerschießen" indem ich die dazugehörigen Leiterplatten in meinem nun schadhaften Gerät belasse sodaß sie dort eventuell zerstört werden, wie ihre originalen Vorgänger, mit deren Ersatzteilbeschaffung ich mich gerade ärgere.
Mit meinem Latein was die weitere Fehlereingrenzung anbelangt, bin ich ziemlich am Ende.
Was mich interessieren würde ist, ob jemand von euch mal ein ähnliches Problem zu bewältigen hatte? Die A78 ist ja eigentlich ziemlich reparaturfreundlich konstruiert, doch da ich nicht mehr weiter weiß, und mir dieses Gerät sehr viel bedeutet, habe ich mich an euch gewendet.
Vielleicht kennt ihr ja jemanden, mit langer Erfahrung in diesem Bereich? Diesen Verstärker möchte ich zwecks Reparatur nur in erfahrene Hände geben, wenn ich den Fehler nicht finde.
Eine weitere Frage, die sich mir stellt, ist, durch welche Typen die altertümlichen Transistoren ersetzt werden können, bzw. ob man die originalen überhaupt noch kaufen kann?
Aufgeben werde ich niemals, ich über entsprechendes Werkzeug verfüge (Oszilloskop, Trennstelltrafo, Multimeter, Labornetzteil, Frequenzgenerator, NF-Millivoltmeter), auch wenn ich dazu das gesamte Gerät zerlegen muß- das wäre dann immerhin eine gute Gelegenheit, die restlichen Tantalkondis und Folienkondensatoren zu tauschen...
Ich danke euch im Voraus für euren Rat.
Liebe Grüße aus dem Schwarzwald
Leon
Wie der Titel bereits erahnen läßt, ist mir meine A78 gestern vollkommen unerwartet ausgefallen- und das spielte sich wie folgt ab:
Im Sommer 2021 habe ich dem Verstärker zwei (hier sicherlich verpönte) Bluetooth- Eingänge spendiert, die per Schalter anstelle der normalen Aux-Din-Buchse ein entsprechendes NF-Signal in das Gerät einspeisen. Der Schalter kann die Module vollständig von dem Eingang trennen, sodaß ich weiterhin auch ein Aux Kabel verwenden kann und keine negativen Einflüsse dadurch zu befürchten habe. Das war mir sehr wichtig.
Im Zuge von Verbesserungs- und allgemeinen Kontrollarbeiten am Verstärker war ich gestern dabei, mit der Schirmung des Eingangs zu experimentieren (direkt an den chinch- Eingängen), als es im Lautsprecher laut krachte, offensichtlich durch einen von mir versehentlich herbeigeführten Schluß würde ich vermuten. Der Eigenärger über meine Tollpatschigkeit danach fiel dementsprechend aus.
Seither rumpelt die A78 nur noch und schwingt. Da ich glücklicherweise im Besitz einer zweiten funktionsfähigen A78 bin, habe ich dort gemessen, das ganze mit meiner alten A78 verglichen.
Einen toten Transistor im Netzteil konnte ich ausfindig machen, der nur noch "halb" zu arbeiten scheint, weshalb die 24V für die Treiberstufen nicht mehr präsent waren. Die Spannungen an den großen Elkos für die Endstufe stimmen.
Was mich stutzig macht, ist daß der Verstärker bei Ersatz aller steckbaren Leiterplatten durch die funktionsfähigen aus meiner anderen A78 stets noch das gleiche Fehlerbild zeigt.
Die vier Transistoren im Klangregelnetzwerk habe ich zur Probe meiner gesunden A78 geklaut und in das andere Gerät eingesetzt- keine Besserung. Auch die Endstufentransistoren habe ich durchgemessen, an beiden Geräten waren keine Abweichungen festzustellen.
Eigentlich hätte ich erwartet, daß das Fehlerbild "mitwandert", denn schließlich habe ich sämtliche Transistoren und Bauteile beim Tausch der Platinen durch funktionsfähige Modelle ersetzt.
Nun allerdings ist der ursprüngliche Zustand des noch funktionierenden Amps wiederhergestellt, ich möchte mir diesen nicht auch noch "zerschießen" indem ich die dazugehörigen Leiterplatten in meinem nun schadhaften Gerät belasse sodaß sie dort eventuell zerstört werden, wie ihre originalen Vorgänger, mit deren Ersatzteilbeschaffung ich mich gerade ärgere.
Mit meinem Latein was die weitere Fehlereingrenzung anbelangt, bin ich ziemlich am Ende.
Was mich interessieren würde ist, ob jemand von euch mal ein ähnliches Problem zu bewältigen hatte? Die A78 ist ja eigentlich ziemlich reparaturfreundlich konstruiert, doch da ich nicht mehr weiter weiß, und mir dieses Gerät sehr viel bedeutet, habe ich mich an euch gewendet.
Vielleicht kennt ihr ja jemanden, mit langer Erfahrung in diesem Bereich? Diesen Verstärker möchte ich zwecks Reparatur nur in erfahrene Hände geben, wenn ich den Fehler nicht finde.
Eine weitere Frage, die sich mir stellt, ist, durch welche Typen die altertümlichen Transistoren ersetzt werden können, bzw. ob man die originalen überhaupt noch kaufen kann?
Aufgeben werde ich niemals, ich über entsprechendes Werkzeug verfüge (Oszilloskop, Trennstelltrafo, Multimeter, Labornetzteil, Frequenzgenerator, NF-Millivoltmeter), auch wenn ich dazu das gesamte Gerät zerlegen muß- das wäre dann immerhin eine gute Gelegenheit, die restlichen Tantalkondis und Folienkondensatoren zu tauschen...
Ich danke euch im Voraus für euren Rat.
Liebe Grüße aus dem Schwarzwald
Leon