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Bandreinigung

Hier ist Platz für allgemeine technische Fragen die sich nicht speziell mit STUDER, ReVox oder anderen Firmen beschäftigen.

Moderator: Administratoren


Beitrag Donnerstag 7. November 2013, 00:51
Baumi Jungspund
Jungspund

Beiträge: 6
Hier meldet sich ein Neuer

Beschäftige mich seit dem 15. Lebensjahr mit Bandmaschinen.
Die 1. bekam ich von meinem Vater geschenkt. Eine Philips 4407.
Später kamen dann Sony, Otari, Grundig TS1000 und Revox.

Bin gerade dabei meine Revox B77 MK1 1/2 Spur zu restaurieren, da sie nicht mehr wirklich zuverlässig ist.
Es geht ein Kondensator nach dem anderen in die ewigen Jagdgründe.
Mittlerweile ist Sie schon komplett zerlegt. Muss nur noch gereinigt, Elkos usw, Lager und andere Teile ersetzen und dann das Ganze wieder zusammenbauen. ;-)

Aber nun zu etwas das mich die Ganzen Jahre lang nicht losließ.
Ich kaufe immer wieder altes Bandmaterial, weil ich es interessant finde was Damals so aufgenommen wurde.
Meistens Schlager, Volksmusik und Klassik.
Manchmal aber auch Hörspiele, Jazzaufnahmen oder Privates von Kindern und Verwandten.

Meistens jedoch sind die Bänder in einem miserablen Zustand
Verdreckt, verstaubt, mit Schimmel überzogen.

Habe mir deshalb über die Reinigung von Bändern Gedanken gemacht und mir eine Bandreingungsmaschine aus alten Philips und Uher Teilen und was ich sonst noch gefunden habe gebastelt.
Sie besteht im Wesentlichen aus - na klar - 2 Wickeltellern, einer modifizierten Schwungmasse, einer Umlenkrolle und einigen Kleinteilen wie Bandführung und Elektro Bremse um den Bandzug einigermaßen konstant zu halten.

Schwungmasse und Umlenkrolle sind mit Brillen Reinigungstüchern überzogen.
Das Band läuft vom linken Wickelteller über die Bandführung auf die Umlenkrolle danach an der Schwungmasse vorbei zur rechten Bandführung auf den rechten Wickelteller.

Umlenkrolle und Schwungmasse laufen gegenläufig zur Bandzugrichtung.
So werden Vor und Rückseite in einem Arbeitsgang gereinigt.

Der linke Bandteller wird von einem Motor dem ich eine Last in Form eines Glühlämpchens auferlegt habe gebremst und so gibt es keinen Bandüberwurf.
Auch die Geschwindigkeit bleibt einigermaßen konstant.
Ein 2 PC Lüfter blasen den Staub in den Raum und kühlen zugleich.

Nach 2-3 Durchgängen sind die Bänder recht sauber und auch schön gewickelt.
Was haltet ihr davon ?

Über Meldungen egal welcher Art würde ich mich freuen :-)

Seid gegrüßt
Baumi

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Beitrag Donnerstag 7. November 2013, 04:01
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Administrator
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Beiträge: 582
Wohnort: Würzburg

Hallo Baumi,

also ich finde die Idee vom Grundsatz her gut! Mache doch mal ein paar Bilder und lade sie hier mit hoch - würde das Teil gerne mal sehen!

Habe gestern einen Katon mit alten Maxel Bändern bekommen. Tja was soll ich sagen... Die Bänder kleben und schmieren leider teilweise. Beim Zurückspulen habe ich dann auch ein Taschentuch genommen und das Band da durchlaufen lassen. Ist zwar aufwendig, hat aber doch einiges gebracht.

Ich frage mich, wie sich dieses "Reinigen" auf das eigentliche Tonband auswirkt. Denn ich vermute mal, dass man nicht nur Staub entfernt sondern auch wahrscheinlich Teile der Magnetschicht die ja nur aufgeklebt ist, oder?

Wie haben das die Rundfunkanstalten früher gemacht mit ihren enormen Bandarchiven? Gab es die Problematik wegen richtiger Lagerung vielleicht gar nicht?

Gruß,
Christoph

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Beitrag Donnerstag 7. November 2013, 15:10
cavemaen Benutzeravatar
Lebende Forenlegende
Lebende Forenlegende

Beiträge: 2756
Wohnort: 34582 Borken / Hessen
Das ist ein sehr interessantes Thema, grüße Euch erstmal!

Die ARD lagert alles in klimatisierten Räumen bei konstanten Themperaturen und geringer Luftfeuchte.

Nagra hatte optional Miniatur Klappmesserchen angeboten, welche die Nutzschicht von Spänen in den Wickelschichten frei schabten, die Säne waren in der Herstellung durch rotierende Messer unvermeidbar.

HiFi-Geräte wie meine allererste Grundig TK46 hatten eine Filzrolle, welche auch mit einem Fluid getränkt werden konnte und den Siff älterer Bänder runterholte - aber die Bänder danach auch verklebten!

Genial ist die Telefunken M15A, welche in den Fühlhebeln feststehende verschleißfreie Sinterrubine hat, welche das Band sauber halten.

Gut, bei Umlenkrollen läuft das Band leichter, pressen aber den Dreck fest.

Von chemischen Experimenten rate ich ab, da das Band unkontrolliert angelöst und unbrauchbar wird.

Komischerweise sind japanische Bänder von TDK, Sony, Pioneer ect. nicht vom Verfall und verkleben betroffen, oder man behält es für sich.

Alte dicke Agfa-Bänder der Typen 525, 555 ect. laufen bis heute, wie auch BASF LGR30.

Zu den Schmierbändern heute zählen Agfa PEM 469, zum Teil 468, Shamrock, Ampex-Quantegy außer GP9 ect.

Ich wollte es zunächst nicht glauben, aber Agfa 525 und viele HiFi-Langspielbänder wurden in der DDR in Wolfen produziert und hier verkauft - ohne Ausfälle und SchmierChargen.

Auch Pyral und Zonal war brauchbares Band mit Kompatibilität zu unseren o.g. Bändern.

Ein Ing. der BASF (Emtec und später RMGi) sagte mir mal, dass der Einkauf den Basiskleber der Folien aus Kostengründen zukaufte und man erhabliche Qualitätsschwankungen in den Lieferungen feststellte und man gar keine Zeit hatte, die Produktion jeder Lieferung anzupassen.

Das ZDF beispielsweise gab damals eine komplette Charge Bänder BASF PEM 468 zurück, auf dem schon 600 Stunden Programm aufgenommen war!

Diese wurden vor wenigen Jahren stolz als "Original ZDF-Archivbänder" in iiBäh angeboten und entsorgt....

Rudy
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Beitrag Donnerstag 7. November 2013, 16:11
cavemaen Benutzeravatar
Lebende Forenlegende
Lebende Forenlegende

Beiträge: 2756
Wohnort: 34582 Borken / Hessen
Hier eine Studie über den Verfall von Tonbändern und CDs:

http://www.google.de/imgres?start=115&s ... :100,i:103

Beitrag Donnerstag 7. November 2013, 18:09
Baumi Jungspund
Jungspund

Beiträge: 6
reima.JPG

links.JPG

rechts.JPG

in aktion.JPG


Also so sieht das Ding aus mit dem ich meine Bänder reinige
nicht besonders aufregend aber funkt.

Rolle für die Reinigung der Rückseite des Bandes ist leider gebrochen
War nur ein aufgeklebtes Plastikteil direkt auf dem Antriebsmotor

Auch die Bremse für den linken Bandteller muss überarbeitet werden da sie am Ende des Bandes bzw. bei kleinen Spulen zu heftig wirkt und das ganze zum Stillstand kommt.

Bewegliche Bandführungen (Rollen) wären sicherlich auch vorteilhafter.

Nass bzw Feuchtreinigung habe ich versucht wurde aber nichts da das Band sofort verklebte.
Bei einer Konstruktion bei der das Band bevor es auf den rechten Wickelteller läuft ausreichend getrocknet wird könnte ich es mir allerdings vorstellen.

Möglicherweise mit destiliertem Wasser wenig Alkohol und einem Tropfen Spülmittel.
Vielleicht hat ja jemand eine Idee

LG
Baumi
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Beitrag Donnerstag 7. November 2013, 19:19
revfan Lebende Forenlegende
Lebende Forenlegende

Beiträge: 718
Hallo,

Meine Meinung dazu:

Ich habe auch eine ganze Weile lang versucht, Bänder die mir von irgend zugelaufen sind oder die ich mit ihren Spulen zusammen gekauft hatte, mit der bekannten Tempotaschentuchmethode und allem möglichen anderen Zeugs (mein Tipp: dreilagiges Toilettenpapier, billig und gut ;-) ) zu reinigen und zu verwenden. Schließlich hat man ja meist dafür auch Geld ausgegeben. Irgendwann kam ich dann aber dann darauf, dass dreckige Bänder oft auch so klingen, selbst wenn man sie wieder sauber bekommen hat.

Wenn es also nicht darum geht, eine tolle Aufnahme zu retten, steht die aufgewendete Zeit und Mühe in keiner Relation zum Ergebnis oder der Ersparnis. Sicherlich gibt es auch gutes gebrauchtes Bandmaterial, das man prima weiter verwenden kann. Wenn das Band aber schon schmutzig ist, schmiert oder gar schimmelige Ablagerungen hat wandert es bei mir jetzt bei den ersten Anzeichen sofort in die Altplastik -Tonne.

Schöne und penibel eingemessene Studio- oder Halbprofi Bandmaschinen für gutes Geld und dann mieses Bandmaterial passen m.E. nicht zusammen. Da spart man am falschen Ende bekommt nur schlechte Aufnahmen.

revfan

Beitrag Donnerstag 7. November 2013, 21:17
Baumi Jungspund
Jungspund

Beiträge: 6
revfan hat geschrieben:
Hallo,

Meine Meinung dazu:

Ich habe auch eine ganze Weile lang versucht, Bänder die mir von irgend zugelaufen sind oder die ich mit ihren Spulen zusammen gekauft hatte, mit der bekannten Tempotaschentuchmethode und allem möglichen anderen Zeugs (mein Tipp: dreilagiges Toilettenpapier, billig und gut ;-) ) zu reinigen und zu verwenden. Schließlich hat man ja meist dafür auch Geld ausgegeben. Irgendwann kam ich dann aber dann darauf, dass dreckige Bänder oft auch so klingen, selbst wenn man sie wieder sauber bekommen hat.

Wenn es also nicht darum geht, eine tolle Aufnahme zu retten, steht die aufgewendete Zeit und Mühe in keiner Relation zum Ergebnis oder der Ersparnis. Sicherlich gibt es auch gutes gebrauchtes Bandmaterial, das man prima weiter verwenden kann. Wenn das Band aber schon schmutzig ist, schmiert oder gar schimmelige Ablagerungen hat wandert es bei mir jetzt bei den ersten Anzeichen sofort in die Altplastik -Tonne.

Schöne und penibel eingemessene Studio- oder Halbprofi Bandmaschinen für gutes Geld und dann mieses Bandmaterial passen m.E. nicht zusammen. Da spart man am falschen Ende bekommt nur schlechte Aufnahmen.

revfan



STIMMT

Genau meine Meinung
Würde solche Bänder auch nicht an meine REVOX lassen oder Neue Aufnahmen damit machen.
Zum Reinschmöckern auf irgendeiner Philips aber reicht es.

Beitrag Freitag 8. November 2013, 01:08
Niederberger Jean Benutzeravatar
Trippel As
Trippel As

Beiträge: 184
Wohnort: Lugano
ciao Baumi

vielleicht kann Dir der Artikel von Dr. Herbert Schneider helfen, welchen Du auf dem link

http://www.therevoxman.ch/html/bandrestaurierung.html

findest.

Ich kann auch bestätigen dass meine Agfa-Bänder der Typen 525, 555 noch heute in perfekter Qualität wiedergeben(habe einige "Rosinen" von 1975/77 vom Montreux Jazzfestival welche auf Studer Maschinen -A80R- aufgenommen wurden), sowie meine Quantegy Q9 und Quantegy 478 (Studioband welches m.E. bessere Low noise Eigenschaften als das Emtec 528 besitzt) bis heute keine Probleme mit Kleben haben.
Mit freundlichen Gruessen
ein Revox Studer Fan aus dem Tessin.

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